Was ist dein Beitrag für die Zukunft?

Im Augenblick befasst sich mein Gehirn mit einigen neuen Projekten, die sich aus den Erfahrungen von 2020 ergeben. Wir werden Menschen im neuen Jahr brauchen, die mutig sind. Die sich bestmöglichst aufstellen, ausbilden, lernen, weil Zukunft nicht in Quarantäne ist, sondern gestaltet werden mag. Das Jahr hat gezeigt, dass wir einfach weggeweht werden von den Winden der Entwicklung, wenn wir nicht gut in uns ruhen.

Damit wir eine stabile innere Mitte haben, müssen wir wissen, wer wir sind. Die Fähnchen-im-Wind-Nummer erweist sich als sinnfrei. Menschen, die Zukunft gestalten, müssen sich gut kennen, einschätzen können, wer sie sind, wo sie hinwollen, für welche Werte sie stehen und wie man kommuniziert auf eine neue Art und Weise, nicht im Befehlston, nicht im Genöle, nicht mit fehlender Wertschätzung oder dem bei uns üblichen Gejammer und Geklage. Der neue Mensch bildet sich stets weiter, er arbeitet an sich, er kennt seine Schattenanteile und fördert den Sonnenteil, er ist liebevoll und liebt, er hat Werte. Respekt, Wertschätzung, Authentizität sind seine Grundhaltungen. Er kann sein Gehirn benutzen, anstatt dass er sich instrumentalisieren lässt, von wem oder was auch immer.

Wir erleben derzeit viele extreme Haltungen. Ich nehme sie wahr, um nachzudenken, denn Extreme bilden so etwas wie Koordinaten, dazwischen findet sich meist ein Weg. Viele denken nach wie vor von der Hand in den Mund. Anders denken bedeutet, sich von der Zukunft her führen zu lassen. Was wird in fünf, zehn, zwanzig Jahren für die Welt wichtig sein? Wie gelingt Leben zwischen Corona und Kurzarbeit, schwindenden Perspektiven und gewaltigen Herausforderungen auf der anderen Seite?

2020 zeigt das Ende einer Zeit an. Die Pandemie ist eine Art Brandbeschleuniger für Entwicklungen, die sich seit Jahren abzeichnen, oft schon länger. Es geht eine Ära des Nehmens zu Ende. Eine Zeit, in der bestimmte Menschen, Länder, Völker dachten, dass ihnen alles zusteht. Es geht eine Zeit des Ausnutzens zu Ende, eine Zeit, in der wir genommen haben ohne zu überlegen, ob wir das dürfen. In der wir konsumiert und weggeworfen, missachtet, erodiert, inflationiert und gedemütigt haben, uns selbst und andere. Werte und Wissen wurden ignoriert, soziale Ideen verachtet und der Egozentrik Altäre gebaut. Nun begreifen wir, dass der Egozentriker im Frost der Pandemieeinsamkeit stirbt, weil Nähe unabdingbar ist. Damit meine ich nicht, dass wir aufeinanderkleben, damit meine ich innere Nähe, die aus dem Herzen kommt. Die Liebe, die wärmt, die den Kleinen groß werden lässt, die gönnt und mitfreut, nicht missgönnt und gierig starrt.

Es ist gut, wenn wir aufgerüttelt werden. Es ist gut, wenn wir nachdenken, wer wir sind und wie weit wir weg sind vom Bild des „guten Menschen“, der die Erde als guten Ort zurücklässt nach seiner Stippvisite auf dem Planeten. Im Frühjahr erinnerten wir uns an Worte wie Nächstenliebe, Mitmenschlichkeit, Achtsamkeit, Miteinander, Gemeinschaft. Wir haben es damit in diesem Jahr weit gebracht (* Ironie *). Es wird Zeit, sich selbst im Spiegel ehrlich zu betrachten, um gemeinsam mit den anderen Milliarden Erdbewohnern der Sorte Mensch an einem einzigen großen Tisch Zukunft zu gestalten. Dazu brauchen wir Menschen, die klug sind – im Herzen und im Kopf. Die einen gesunden Menschenverstand pflegen und anpacken können. Die lieben und engagiert sind, weil sie zu einer Zeit geboren sind, in der es auf jeden Einzelnen ankommt. Wenn du schon entschieden hast, jetzt zu leben – dann lebe auch und bringe dich ein.

Es KOMMT auf jeden Einzelnen an. Die Welt braucht DICH. Als liebenden Menschen, in deiner Ganzheit. In deiner Liebe, deiner Freude und deiner Authentizität. Sei dabei. Was ist DEIN Beitrag für die Zukunft?

Allen ein nachdenkliches Wochenende und viel Spaß am ersten Advent.

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