Unsere neue Welt

Jupitertag! Hurra! Mein Lieblingswochentag. Sehr spannende Begegnungen stehen heute auf dem Tagesplan und am Abend noch Übgruppe in unserer Fortbildung, wir werden also erfüllte Stunden haben.

 

Ich bin sehr beeindruckt von den bisherigen Terminen in dieser Woche. Sehr viele Menschen sind inzwischen am Limit angelangt – sie haben keine Perspektiven mehr, die sie zur Ermutigung aus dem Zukunftsköcher ziehen können. Wenn Kriege Explosionen sind, sind Situationen wie diese wie Implosionen. Sie verursachen keinen Schaden im sichtbaren Außen, sondern in den Seelen der Menschen. Ob das nun Kinder und Jugendliche sind, die massive Probleme mit der Schule, den fehlenden Sozialkontakten, der Ausgrenzung haben (denken wir nur an die Anfänge der Pandemie mit Fernbleiben von Großeltern, keine Freunde mehr zum Spielen mehr um sich haben dürfen, die absurde Idee, ein krankes Kind in der eigenen Wohnung zu isolieren, was zu einer krassen Ausgrenzung und mobbingähnlichem Verhalten führte) oder Erwachsene, die verzweifelt seit Monaten versuchen, Partner kennen zu lernen oder ihre eigene berufliche Zukunft abzusichern – es knallt an allen Ecken und Enden. Orientierungslosigkeit entsteht so sehr rasch.

Ich kann es nur wiederholen: Wir stehen in feurigen Zeiten. Der Quantensprung auf ein anderes Level menschlicher Existenz auf diesem Planeten ist dran oder Rückschritt auf vorige Stufen, weil er nicht geschafft wird. Das meine ich wertungsfrei, manchmal muss man erstmal noch zurücktreten, um Kraft zu sammeln und Schwung zu holen. Das Problem ist, dass wir seit Jahren weltweit rumdümpeln, die Probleme stets unter die Teppiche gekehrt und immer schlechter kommuniziert haben. Es ist für den Planeten zu spät für Rückschritt und Schwung holen. Jetzt braucht es Vertrauen, dass wir das nächste Level schaffen! Was bedeutet das?

Zuerst brauchen wir für die Kinder und Jugendlichen schnell geregelte Tagesabläufe. Wir brauchen eine vollkommene Erneuerung des Schulsystems, es gibt genug Ideen. Lehren wir an den Schulen Glück, Würde, Eigenverantwortung, Kulturtechniken, erweitern wir den Lehrplan auf handwerkliches tun, auf Gemüseanbau und Verantwortungsgefühl für die eigene Gesundheit, weiten wir den Blick auf das, was der Planet in Zukunft für Menschen braucht: Leute, die vernetzt sind, die eigenständig denken können, stabile Werte haben, einer Ethik folgen und den Machthunger und die Geldgier unserer Zeit überwunden haben, weil es darum geht ein ERFÜLLTES Leben zu leben, keines mit „schneller, höher, weiter“ und „alles meins“.

Dann brauchen wir ein Neudenken der Arbeit. Vielleicht ist ein Grundeinkommen ein guter Anfang und jeder fragt sich – gehört schon als Lehrfach in der Schule dazu – welches Potential er entwickeln und der Welt dienend zur Verfügung stellen kann. Wer kann was besonders gut und wie kann er da auch Arbeit finden? Wo braucht es welche Idee?

Alles ist neu zu denken und zu gestalten. Aus dem Gesundheitssystem muss ein System heraus entwickelt werden, das Menschen in Eigenverantwortung auf Basis einer ausgezeichneten Grundversorgung bringt. Gesundheit hat viele Gesichter: körperliche, seelische und geistige Aspekte. Bringen wir uns wieder bei, für alle Bereiche gut zu sorgen und im Krankheitsfall auf bestens ausgebildete Ärzte, Pfleger und Fachpersonal zu treffen, die ganzheitlich schauen und unterstützen.

Holen wir alte Menschen in die Mitte der Gesellschaft, fördern wir generationenübergreifende Projekte und ziehen wir auch wenn gewünscht Singles mit Familienanschlusswunsch mitten hinein – Eltern auf Zeit unterstützen Eltern, die alleinerziehend am Limit sind. Wer gut kochen und liebevoll sorgen kann, mache das –  die anderen sorgen für den Rest. Jeder gebe sein Bestes und achte auf seinen Nächsten. Jeder Einzelne zählt mit seinen Talenten und seinem Können, seinem Herz, seinem Lachen, seinem Strahlen.

Was wir im Moment in den Praxen leisten, ist Überbrückung von Notfällen und der Versuch, Perspektiven zu eröffnen, oft genug vereitelt durch die nächsten Pressemeldungen, die das Gegenteil erlebbar machen. Und trotzdem – ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir es gut schaffen. Dass das Leben Sinn macht. Dass jeder Einzelne zählt und wichtig ist. Das Liebe die Grundlage allen Seins ist und jeder von uns die Macht und die Kraft hat, sich selbst bestmöglich in die Welt zu stellen.

Hey – wer bist du? Was kannst du? Welches Licht stellst du auf den Scheffel, um die Welt hell und schön werden zu lassen? Danke!

 

Auch dieses tolle Foto verdanken wir Steffi!!

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