
Zerbröselt – das ist das Wort, wenn Dinge in winzig kleine Stücke zerbrechen. Blicke ich in die Welt, zerbröseln alte Systeme. Zerfallen Unternehmen in unkittbare Teile, tragen Wahrheiten nicht mehr länger, weil sie zu verbogen sind. Tapfere Menschen halten Systeme aufrecht durch freiwillige Mehrarbeit, längere Schichten und anderes, damit dieser Teil ihrer Welt nicht auch kollabiert. Wenn nicht mehr allzu viel trägt, was wäre dann ein guter Weg?
Anerkennung, dass viele getan haben, was möglich war. Jeden Tag stehen eine Menge Menschen auf und leisten Großartiges. Wesentlich mehr als sie müssten, weil sie über ihre Grenzen gehen aus vielerlei Gründen. Manche aus brutaler Kindheitsprägung, andere aus Liebe, wieder andere, weil sie die Hoffnung auf ein Wiedererholen nicht aufgeben wollen.
Genaue Analyse: Was trägt noch, was nicht mehr? Braucht es dies und jenes wirklich, oder hat es ausgedient und man darf es dankbar für das Gewesene zur Seite legen?
Welche neuen Wege brauchen wir und wie können wir sie gemeinsam gestalten?
Die Brösel mit viel Kitt zusammenkleben und hoffen, auf dieses Fundament ein Hochhaus stellen zu können, ist gefährlich und wenig ratsam. Manchmal braucht es einen klaren Blick, um in die Zukunft mitzunehmen, was gut ist und trägt und gemeinsam auf gute und wertschätzende Weise zu verändern, was not-wendig ist. Das erfordert Mut, Entwickeln von Ideen und Prototypen, die Gelassenheit, dass nichts perfekt ist und sich alles stets verändert. Das muss nicht nur schlecht sein und Zukunft ist nicht per se gut, weil sie noch nicht mit Vergangenheit zugedeckt wurde.
Allen heute einen Wochenteilungstag mit der Kraft, sich anzuschauen: was trägt in meinem Leben gut? Was nicht mehr? Was wäre denn ein guter Umgang damit? Was kann ich alleine und wo wäre ein gemeinsames Handeln der bessere Plan?
Bei guter Pflasterung kann man leichter Höhenmeter machen. Anne hat das Bild in Kopenhagen gemacht. Danke.
