Author page: Christine Krokauer

Andere Perspektiven

Gerade wenn man glaubt, etwas ganz sicher zu wissen, muss man sich um eine andere Perspektive bemühen.

Aus: „Der Club der toten Dichter“

Nah dran ist eine von vielen möglichen Perpektiven. In dem Fall zeigt es uns die Schönheit von Frost Danke an Stephanie für dein Foto!

Wochen-Ende

Das Wochenende steht im Zeichen der Aufstellungsarbeit, am Samstag Theorie dazu (Kybernetik und andere feine Sachen), am Sonntag dann die Arbeit mit Menschen und ihren jeweiligen Systemen. Aufstellungsarbeit ist für mich eine stille, achtsame feine Friedensarbeit. Sie bringt so manche Erkenntnis und wenn man etwas erkannt und verstanden hat, kann man einfacher damit umgehen. Wir arbeiten in der Ruhe, nicht einmal ansatzweise direktiv, Systeme wissen selbst um ihre innere Ordnung.

Nachdem die Woche aus vielen Gründen sehr außergewöhnlich war, malt so ein Kurswochenende  dann einen sachten Strich und lädt zum Neuanfang in der neuen Woche ein.

Wer bei uns gern aufstellen mag – Vor- und Nachgespräch sind immer verbindlich

Räder über Räder in Amsterdam! Da sollte man durchaus schauen, dass man ein paar individuelle Merkmale an seinem Flitzer hat.

 

Helleborus

Die Christrose hebt ihr weißes Haupt

In der schweigenden Welt,

Die der Winter umfangen hält,

Hebt sie einsam ihr weißes Haupt;

Selber geht sie dahin und schwindet

Eh’ der Lenz kommt und sie findet,

Aber sie hat ihn doch verkündet,

Als noch keiner an ihn geglaubt.

Johannes Trojahn

Sigrid hat eine roseblühende entdeckt. Zauberschön! Danke für dein Foto!

Ein ganz normaler Tag

Special day am Dienstag. Der Bruder soll in der Uniklinik vorgestellt werden mit dem seit Jahren offenen Knie. Bedeutet: Krankenwagen fährt mit Bruder und Vater zur Uni. 9 Uhr für mich offizieller Coronatest. 11 Uhr zur Klinik. Warten auf den Krankenwagen, schon mal alles anmelden. Sie kommen. Vater total erschöpft, er hat nicht damit gerechnet, dass die Uni Würzburg lange Gänge hat. Mit 88 ist das too much, er ist aufgeregt, was jetzt wieder kommt. Anmeldung und die Botschaft – wir müssen jetzt da hin, wo der Krankenwagen vorher gehalten hat. Sprich: Der Vater muss die gesamte Strecke nochmal laufen, mit Köfferchen, Mänteln, Rollstuhl etc. ein Akt. Nächste Anmeldung. Warten. Termin 12 Uhr. Der Vater darf nicht mit, ihn parken wir nervös auf der Fensterbank im Flur und hoffen, dass er dort bleibt. Er ist ungeduldig, das führt gern zu Wanderungen und die Klinik ist groß. Aus dem Wartezimmer kann ich ihn nicht sehen. Ungünstig.

13.30 Uhr. Neben den Gesprächen im Wartezimmer, dem Fernseher, dem Rauslaufen, ob der Vater noch auf der Fensterbank sitzt, hören wir eine Durchsage, die könnte uns meinen. Wir fahren mit unserem Mantel- und Kofferberg in den Untersuchungsraum und dürfen den Vater dazu holen, weil er der Hauptbetreuer ist. Er keucht heran. Der Arzt schneidet den Verband auf und sagt: „Das ist nicht meine Baustelle. Da sind Sie bei mir ja total falsch.“ Jo. Ein guter Anfang. Er klebt das Knie wieder zu und meint, dass ein plastischer Chirurg richtig wäre, er piepst einen an. Ich frage, wo ich meinen Bruder wickeln kann. 140 Kilo Querschnittlähmung kann man nicht im Frauenklo auf der Babywickelanlage wickeln. Wir bekommen einen Untersuchungsraum auf der anderen Seite. Wickeln. Füttern, als Diabetiker muss er was essen. Die Zuckermedikamente liegen 55 km daheim in der Küche und ich muss beim Essengeben überlegen, was ich mache. Der Vater fragt, warum es kein Essen gibt im Krankenhaus. Ambulanz ist nicht stationär. Gut, dass ich ausgerüstet bin. In meinem Klinikrucksack ist Zeug, damit kämen wir Tage klar. Inklusive Windeln, Reserveklamotten und Wolldecke, die nötig ist. Man schleppt ja sonst nur den Rollstuhl, den Koffer, Wasserflaschen …

Der plastische Chirurg kommt direkt aus dem OP. Er schaut, untersucht, überlegt. Er teilt die Optionen mit und man sieht – der Mann hat sich da jetzt gerade echt super Gedanken gemacht. Bei einem Gelähmten einen Muskel hochziehen, um die Wunde zu vernähen, eröffnet eine zweite Wunde, in die Keime dringen können. Das Knie ist zwar schlimm, aber eher safe, konventionell weitermachen wie bisher macht durchaus Sinn. Resultat also: Alles bleibt, wie es ist. Ich wuchte den Bruder von der Untersuchungsliege in den Rollstuhl. Raus in den Flur, Krankenwagen anfragen. 16 Uhr. Die Krankenwagenbesatzung kommt. Versuch, den Bruder vom Klinikrollstuhl in den Sitzstuhl zu hieven. Der Bruder ist erschöpft vom Tag, er hatte stundenlang massive Angst, was bei zahllosen OPs und gefühlt Jahren im Krankenhaus verständlich ist. Er schafft es nicht. Vier Mann helfen, er ist drin im Wagen. Angurten und ab. Die Herren fahren nach Hause, fix und fertig. Der Vater fragt: „Was machen wir jetzt?“ Die Antwort: „Nix, so weiter wie bisher!“

Ich suche mein Auto im Parkhaus und quäle mich durch den Feierabendverkehr. Kurz was essen. Mein Arbeitstag beginnt heute eben um 18 Uhr. Ohne meinen Einsatz wäre das dem Vater nicht machbar gewesen mit Wickeln, die Arztgespräche, wo er überhaupt hinmuss. Für 15 Minuten 8 Stunden Aufwand, Fahrt- und Wartezeit. Alltag in Familien mit Menschen, die Unterstützung brauchen. Als Angestellte hätte ich einen Urlaubstag verbraten. Als Selbstständige habe ich so etwas nicht. Alleine wären sie lost in space gewesen.

Heute wird ein normaler Pflegetag mit Wäschebergen, Putzen, Einkaufen, Rezepte organisieren für Windeln, Katheter und die richtigen Spritzaufsätze fürs Zuckermedikament (alles nicht lieferbar derzeit, wie schön). Mit Kochen und Versorgen für die nächsten Tage. Leben ist nicht immer das, was man sich vorgestellt hat. Die Realität kickt härter als die Vorstellung von „wenn ich groß bin …“. Dafür erhole ich mich beim Kursgeben am Nachmittag und am Wochenende. Das ist wie Ferienprogramm.

Allen einen kraftvollen Freitag und gute Nerven für alle anstehenden Aufgaben heute.

 

Ein guter Tag für den Bruder.

Die besten Ärzte

Die besten Ärzte der Welt sind: Dr. Ruhe, Dr. Diät und Dr. Fröhlichkeit.

Jonathan Swift, geb. 1667

Danke an Steffen für das Foto aus China mit dem Ginkgo im Vordergrund. Ein Mittel, um Altersproblemen im Gehirn vorzubeugen.

Un-gerecht-igkeit

Am 7. März wird in diesem Jahr der Equal Pay Day sein, der Tag, bis zu dem Frauen pro Jahr länger fürs gleiche Gehalt arbeiten müssen als Männer (bei gleicher Arbeit). Krasses Symbol für die Ungleichheit der Entlohnung, 18 Prozent verdienen Frauen auf gleichen Positionen weniger als Männer. Zu dieser Gender-Pay-Gap gesellt sich heimlich, still und leise die Gender-Care-Gap: Nach wie vor sind es die Frauen, die sich um Kinder, Senioren, zu pflegende Menschen und den Haushalt kümmern.

Mit ist das letzte Woche besonders aufgefallen, weil mir da gleich mehrere Mütter gegenübersaßen. Top ausgebildet. Studium, zum Teil eigene Firmen. Das erste Kind kommt und mit einem Schlag wird aus der erfolgreichen Businesslady eine müde, überforderte Frau, die an ihrem Verstand zweifelt, weil sie sich in Rollen wiederfindet, von denen sie für ihr Gefühl in Geschichtsbüchern gelesen hat. Natürlich kümmern sich heute Väter anders um ihre Kinder, ist Haushalt oft gut aufgeteilt. Doch in der Realität sieht es eben nach wie vor häufig so aus, dass Frauen den häuslichen Bereich verstärkt übernehmen, weil das Kind naturgemäß oft sein Immunsystem trainiert (umgangssprachlich: krank ist), der Partner einen Job in einer anderen Stadt hat und vieles andere.

Frauen, super ausgebildet, leiden am Spagat zwischen Familie und eigener Verwirklichung. Das Geld, das sie verdienen, geht für Kinderbetreuung, Haushaltshilfe etc. drauf. Die Perspektive: Kaum ist das Kinderthema irgendwie bewältigt, die Kinder ausgezogen und Frau will endlich durchstarten, kommt die heftige Erkenntnis, dass der Pflegenotstand dafür sorgt, dass die alt werdenden Eltern unterstützt werden müssen.

Eine Klientin brachte es letzte Woche auf diesen Punkt: „Mal ehrlich – ich hab alles gegeben, um die drei Kinder zu erfolgreichen, selbstständigen Menschen zu erziehen. Ich halte Haus und Garten in Schuss und bilde mich seit Jahren aus und weiter, um endlich mein Ding zu machen. Und jetzt mache ich zwei Jahre mein eigenes Geschäftsbaby groß, hab total Freude mit meiner Arbeit, Anerkennung, verdiene mein eigenes Geld, um endlich was für die Rente zu tun und jetzt nach dem Schlaganfall des Vaters … hab ich irgendwann ein Recht auf mein eigenes Leben oder wartet die Altersarmut auf mich, weil ichs nicht über das Herz gebracht habe, Vollzeit mit den Kindern zu arbeiten oder die Eltern ins Heim zu geben? Wird Menschlichkeit nur noch bestraft?“ Eine bedeutsame Frage, die sich viele Frauen stellen und kaum einer spricht darüber.

Wir haben (noch immer!) keine Antworten, sondern mauscheln uns durch, versuchen, diesem und jenem gerecht zu werden, alle gut zu versorgen, das schlechte Gewissen zu verdrängen und müssen uns dann angesichts weiblicher Altersarmut durchaus fragen, was wir falsch gemacht haben. Diejenigen, die ihr Ding durchgezogen, darauf bestanden haben, ihr Geld zu verdienen, ihre Verwirklichung umzusetzen, haben eine angemessene Rente. Diejenigen, die anders dafür gesorgt haben, dass der Laden läuft und sich für das Engagement für die Familie auf andere Weise entschieden haben, haben es nicht.

Kinder sind die Zukunft. Wer sich dieser Aufgabe stellt, verdient ein Einkommen, mit dem man leben kann. Wer andere pflegt und sich engagiert, ebenfalls. Alle sollten in der Schule bereits lernen, dass Menschsein auch bedeutet, andere zu unterstützen, die sich selbst (noch) nicht (mehr) helfen können. Und dass das kein Armuts- und Karriereknickthema sein darf, sondern ein Upgrade in jeder Hinsicht!

Allen einen ermutigenden Tag!

 

Danke an Steffen für das Foto aus China!

 

Jeder

Wenn eine Frau sagt „Jeder“, meint sie: jedermann. Wenn ein Mann sagt „Jeder“, meint er: Jeder Mann.

Marie von Ebner-Eschenbach, 1830–1916

Stärkendes aus der Natur – oft durch Frauenweisheit tradiert. Danke an Ursula für das Foto! Man riecht förmlich deinen Tee!

Back to the roots

Grandios, was Heike Boomgaarden (der Name ist echt Programm!) beim Zukunftswerk auf homodea im Interview berichtete über Schwammstädte, essbare Städte und Klimainitiativen, die jeder Mensch in seinem direkten Umfeld ohne Großes Tamtam durchführen kann. Handfest, mit Humor und wirklich für jeden umsetzbar. So sehr würden wir bei unseren nun trockenen Sommern profitieren, wenn wir das Wasser sammeln, die Flächenversiegelungen verändern, unsere Städte, Dächer und Vorgärten begrünen und uns darauf besinnen, dass man sowohl Blumen als auch Nahrungsmittel im Anbau hervorragend kombinieren kann – die Bauerngärten der früheren Zeiten waren Paradiese für Insekten, Heimstatt von Bienen und anderen befruchtenden Tieren, boten Vielfalt für Gaumen und Auge.

Urban gardening hat ebenfalls viele Formen: Bäume am Straßenrand können mit Blumen umsäumt werden, die Anwohner sich zusammenschließen und Grünflächen gemeinsam nutzen, Land um die Städte kann dem Gartenbau dienen, wie es früher auch an den Stadtmauern entlang gewesen ist. Selbst Balkonbesitzer und Menschen mit Dachterrassen können Großartiges leisten durch Begrünung, so werden Insekten angezogen, die Temperatur im Sommer in den Städten gesenkt und Feuchtigkeit länger gehalten. Klimawandel im Kleinen ist die wichtigste Herausforderung, zu der wir wirklich mit ganz praktischen Initiativen einen Beitrag leisten können. Wer seine Stadt begrünt, bepflanzt, sich engagiert, tauscht sich aus. Wer im Austausch ist, rettet nicht nur das Klima, sondern wirkt auch aktiv gegen das zweite Problem unserer Zeit: Einsamkeit. Gemeinsam gärtnern, ernten, kochen und speisen verbindet Menschen untereinander und das Abgetrenntsein von der Natur endet endlich, wenn wir uns wieder als Gäste auf einem Planeten begreifen können.

Tolle Links: https://www.tausende-gaerten.de/

https://www.naturimgarten.at/

Wer mehr über Heike Boomgaarden wissen will, ist hier richtig: https://heike-boomgaarden.de/

Ich habe am Wochenende meine Samentüten für die neue Saison vorsortiert in Indoor und Outdoor und mir Gedanken gemacht, was alles noch möglich ist, um das Wasser des Winters im Garten besser nutzen zu können. Da kam Heike Boomgardens Beitrag zur richtigen Zeit. Praktisch – ein Schuhhänger ist gut geeignet, Ordnung in Dutzende von Samentüten zu bringen und man sieht gleich, was noch fehlt. Hätte ich auch schon längst mal drauf kommen können 🙂

Trauma

Manchmal ploppen bei Menschen, oft durch äußere belastende Ereignisse ausgelöst, Starremomente auf, die sie sich nicht erklären können. „Wie eingefroren“, „unfähig, etwas zu tun“ bei gleichzeitig innerer Unruhe, ohne zu wissen, was der Auslöser ist. Sie fühlen sich abgeschnitten von ihren Empfindungen, Leere macht sich breit. Einsamkeit triggert das Gefühl von Verlassensein, Angst entsteht dadurch, Seelennot, denn das System übersetzt Einsamkeit oft mit „dich mag niemand“. Das ist ein Gefühl, das niemand möchte und den meisten, die es schildern, ist es „vertraut“, „uralt“, „kenne ich, solange ich denken kann“. Um dem Gefühl zu entgehen, springen manche in einen Aktionismus, werden Workaholics, andere betäuben sich mit Alkohol oder anderen Drogen, wieder andere werden aggressiv, doch weil man nicht im Außen wütend sein darf, verletzt man sich eben selbst.

Heute wissen wir, dass das Traumafolgen sind. Traumata müssen nicht die ganz großen, krassen Ereignisse sein, sehr häufig ist es die ständige Alltagstraumatisierung, die für viele Kinder Realität ist: abgeschoben, nicht gesehen, ruhiggestellt, angebrüllt, mit körperlicher Gewalt konfrontiert, gedemütigt, auf vielfältige Weisen missbraucht. Der tägliche Irrsinn, den das Kind für „normal“ hält, weil es das nicht anders kennt und das deshalb denkt, seine Gefühle oder Verhaltensweisen seien falsch. So trennt sich der Mensch von sich selbst ab, seinem Fühlen, seinem Körper und „vergisst“, dass er einmal „ganz“ (im Sinne von whole/heilig) war.

Unter dem Traumamenschen jedoch schlägt das Herz des gesunden Menschen, das sich bisher in diesem Leben nicht wirklich ausdrücken konnte, keine Beziehungen aufbauen konnte, in dem der gesunde Mensch authentisch in die Welt treten durfte.

Die Ereignisse der letzten fast drei Jahre offenbaren eines: Wir haben eine humanistische Krise. Wir sehen „das Problem“, aber nicht den Menschen. Es ist Zeit, sich wieder dem gesunden(den) Menschen und gesunden sozialen Systemen zuzuwenden – gemeinsam schaffen wir es, zu den verletzten Seelen durchzubrechen, die auf Hilfe warten. Gemeinsam schaffen wir es, uns angemessen um Kinder, kranke, behinderte und alte Menschen zu kümmern, indem wir ihre Bedürfnisse wahrnehmen und uns klarmachen – das, was den Menschen auszeichnet, ist sein Menschsein. Sonst nichts. Menschsein bedeutet, sich seines Herzens bewusst zu werden, sich mit seiner Seele zu verbinden.

Allen einen tatkräftigen Dienstag.

 

Kichari wärmt in diesen Tagen, wenn es draußen kalt ist.

Liebe und Humor

Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?

Charles Dickens, 1812 – 1870

Olivia zeigt das wunderbar mit ihrer gemalten Postkarte! Danke dir!

Einfach nur dankbar

Wenn kein Wochenendkurs ist, ist Haushalt dran. Am Samstag hab ich gleich die ganz großen Töpfe vorgeholt und Berge Gemüse geschnippelt und gekocht. Da wandert dann alles in die Suppe – Sellerie, Petersilienwurzel, Pastinaken, Karotten, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Lauch, Zwiebeln, Kürbis und vieles mehr wie Kräuter und Gewürze. Das köchelt und wird dann eingefroren für die Abende, an denen man so von innen heraus friert und über eine gute Suppe froh ist oder wenn es mal schnell gehen muss, Suppennudeln sind fix gekocht und beigegeben oder mal ein paar Maultaschen.

Das sind dann auch die Tage, an denen die Saftpresse gequält wird und alles durchgejagt wird, was Vitamine ins System spült, weil frisch gepresst ist einfach super. Die Tage, an denen ein Riesenberg Haselnüsse geröstet wird fürs Müsli, alle Getreidespeicher geprüft und neu befüllt werden und ich dann den Flickwäschehaufen vorhole und neben dem Flicken Filme schaue, die mich interessieren oder versäumte Kongressteile nachhole, bei denen ich nicht schreiben muss, weil ich nicht ohne Schreiben lernen kann.

Ich bin dankbar, wenn ich  auf gute selbstgemachte Vorräte zurückgreifen kann und es kam auch immer wieder vor, dass mir ein zutiefst erschöpfter kranker Mensch gegenübersitzt, dem ein Teller heiße Suppe Hoffnung gibt – da greif ich einfach in den Schrank und hab was, das nur gewärmt werden muss.

Ich wünsche mir dann in solchen Momenten, dass alle eine warme Suppe haben oder etwas, das sie wärmt an kalten Tagen im Inneren und im Äußeren. Dass sie einen Ansprechpartner haben, mit dem sie Gemüse schnippeln, sprechen, lachen und weinen können. Menschen, mit denen sie Zeit verbringen und wissen – das ist ein schönes Leben, auch wenn es nicht immer einfach ist. Manches lässt sich mit einem Teller Suppe, einem guten Schlaf, einer Tasse Tee und der Erlaubnis, einfach mal loszulassen, nicht verwandeln, aber erstmal zur Ruhe bringen und mit neuer Kraft kann man den Alltag dann wieder anders angehen.

Allen einen guten Wochenstart.

Salat, Suppe, Gemüse, selbstgemachtes Joghurt, frischer Saft – ich bin dankbar dafür, das zu haben.

Etwas in Kauf nehmen

Um die Schönheit einer Schneeflocke erfassen zu können, muss man die Kälte in Kauf nehmen.

Aristoteles

Frost kann auch wehrhaft aussehen – Stephanie hat mit der Kamera genau hingeschaut, vielen Dank!

Gegen das Chaos

Das Wochenende naht und es ist eines, an dem Liegengebliebenes eine Chance bekommt und manches geordnet werden mag. Ich mag es, wenn aus Chaos wieder Ordnung wird und manche aussortiert oder verräumt werden kann, was nun nicht mehr benötigt wird, Raum entsteht für Neues und der Geist zur Ruhe kommt.

Gedanklich kann ich dann die kommende Woche durchgehen und mich auf viele Gespräche einstellen. Auch das braucht Zeit, wenn die Arbeit hilfreich sein soll. Skripten und die nächsten Vorträge möchten auch vorbereitet werden, das macht Freude!

Ich hoffe, dass es nicht so sehr schneit, damit ich ausschlafen kann und nicht wegen Schneeschippen der Wecker schellt.

Allen einen freundlichen Samstag und einen wunderschönen Sonntag.

Maikes Foto lässt uns ein bisschen Vorfreude auf den Frühling und Sommer empfinden. Bemerkt ihr, dass die Tage spürbar länger werden? Danke für dein Bild, liebe Maike!