Meisterschaft erlangen

Den Grund für die Zukunft bereiten wir mit jedem Gedanken, den wir denken. Oft genug denken wir Gedanken aus der Vergangenheit und wiederholen sie unreflektiert. Wir wundern uns dann, dass wir immer die gleichen unbefriedigenden Resultate erhalten, in ähnliche Situationen immer wieder geraten, ähnliche Partnerprobleme wieder aufführen. Wer mit den gleichen Vorgehensweisen andere Resultate erwartet, könnte einem Irrtum unterliegen, oder?

Zukunftsgedanken können auch Träume sein. Wir sehen uns in einer idealen Zukunft, schön, erfolgreich, was immer sich jemand auch wünschen mag. Wir holen uns Anregungen in der virtuellen Welt, die wir für die Realität halten und wo wir uns aufputschen – so wird es sein! Ich werde das und das erreicht haben! Eines Tages kommt er, der Erfolg, das Lebensglück, was immer.

Achtung, Spoileralarm! Erfolg kommt nicht über Nacht. Er ist das Ergebnis von kleinen Handlungen, die wir über einen vielleicht auch langen Zeitraum immer wieder tun. Ein asiatischer Kampfsportler hat jede Bewegung Tausende von Malen geübt, bis er sie vollkommen beherrscht hat. Dann übt er andere Bewegungen und wiederholt die, die er meisterlich vollbringen kann, damit er die Meisterschaft behält. Er steht auf der Übungsmatte und trainiert, weil er weiß, dass er nur dann richtig gut ist, wenn er nicht mehr nachdenken muss über etwas, sondern das in Fleisch und Blut übergegangen ist. Dann kann man spielen mit dem, was kommt.

Erfolg ist das, was ich mir langsam und in kleinen Schritten aufbaue. Der schnelle Erfolg, das one hit wonder, verpufft so schnell wie es erschienen ist, es ist eine Sternschnuppe: Vier Wochen Stern, dann schnuppe. Sein Leben erfolgreich meistern bedeutet – üben, üben, üben. Lernen, korrigieren, annehmen, wenn ein Meister etwas sagt, wie man es besser machen kann. Ewig sind wir Lernende, Übende. Wer weiß, wo es dich hinführen kann, wenn du jeden Tag etwas für deine Herzensangelegenheit tust. Jeden Tag etwas üben führt zu Meisterschaft.  Das ist wenig glamourös, wenig vorzeigbar und wenig als große reißerische Story geeignet. Stellt euch die Überschrift vor: „Schwimm-Olympiasieger gesteht: Für meinen Erfolg musste ich jeden Tag meine Runden im Becken drehen!“ Das will keiner lesen. Und dennoch ist es der einzige Weg, wie man es zur Meisterschaft bringt. Im Kleinen, im stillen Kämmerlein, unbesehen und unbeachtet vom Rest der Glanz-und-Gloria-Scheinwelt trainieren. Warum? Weil Meisterschaft  in etwas ein gutes Ziel ist. Und weil wir wissen, dass wir nur dann dauerhaft unsere Arbeit gut machen können, wenn wir bereit sind, jeden Tag die Übungsmatte zu betreten. Ohne Siegerarroganz. Ohne Duckmäusertum. Wir üben einfach. Nicht mehr, nicht weniger. Und schauen, dass  wir das Ziel nicht aus dem Auge verlieren.

Allen einen übungsfreudigen Merkurtag.

 

Der Baum in diesen Tagen. Danke, Steffi!

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