Author page: Christine Krokauer

So kann man gut leben

Neulich fiel mir das schwedische Sprichwort „Arm sind nicht die wenig haben, sondern die viel brauchen“ in die Hand. Daran ist viel Wahres. Lücken, vor allem emotionaler Art, sind nicht mit Materiellem zu füllen, es sind schwarze Riesen, die alles aufsaugen, ohne satt zu machen.

Was bedeutet in diesem Sinne Reichtum? Mit dem zufrieden zu sein, was man hat. Mir sind viele Menschen im Leben begegnet, die unglaublich zufrieden, aufgeräumt und frohsinnig waren, sie pflegten Dankbarkeit, glaubten an etwas, das größer ist als sie, waren bestrebt, ihre Dinge gut und ordentlich zu machen, versagten sich immer mal Kritik und Jammern und hatten an einem Tag im Leben entschieden, sich an diese Regeln zu halten. Erstaunlich alt werden kann man damit, erstaunlich gesund bleiben auch, ausgeglichen leben ist hier achtsam sein auf Qualität, Maß und Menge, egal, bei was. „Hara hachi bun me“ nicht nur beim Essen.

Allen heute einen entdeckungsfreudigen kraftvollen Dienstag.

 

Wer in Schweden unterwegs ist, kommt daran überall vorbei. Danke an Theresa für das Foto.

Arm

Arm sind nicht die wenig haben, sondern die viel brauchen.

Aus Schweden

Es verwundert nicht, dass Theresa gern in den Norden fährt und wundervolle Bilder mitbringt. Danke dir!

Eine gute Woche für dich

Aufstellungstag. Ich bin tief dankbar, dass wir als ein wunderbares Team diese Arbeit machen können. Die Themen der Menschen mitbringen sind vielfältig wie das Leben. Systeme besitzen ihre eigene Weisheit und es ist immer wieder erstaunlich, was sich zeigen mag. Es ist ein Prozess, der bei aller Bewegung im Emotionalen viel Stille, Raum und Atem hat, wie ein bei sich ankommen und in sich neu ruhen können.

Die neue Woche wird lebendig. Ein Teamcoaching steht an, viele Einzelgespräche, am Dienstag sehen wir uns vielleicht in der Alten Synagoge Kitzingen um 19 Uhr zum Vortrag mit dem Thema „Licht in dunkler Zeit“. Am Samstag ist das Seminarthema „Rapport“, am Sonntag geht es im Onlineseminar um „Ars vivendi – ars moriendi, die Kunst des Lebens und die Kunst des Sterbens.“ Start unseres Kraftseminars für alle, die daran Interesse haben, ist am 6. 12. (https://www.seelengarten-krokauer.de/aktuelles/#staerke), wir werden uns an vier Terminen treffen, um in unsere Mitte und Kraft zu kommen (online). Einen guten Wochenstart allen!

 

Stephanies Schweizfotos sind einfach traumhaft schöne Augenferien. Danke dafür.

Werdend mich ins Dasein prägen

Geheinnisvoll das Alt-Bewahrte

Mit neu erstandnem Eigensein

Im Innern sich belebend fühlen:

Es soll erweckend Weltenkräfte

In meines Lebens Außenwerk ergießen

Und werdend mich ins Dasein prägen.

Auf diesen Wochenspruch aus dem Seelenkalender von Rudolf Steiner  freue ich mich immer am Novemberende.

Stephanie hat das Bild gemacht, Dankeschön!

Tropfender Hahn

Der Wasserhahn im Bad tropft seit Dienstag. Der Gemahl sagt „Jaja, ich kümmer mich darum“. Am Mittwoch rinnt der Hahn. Der Gemahl sagt: „Oh, ja, das ist heftig. Ich schau gleich.“ Am Donnerstag dreht er das Wasser ab, das wichtigste Waschbecken für die Pflege ist out of order. Ich frage: „Wann kommt der Klemper?“ Erstaunter Blick. „Das mache ich selbst“. Freitagabend. Ich meckere, weil es mühsam ist, Wasser fürs Pflegen, wo es auch mal schnell gehen muss, durchs Haus zu tragen. Es stellt sich heraus – unser Klempner weiß von nichts. Der Hahn geht nicht ab, einen neuen kann er easy selbst installieren (sagt er). Das frisch geputzte Haus sieht interessant aus, weil wir jetzt eine Großbaustelle haben und Wasser tropft. Da tritt Mann hinein und verteilt es überall, weil man erstaunlicherweise in jedes Stockwerk muss, wenn das Werkzeug im Schuppen liegt. Vorhin: „Wenn ich den Hahn abbekomme, ist das alles heute Mittag wieder schick.“ Drei Minuten später: „Ansonsten kann ich am Montag oder Dienstag den Klempner anrufen.“ Er steht jetzt pfeifend im Bad und sagt: „Das sieht fast schon gut aus.“ Was immer es heißen mag. Entweder haben wir heute wieder ein funktionsfähiges Waschbecken oder ich darf mir nächste Woche vom Klempner anhören: „Wie sag ich immer? Gas Wasser Sch … gehört in Fachhand.“ Jo. Ein schönes Wochenende.

 

Handwerk kann auch Kunst sein wie hier bei der Türbearbeitung am Goetheanum.

Wunderbares Holz

Holz ist ein vielfältiges Wunder. Hier sorgt ein spannendes Stück für einen Abschluss und Halt beim Treppensteigen. Im Haus Friedwart in Dornach kann man viel entdecken, was man sonst nicht sieht.

Staunend

Menschen tragen unglaubliche Schicksale. Sie sitzen da, die Worte purzeln nur so heraus, bilden einen Lebenslandschaft mit ständig wechselnden An-, Ein- und Aussichten oder sie ringen um Begriffe, die nicht einmal annähernd wiedergeben, was sie bewegt. Es sind Geschichten von Gewalt und Angst, von Leid und Not, von körperlichen und seelischen Schmerzen. Es sind auch lustige Erzählungen aus dem Lebens, voller Humor, entwickelt aus Überstandenem. Menschen, die viel erlebt haben, tragen Tag und Nacht, Sonne und Mond, Sommer und Winter, den gesamten Kosmos in ihrer Herzensweisheit. Als Begleitende sitze ich still und staunend im Raum, der gestaltet wird aus Respekt, Anerkennung, Würde, Ruhe, Stille, Freundlichkeit und Vertrauen. Wir lachen, weinen, schweigen. Es sind keine Begegnungen, sondern immer wieder auch Kraft- und Phönixmomente. Danke dafür.

 

Stephanies Bilder sind eine Kraftquelle der besonderen Art.

Bist du im neuen Kurs mit dabei?

Jahresende ist auch Terminplanung und Orga. Vieles will festgezurrt werden, Anfragen von Firmen gehen oft Monate im Voraus ein. Planung schafft eine gewisse Sicherheit, wobei natürlich niemand weiß, was im November 2026 sein wird. Planungen sind einfach best case-Wunschzettel.

Am Dienstag werden wir uns in der Alten Synagoge in Kitzingen im Foyer mit dem wunderbaren Thema „Licht in dunklen Zeiten“ befassen, keine Anmeldung notwendig, Abendkasse, Beginn 19 Uhr. Um das innere Licht, um Einmittung, Ruhe und Kraftschöpfen geht es auch im Stärke-Seminar, das online am 6. 12. startet und Alltagsübungen mit Bewegungen verbindet. Wer gern mitgehen mag, kann sich hier anmelden https://www.seelengarten-krokauer.de/aktuelles/#staerke

Gerade fallen die ersten Schneeflocken vom Himmel, hier oben weht ein eisiger Wind. Mögen alle, die daußen unterwegs sind, gut und sicher da hinkommen, wo sie hinkommen wollen. Nehmen wir auf vielen Ebenen den Fuß vom Gas und schauen, ob wir auf der Straße unterwegs sind, auf der wir gerade wirklich, mit ganzem Herzen, sein wollen. Einen fröhlichen Jupitertag für dich.

 

Nicht jede Rosenblüte wird sich in diesem Jahr noch öffnen.

Krass

Die Themen in der Praxis sind diese Woche erstaunlich. Gleich mehrfach geht es um den jede Vorstellung übersteigenden Verlust von Kindern, um Entscheidungen, die getroffen werden müssen, denen ethisch-moralische Konflikte zugrunde liegen, um Beenden von langjährigen Freundschaften. Der Umgang mit Verlust, Tod und Trauer ist schwer, da gibt es keine einfache Lösung, sondern ein stilles Raumhalten, Begleiten und Halten von Schmerz.

Vorgestern fragt eine Kollegin: „Wie gehst du denn mit dem um, was derzeit alles so los ist? Ich muss viel mehr Pausen einlegen.“ Das kann ich gut nachvollziehen, November ist oft ein Monat, in dem sich Müdigkeit und Erschöpfung vom Jahr bemerkbar machen. Ich habe festgestellt, dass Pflege enorm erdet. Wenn ich meinem Bruder die Zähne putze, ihn rasiere, wasche, wickle, schaue, dass er trinkt und sich beim Essen nicht verschluckt bin ich extrem präsent, sonst endet es im Chaos. Dieses permanente „Hier-und-Jetzt-Training“, so anstrengend es ist, hat das Potential, alles Dramatische herunterzubrechen auf basale Dinge. Das ist hilfreich für Tage, an denen ich an meine Grenzen stoße.

Farbhüllen

Pflanzenfarben wirken unglaublich hüllend. Treppenhäuser sind nicht unbedingt ein Ort, an dem man sich behütet fühlen mag. Am Goetheanum in Dornach ist das anders.

Psychoaktive Tage

Vor vier Wochen war ich im Schweigeretreat. Was ist geblieben? Erkenntnisse daraus sind psychoaktiv, entfalten weiter Wirkung. Ich lausche achtsam, nehme intensiv wahr und stelle die Tendenz fest, dass wir Menschen gern demontieren. Ob das Menschen in der Öffentlichkeit sind, in unserem Umfeld, ganze Völker. Eine Sache, die uns nicht passt, schon kommt alles in die Schachtel „persona non grata“. Dabei missachten wir Zusammenhänge, aus denen Äußerungen herausgenommen werden, Geschichten, die hinter Worten stecken und unbekannt sind und vieles mehr. Selbstverständlich ist eine klare Stellungnahme, eine deutliche Haltung absolut wichtig, wenn jemand sich vergaloppiert, wehret den Anfängen.

Wunsch in Bezug auf Haltung: Ich habe einen eigenen Standpunkt und kann mich auch in andere hineinversetzen, nicht nur emotional, sondern auch mit klarem Verstand, was wir mit Schaulogik bezeichnen. Ich habe Werte. Ich lausche mit Herz und Ohren und nehme wahr, was hinter Worten steckt. Ich erforsche mich und kann ruhig mein Statement abgeben, weshalb ich so oder so denke und handle. Ich kann klar adressieren und benennen, wenn mir etwas auffällt, als Frage formulieren, wie die andere Person das sieht. Möglicherweise lerne ich viel aus dieser Antwort über meine eigenen Aufgaben. Haltung ist, was mich hält – nicht einengt, nicht dichtmacht, sondern trägt, wenn es schwierig wird. Haltung bewährt sich nicht im Sonnenschein, sondern in der Rushhour des oft quirligen Alltags. Einen kraftvollen Marstag für dich heute!

Haltung statt Worten

Kein Ansatz, der sich auf Wissen, auf Training, auf die Annahme irgendeiner Lehre verlässt, kann auf Dauer von Nutzen sein. Haltung ist entscheidend, nicht Worte.

Carl R. Rogers

Ita Wegmans Büste in der Klinik Arlesheim. Auch sie ein Mensch mit (mich) beeindruckender Haltung im Leben.

Kurz eskaliert

Intensive Beschäftigung am Wochenende im Seminar mit Ken Wilbers integralen Gedanken. Kurz der Moment, in dem ich dachte „Wäre schön, wenn ich nur das jetzt als Thema hätte heute“. Mein Leben integriert viele Dinge – Pflege ist 24/7, an diesem Wochenende gab es Haushaltsaufgaben, Besprechungen verschiedener Art, Beantwortung von Anfragen, die letzten Arbeiten im Garten für das Jahr, Suche nach der Schneeschaufel zur Sicherheit und Vorbereitung der Woche neben Bügelwäsche und Flickarbeiten, die hier auch ständig anfallen. Der Gemahl findet eine Liste aus 2020, als wir unsere jährliche Zukunftsplanung gemacht haben für alle Lebensbereiche. Er legt es mir vor wegen meiner persönlichen Planung. Kurze Eskalation meinerseits. Die Lebensrealität eines Menschen, der pflegt und selbstständig ist, sieht anders aus als damals, als ich keinen Pflegefall hatte. Davon abgesehen hat sich unser Leben wie das aller anderen seit der Pandemie massiv verändert, was davor als Ideen für die Zukunft im Raum stand, ist heute obsolet. Spannend daran war in jedem Fall, wie krass sich Leben in kurzer Zeit auf vielerlei Ebenen verändern kann. Und ich denke, wir alle werden massivere Veränderungen in den nächsten Jahren erleben als wir uns das heute vorstellen. Daher Motto der Stunde: Gleichgewicht anpeilen, egal wie stark der Boden schwankt. Darauf eine Tasse grünen Tee.

 

Maike hat das wundervolle Bild in den Bergen gemacht. Lieben Dank dafür!