Auf dem Weg zur Rittertugend

Parzival – im 12. Jahrhundert entstanden, ist ein Text, der bis heute fasziniert. Wolfram von Eschenbach schrieb dieses Werk über die facettenreiche Entwicklung des jungen Parzival auf der Suche nach dem Gral vermutlich auf der Burg Wertheim, eine mächtige Höhenburg auf einem Felsen zwischen Main und Tauber, 1183 erstmals urkundlich erwähnt und im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Wolfram von Eschenbach war mit den Wertheimer Grafen eng verbunden. Die Niederschrift, die zwischen 1200 und 1210 vermutet wird, entstand zur Regierungszeit von Graf Poppo II., der sich sehr für den Minnesang interessierte. von Eschenbahn war Lehnsmann der Wertheimer Grafen.

Parzival – ein Junge, der vom Rittertum fasziniert ist, trifft als sehr junger Mensch eine tragische Entscheidung. Er nimmt an einem Mahl auf der Burg Mont Sauvage teil und erkennt, dass König Anfortas schwer leidet, doch aus Höflichkeit und Respekt wagt er ihn nicht nach dem Grund seines Leidens zu fragen. Das stößt den König zurück in sein Leid und schickt Parzival auf einen sehr langen Weg zu einem der berühmtesten Ritter seiner Zeit auf der Suche nach dem Heiligen Gral, den er bei König Anfortas gesehen hat. Wolfram von Eschenbachs Werk schildert Rittertugenden, Ehrenkodex und die Entwicklung eines Jungen zum Mann, der für Werte, Ehre und ein tiefes Herzensziel kämpft.

Parzival ist die Vorlage vieler Ritterwerke, die die Menschen bis heute faszinieren. Was ist daran so faszinierend? Vielleicht die Tatsache, dass Menschen fehlbar sind und sich einen Kodex an Werten erschaffen, der ihnen als Richtschnur für ihr Handeln dient. Es ist eine Absprache, die das Leben erleichtert, denn wer einem Wertekodex folgt, hat Orientierung.

Nur wenige Menschen befassen sich mit Werten und erkennen nicht, dass sie in ihrem Alltag sehr viel Energie verlieren, ohne zu wissen, warum, weil gegen ihre Werte verstoßen wird oder Bedürfnisse nicht erkannt werden. Das kostet uns viel Kraft, ohne dass wir das merken.

Wer ohne Werte lebt, hat kaum Orientierung, wird schnell Opfer der schnelllebigen Zeit und ihrer Macht, alles zu überrollen, ist rasch getriggert und weiß nicht, was seine Angst auslöst. Werte geben Halt, Sicherheit und innere Ruhe. Sie ermöglichen ein Zusammenleben auf einer anderen Ebene, denn Menschen mit Werten lassen sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen.

Welchen Werten folgst du? Was würdest du in deinen persönlichen Ehrenkodex aufnehmen, nach dem du lebst und der dir auf deiner Reise durch das Leben Halt und Orientierung geben kann?

Ich wünsche dir einen wert-vollen Tag. Danke an Stephanie für das Foto der Straße, die zum Spitzen Turm in Wertheim führt. In genau dieser Häuserreihe befand sich vor Jahrzehnten die Redaktion der Fränkischen Nachrichten, der Zeitung, bei der ich meine Ausbildung zur Zeitungsredakteurin gemacht habe. Ein Jahr lang, 1983, arbeitete ich in einem der Häuser mit Blick aufs Wasser, einmal mit totaler Überschwemmung. Dort vor den Fenstern fand das berühmte Fischerstechen statt, ein Spektakel einmal im Jahr, das Glasmuseum war nicht weit entfernt und die Innenstadt.

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