Gleichgewichts-Sinn

Der Gleichgewichtssinn

Das Labyrinth im Innenohr sorgt dafür, dass wir immer wissen, wie unser Körper im Raum ist. Der Unterschied zum Eigenbewegungssinn ist der, dass der Gleichgewichtssinn auf unsere Raumlage wie aus einer Metaebene blickt, während der Eigenbewegungssinn „von innen heraus“ schaut.

Beide Sinne sind eng miteinander verflochten. Der Gleichgewichtssinn wird uns bewusst, wenn unser Innenohr erkrankt und wir Schwindel haben. Dann fällt es uns sehr schwer, unsere Lage im Raum noch richtig einzuschätzen, wir haben Angst zu stürzen, zu fallen, alles dreht sich um uns herum. Wir werden fast handlungsunfähig. Wir bemerken ihn auch, wenn wir stolpern und stürzen – sofort wird eine ganze Reihe von Reflexen ausgelöst, damit wir nicht schmerzhaft fallen.

Wir meinen, dass wir unser Gleichgewicht gut halten können. Aber: das können wir nur auf der Erde. Woanders, z.B. auf dem Mond, müssten wir uns komplett umorientieren, weil da die Schwerkraftverhältnisse anders sind. Das Kleinkind muss erst lernen, seinen Körper in das Schwerkraftfeld der Erde hineinzustellen. Mit dem Gleichgewichtssinn kommt man in die Außenwelt hinein. Wir brauchen die feste Erde, um das Gleichgewicht halten zu können.

Nietzsche hat das so umschrieben: „Glattes Eis – ein Paradeis für den, der gut zu tanzen weiß.“ Oder Goethe: „Wär nicht das Labyrinth ein Bild der Raumeskräfte, wie könnten wir das Gleichgewicht im Leib erleben?“

Mit dem Gleichgewichtssinn erleben wir Ausgleich, Selbstvertrauen, Ruhepunkte, Gleichgewicht. Alles, was das Gleichgewicht fördert, hilft uns sehr: Bewegen, Bewegen, Bewegen und Anstreben eines inneren Gleichgewichts (Balance, Meditation, zur Ruhe kommen, Achtsamkeit). Verkümmert dieser Sinn, brechen sich Depression, Lebensüberdruss, innere Zerrissenheit und Ruhelosigkeit, innere Unruhe und Resignation leichter Bahn.

 

Danke an Stephanie für dieses Traumfoto.

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