Freitags-Nachdenk-Input

 

Viele Menschen berichten mir, dass sie sich nach Sicherheit und Schutz in diesen Zeiten sehnen. Es gibt nur zwei Sicherheiten. Alles, was lebt stirbt, nichts bleibt wie es ist, weil alles im Wandel ist. Schutz – die einen bauen dicke Mauern und Bunker, die anderen wissen, dass auch das nur gegen bestimmte Dinge helfen kann. Unser größter Feind ist kein Virus, keine Kündigung, kein irgendwas im Außen, sondern unsere Angst im Herzen. Angst macht Menschen schneller und intensiver krank und hoffnungslos als alles andere.

Angst und Enge hängen vom Wortstamm her zusammen. Angst lässt uns zusammenfahren, -zucken, wir atmen flach und bringen so weniger Sauerstoff ins Gehirn. Bei Angst läuft unser ganzer steinzeitlicher Mechanismus ab, den wir als „Fight or Flight-Reaktion“ kennen. Bei Gefahr werden jede Menge Botenstoffe im Gehirn ausgeschüttet, die unsere Muskeln anspannen, das Immunsystem runterfahren, weil grad Wichtigeres zu tun ist, unsere Gerinnung erhöhen, falls wir verletzt werden, unsere Augen suchen nach einem Baum, um uns zu retten oder nach Schwachstellen im Gegner, der uns töten will, die Leber wirft Zucker ins Blut, damit wir genügend Energie für den Überlebenskampf haben. Und das gleichgültig, ob wir wirklich in Lebensgefahr sind, der Chef uns einbestellt oder wir Angst vor der Zukunft haben. Wenn die Botschaft „Gefahr“ im präfrontalen Kortex eingetrudelt ist, meinen unsere Mandelkerne, die Amigdalae, von denen wir in jeder Hirnhälfte eine haben, sie müssten Party feiern.

Angst gehört zum Leben dazu, sie schützt und rettet uns. Was wir aber in diesen Wochen mit uns treiben, ist nicht Angst, sondern ein Angriff gegen uns selbst. Was tun? Erstmal immer nur tief atmen. Wer im Brustkorb eng wird, braucht Weite. Arme ausbreiten, atmen, am allerbesten gelingt das im Wald, denn die Luft dort ist Medizin für Nerven und Sinne. Bewegen ist die einzige Chance, den im Körper gebunkerten Stress abzubauen. Also mehr bewegen! Das Richtige essen und nicht mit Kohlenhydraten und koffeinhaltigem Gedöns im Übermaß die Nerven strapazieren, den Zellzwischenraum zumüllen und das Gewebe fein übersäuern.

Lachen ist Zähneputzen für die Seele. Freude bringt die Energie, die Zuversicht im Gepäck hat. Sinn in dem zu sehen, was wir tun, ist die Basis. Wenn wir unser Tun als sinnlos erachten, wird es Zeit, den Sinn zu suchen, ehe wir zugrunde gehen.

Entweder lernen wir also, unsere Arbeit, die wir haben, zu lieben oder wir wechseln das Feld. Es gibt keinen Grund, vor der Zukunft Angst zu haben. Aus Angst fällen wir keine guten Entscheidungen. In der Angst fühlen wir uns nicht wohl. Berechtigt ist, gut hinzuschauen und nachzudenken. Aber permanent von einer Panik in die nächste zu fallen, zu fürchten, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt – das kann man machen, muss man aber nicht. Bedenken wir stets, dass wir sehr viel selbst tun können in jeder Lebenslage. Und wenn wir uns nur an einen geschützten Ort denken und dort auftanken. Wer nicht weiß, wie das geht, kann gern die geführte Meditation nutzen, hier der Link https://www.seelengarten-krokauer.de/klienteninfo/#geschuetzter-ort

Es ist Zeit, um gut hinzuschauen, was trägt und was nicht mehr taugt. Es gilt, sich als Persönlichkeit zu entwickeln, zu positionieren, seine Stärke zu entwickeln und Mut zu schöpfen, Zukunft gut zu gestalten. Angst macht aus Menschen eine Masse, die nach einem Erlöser ruft. Der Blick in die Geschichte zeigt, dass das nur begrenzt hilfreich war. Die hilfreichste Hand befindet sich am Ende des eigenen Arms und wie man sie nutzt – das kannst du lernen. Mach dich auf, fasse Mut und entdecke die Kraft in dir. Außerhalb wirst du sie kaum finden.

Allen einen liebevollen Venustag.

Danke an Ursula für das Foto!

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