Dienstags-Nachdenk-Input

 

Wertschätzung, Respekt, Empathie, Authentizität gefällig? Zu wenig davon im Leben? Das lässt sich sehr einfach ändern. Wir haben den Kursstart des Rogerskurses auf 14. 10. verlegt, weil viele Ende September schon ausgebucht waren und hoffen, dass euch das entgegenkommt (dafür ist der fehlende Tag im April 2019 angehängt, siehe Homepage mit Terminen). Carl Rogers hat genau diese Werte in die Arbeit mit seinen Klienten eingeführt und ich glaube, daran mangelt es bei vielen Menschen. Sechs Sonntage gibt es nun die Gelegenheit, sich mit dem Leben, der Arbeit und diesen Werten auseinanderzusetzen, in Theorie und vor allem vielen praktischen Übungen. Offen für Therapeuten, aber auch für alle, die Wertschätzung, Respekt, Selbstachtung und vieles mehr in ihr eigenes Leben hineintragen möchten. Wer mit dabei sein will, bitte anmelden. Infos auf der Seite.

Gleiches gilt für unseren Wickelkurs am 3. 10. von 9 bis 16 Uhr. Wickel und Auflagen sind uralte Hausmittel und sehr wirksam. Sie wirken nicht nur durch die Wärme/Kälte des Wickels oder das, womit der Wickel getränkt werden kann, sondern auch durch die Zuwendung, die der kranke und erschöpfte Mensch durch den Wickelnden erfahren darf. Wie, womit und wie lange gewickelt wird, werden wir an diesem Tag erfahren. Warum sollten wir nicht mit einfachen Mitteln versuchen, uns und unseren Lieben selbst zu helfen? Einfach anmelden, es gibt noch freie Plätze.

Manfred Spitzer, der bekannte Forscher, hat ein Buch mit dem Titel Einsamkeit veröffentlicht. Einsamkeit ist das Wort, das in vielen therapeutischen Settings genannt wird. Einsam sein, alleine sein bedeutet, nicht verbunden zu sein. Vielleicht per Internet enorm vernetzt, aber eben nicht durch Herzensverbindungen, denn allein solche sind wirklich stärkend und menschengemäß. Wir laufen auf einem massiven Irrweg, wenn wir meinen, das Netz sei etwas Verbindendes.

Und in genau dem Maße, wie wir diese Herzensverbindung nicht mehr aufbauen und uns dadurch in die Einsamkeit treiben, lösen wir uns von einem weiteren ähnlichen Begriff, der Verbindlichkeit. Heute ist alles vage. Es gibt keine klare Zusage, kein klares Ja oder Nein. Alles ist beliebig und hängt von der momentanen Stimmung ab. Ich hab Lust auf Pizza? Online Pizza geordert und 20 Minuten später ist sie geliefert. One click und alles ist auf dem Weg. Sofort, nicht mehr warten können, keine Vorfreude entwickeln und oft auch nicht mal mehr Freude an dem, was geliefert wurde, weil das überreizte System sofort schon das Nächste ordern mag. Und so legen wir uns nicht mehr fest, lassen uns zum Beispiel nicht auf längerdauernde Projekte, Fortbildungen, Verpflichtungen ein, denn wir wollen ja nach Stimmung und Laune alles „spontan“ entscheiden. Wir merken nicht, dass wir nicht spontan entscheiden, sondern Opfer unserer eigenen Orientierungslosigkeit werden. Dass innere Entwicklungen Zeit brauchen, verdrängen wir.

Daher bleibt vieles unfertig. Halbgar. Nicht durchdacht, durchlebt, durchlitten. Und wir wundern uns, dass es uns ganz oft so geht wie Pechmarie im Märchen. Sie hat die Arbeit nicht auf sich genommen. Sie hat das Jahr bei Frau Holle nicht durchlebt, durchlitten, von Heimweh geplagt, im Dienst von anderen stehend. Sie wollte den Gewinn und den hat sie bekommen. Es wird Zeit, dass wir uns wieder einlassen. Auf Beziehungen zu Menschen. Auf wirkliche Kontakte, Herzensverbindungen. Auf langfristige Entwicklungen. Auf Verpflichtungen, die uns auch selbst in die Pflicht nehmen und so auch für Konstanz sorgen. Denn das höre ich am meisten – mir ist langweilig, nix ist verlässlich, keiner hat Zeit. Genau. Weil sich keiner mehr die Zeit nimmt, etwas sorgsam von Anfang bis Ende  durchzuziehen. Bei einer Sache zu bleiben. Und damit auch ein Wunder zu schaffen: wahre Beziehungen aufzubauen.

Wer willst du im Leben sein? Goldmarie? Pechmarie? You decide.

 

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