Donnerstags-Nachdenk-Input

Wunder – viele Worte in unserer Sprache sind mit Wundern verbunden. Verwunderlich, wunderbar, wundersam, wunderschön – sie enthalten eine innere Geste des Überraschtseins, des Staunens über das, was möglich ist, was geschieht, was man erleben kann. Die Welt ist voller Wunder für den, der Herzaugen hat.

Es regnet, das freut mich immer sehr. Regen ist so hilfreich für unsere leeren Grundwasserspeicher. Alles kann besser wachsen, wenn die Speicher voll sind. Dazu darf es noch einiges regnen, solange die Temperaturen nicht in den Frostbereich abrutschen, sind unsere blühenden Bäume nicht in Gefahr.

Es sind wundersame Tage, diese Tage. Warten auf OP-Termine, daneben auf einmal, unverhofft, zig andere Arzttermine, weil eben nicht nur ein Familienmitglied krank ist, sondern mehrere, wenn schon, denn schon. Da lesen sich Tagesbilanzen dann so: Knie punktiert mit Riesenmenge Flüssigkeit und Verdacht auf Keime bei Arzt A, Blutentnahme für Tests bei Arzt B, Termin MRT vereinbart bei Arzt C via Arzt D, warten auf Anruf von Arzt E und Klinik F. Godot ist zuverlässiger. Und nein, nicht mal für eine Überweisung muss man stundenlang an Tresen stehen. Nie. Never. Höchstens Minuten. Viele halt.

Ungewissheit können wir Menschen schwer aushalten, sie drückt und belastet uns. Andererseits trudeln mehrere Todesnachrichten ein von Menschen im Umfeld, was bei den Patienten Unwohlsein auslöst, denn „die sind ja jünger“ und schon werden daraus negative Omen. Mir ist daran aufgefallen, wie schnell wir Verbindungsketten ziehen, wenn es uns nicht gut geht und welche fatalen Muster daraus entstehen können.

Andererseits kommen Karten mit der Post an wie gestern die zauberhafte Lilo, heute eine Karte nach einem Vortrag in Kitzingen, da hat mir eine liebe Zuhörerin einen Kommentar aus der „Zeit“ ausgeschnitten zum Thema Kindergarten, weil wir darüber sprachen. Einfach so, unverhofft, kommen dann die berühmten Freuerle an.

Alle Systeme sind an Ausgleich interessiert. Genau das fällt mir an solchen Tagen einfach immer wieder auf. Und genau das finde ich wunder-bar.

Allen einen guten Donnerstag. Ohne Wartezeiten. Ohne schlechte Nachrichten. Mit ganz viel Freuerles.

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