Warum Anstrengungen nötig sind

Anstrengungen! Allein das Wort löst Abwehr aus. Zu anstrengend. Wir hätten gern alles auf dem Silbertablett.

Das kleine Kind, das mit Mühe und zig Fehlversuchen stolz die ersten Schritte geht, hat sich gern angestrengt. Das Kind, das mit herausgespitzter Zunge die ersten Buchstaben malt, Worte zusammensetzt und erkennt, dass es lesen kann, radschlagen, auf Bäume klettern – es strengt sich gern an, weil es sieht, dass es etwas erreicht, Grenzen sprengt, die vorher bestanden.

Grit ist der Belag auf der Tartanbahn, der uns schneller macht. Grit bedeutet heute für uns Ausdauer entwickeln. Dranbleiben. Sich durchbeißen. Wir sind ein Volk von Aufgebern. Wenn etwas Mühe macht, winken wir ab, dabei macht erfolgreiche Anstrengung sehr stolz, zufrieden und glücklich, wenn wir etwas erreicht haben, was vorher nicht möglich schien.

Use it or loose it, heißt es in der Biologie. Wenn wir weder Muckis noch Hirn nutzen, baut sich alles ab. Das sehen wir gerade. Das Handy ist unser Suchtmoment. An diesem Wischkasten hängen wir, verbeugen uns vor ihm und schenken ihm unsere Aufmerksamkeit. Wie wäre es mit Natur – da draußen ist die Grafik ganz gut. Wie wäre es mit Bewegung – damit wir gesund müde werden anstatt ausgelaugt vom Angsthaben?

Ich strenge mich gern an. Manchmal erfolgreich, manchmal klappt es nicht. Nun, auch ich habe nicht mit drei Versuchen laufen und lesen gelernt, warum sollte es mit anderen Dingen anders laufen? Hab Mut, Dinge viele Male zu probieren. Mit jedem Scheitern wirst du besser. Im schlimmsten Fall im Scheitern. Dann machst du eben den Master of Desaster. Oder: du bist lebendig.

 

Allen einen freundlichen Dienstag.

 

Frost hat den Efeu in glitzernde Wunder verwandelt. Beate hat das entdeckt. Danke!

 

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