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Dämmerstunde

Der November ist für viele Menschen ein unfreundlicher Monat, dabei zeigt der Herbst jetzt oft ein schönes Gesicht. Durch die Uhrumstellung sind die Menschen abends früh müde – gut, wenn man dann auch schlafen geht, denn der Körper braucht die Ruhe nach all dem Treiben im Sommer, das uns nach draußen zieht.

Melatonin wird ausgeschüttet, wenn es dämmert. Dem stehen unsere exzessive Nutzung von Medien und unsere Dauerbeleuchtung gegenüber. Welches Geschenk ist die Dämmerstunde, nicht nur in der Geschichte von Herrn Lilienfein von Astrid Lindgren. Dämmerstunde ist eine magische Zeit, wenn die Konturen langsam verwischen. Als Kind war das meine allerliebste Zeit. Auf der Couch sitzen und dem Tag beim Dämmern zusehen ist in mir tief abgespeichert als die „geschenkte blaue Stunde“. Da kein Licht an war, vermutete mich keiner im Wohnzimmer, schon gar nicht auf der Couch. Herrlich! Sie riefen und gaben bald auf, ich genoss die Zeit, in die Ecke der Couch gekuschelt und nahm die Geräusche der Welt wahr wie durch Watte. Mit nichts war das zu vergleichen.

Mögen wir alle solche kleinen Inseln der Auszeiten finden. Vielleicht entdeckt der eine oder andere die Dämmerstunde wieder für sich, mit einer Tasse Tee in der Hand.

 

Gestern war es herrlich draußen, das belegt auch dieses Bild von Stephanie, Danke!

Herbstfarben

 

Es gibt eine Stille des Herbstes bis in die Farben hinein.

Hugo von Hoffmannsthal, 1874–1929

Die Herbstfarben hat Stephanie in diesem Foto zauberschön eingefangen. Danke dafür!

Schnellschnellschnell

Wieder starker Wind. Es weht viel in diesem Jahr, vielleicht müssen wir alle mal gut durchlüftet werden.

Frischer Wind täte manchem Menschen und manchem Unternehmen gut. Die Pandemie hat gezeigt, was nicht gut läuft – und dennoch wird versucht, genau da weiterzumachen, wo wir aufgehört haben. Viele Klient:innen sitzen mir gegenüber und kommen nicht mehr damit zurecht, dass einfach nichts verändert wird, auch wenn es längst viele gute Ideen und Ansätze gibt.

Die Folge ist Fluktuation. Wir haben uns das in allen Bereichen angewöhnt – wir gehen schnell aus Beziehungen (toxische gibt es und dann muss man gehen, das ist nicht der Punkt, doch wo sind wir heute noch bereit, intensiv an einer Beziehung zu arbeiten?). Wir verlassen Freundschaften, wenn Menschen andere Auffassungen haben als wir (das ist herausfordernd. Wenn es Freunde sind, wäre es doch schön, sich die Ansichten darlegen zu lassen, damit man die Haltung verstehen kann oder dann gehen?). Wir verlassen Arbeitsplätze, weil „Obstkorb allein nicht reicht“. Haben wir auch die Gründe klar benannt und uns bemüht, Veränderungen anzustoßen?

Wir geben richtig, richtig schnell auf. Schade. Wo könntest du dranbleiben, weil dir etwas wirklich wichtig ist?

 

Allen einen guten Start in den November.

 

Vermutlich ein heimlicher Eingang zu einer Zwergenstadt, den Sigrid da im Wald entdeckt und fotografiert hat. Danke für dein Bild!

Im Herbst

Im Herbst

Der schöne Sommer ging von hinnen,

Der Herbst, der reiche, zog ins Land.

Nun weben all die guten Spinnen

So manches feine Festgewand.

Sie weben zu des Tages Feier

Mit kunstgeübtem Hinterbein

Ganz allerliebste Elfenschleier

Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.

Ja, tausend Silberfäden geben

Dem Winde sie zum leichten Spiel,

Sie ziehen sanft dahin und schweben

Ans unbewusst bestimmte Ziel.

Wilhelm Busch

Das Leuchten der Blätter hat Ursula fotografiert. Dankeschön!

Himmelsgeschichten

Wir haben eine Monduhr, daran erkennt man den Mondstand im Lauf des Jahres in Verbindung mit dem Tierkreis. Dadurch werde ich immer wieder daran erinnert, dass über unserer Erde ein gesamter Kosmos existiert, den wir heute fast aus dem Bewusstsein geschoben haben. Maria Thun erforschte lebenslang Rhythmen der Natur in Bezug auf Aussaat und Pflege von Pflanzen, ihre „Aussaattage“ begleiten uns durch das Jahr.

Kürzlich zog ein Sternschnuppenregen über den Nachthimmel, wenigen ist das aufgefallen. Dass der Sternenhimmel eines der ältesten Märchenbücher der Welt ist, wissen wir auch nicht mehr. Zu den Sternbildern gibt es viele Geschichten und solange sie erzählt wurden, war der Sternenhimmel präsenter. Wir nehmen uns durch unsere Mediennutzung am Abend das schöne Ritual, den Tag mit einem Blick in den Sternenhimmel abzuschließen und alles loszulassen, was uns als Menschen noch plagen mag, um es anderen Kräften die Nacht über anzuvertrauen. Vielleicht magst du es mal ausprobieren?

 

Stephanie hat die milchige Morgensonne über dem See im Bild festgehalten. Danke für dein Foto!

Auf dem See

Auf dem See

 

Und frische Nahrung, neues Blut

Saug ich aus freier Welt;

Wie ist Natur so hold und gut,

Die mich am Busen hält!

Die Welle wieget unsern Kahn

Im Rudertakt hinauf,

Und Berge, wolkig himmelan,

Begegnen unserm Lauf.

Aug, mein Aug, was sinkst du nieder?

Goldne Träume, kommt ihr wieder?

Weg, du Traum! so gold du bist;

Hier auch Lieb und Leben ist.

Auf der Welle blinken

Tausend schwebende Sterne,

Weiche Nebel trinken

Rings die türmende Ferne;

Morgenwind umflügelt

Die beschattete Bucht,

Und im See bespiegelt

Sich die reifende Frucht.

Johann Wolfgang von Goethe

Licht und Erkenntnis

Seelensommer – ein wunderschönes Wort aus dem Seelenkalender von Rudolf Steiner. An diesen Begriff dachte ich am Wochenende einige Male bei den Aufstellungen, die für mich wie ein Seelensommer sind, sie bringen oft viel Licht, Lebendigkeit und Erkenntnisqualitäten ins Leben. Zudem gab es intensive Arbeit am Thema Männlichkeit und Weiblichkeit, die Begriffe von Animus und Anima und wie wir jeweils die Anteile in uns annehmen, stärken und entwickeln können. Krankheiten und der Umgang damit waren ein Thema in einer Aufstellung, ebenso tiefgreifende Kindheitserfahrungen. Aufstellungsarbeit ist Kontakt bekommen mit dem weisen System eines Menschen, das ist wunderbar.

Die Woche wird spannende Begegnungen mit sich bringen in der Praxis und am Wochenende starten unsere Coach:innen mit ihrem ersten Kurs, da freue ich mich sehr, nach einem Jahr Potentialentfaltung nun auf diesem Weg mit der Gruppe weiterzugehen.

 

Allen einen guten Start in eine Woche, in der wir uns an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen dürfen mit früh hereinbrechender Dunkelheit.

 

 

Sonne zaubert Farbspiele in die Blätter. Danke an Ursula für dein Bild!

Seelensommer

Es sprießen mir im Seelensonnenlicht

Des Denkens reife Früchte,

In Selbstbewusstseins Sicherheit

Verwandelt alles Fühlen sich.

Empfinden kann ich freudevoll

Des Herbstes Geisterwachen:

Der Winter wird in mir

Den Seelensommer wecken.

Der Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

Sigrid hat die zauberhaften roten Blätter im Bild festgehalten. Das ist Herbst. Danke für das Foto!

Wer weiß, wozu es nützlich sein mag

Pflege ist durchaus herausfordernd. Irgendwas ist immer – hier mal wund, da klemmt es, dort entzündet es sich. Wir hantieren mit Vielerlei und sind jeden Tag aufs Neue froh, dass wir eine Aromatherapeutenausbildung gemacht haben. Wundsein im Windelbereich ist Vergangenheit, ein seit Jahren offenes Knie heilt in mikrokleinen Schritten, unterstützt durch eine durchaus krasse Ernährungsumstellung. Nach acht Monaten haben wir die Medikamente gegen Zucker und Bluthochdruck halbieren können, bessern sich Blutwerte und Befinden. Das ist erstaunlich zu erkennen, dass eine veränderte Ernährung wirklich sehr  tiefgreifend wirkt. Am Gewicht arbeiten wir noch, für einen gelähmten Menschen ist Abnehmen eine andere Herausforderung als für Menschen, die sich sportlich betätigen können. Allerdings erkennen auch wir jeden Tag, wie wichtig es ist, dass auch die Pflegenden sich gut versorgen. Insofern haben wir nun seit Monaten neue und spannende Lernfelder. Wer weiß, wozu all dieses nun neu dazugekommene Wissen nützlich ist.

 

Allen ein winterzeitliches schönes Wochenende!

 

Genau zwei Jahre ist es her, dass wir in Bad Wörishofen den Abschluss als Kneipp-Gesundheitstrainer gemacht haben. Da hatten wir Sonnenschein am Badehäuschen.

Zeit

Zeit – früher anhand der natürlichen Rhythmen entschleunigter erlebt.  Allen eine freudige Stunde mehr Schlaf heute Nacht.

Schön wars

Schön war unser Onlinevortrag am Mittwochabend zum Thema „Elternsein heute“. Kinder erziehen ist eine gewaltige Herausforderung, zumal dann, wenn auch im Außen vieles in unabsehbarer Bewegung ist. Ich hoffe, dass wir an diesem Abend einiges an Ermutigung gemeinsam erarbeitet haben! Danke an alle, die mit dabei waren.

Das Wochenende steht im Zeichen der angehenden Cardea-Therapeut:innen, sie haben den letzten theoretischen Input am Samstag und am Sonntag werden wir wieder aufstellen. Die Aufstellungstermine für das nächste Jahr sind nun auch auf der Homepage zu finden,  gern melden, wer ein Thema aufstellen möchte.

Hinter den Kulissen laufen die letzten Korrekturen für das wunderbare Winterheft der Holunderelfe, das jetzt in den Druck geht. Es wird ein märchenhaftes Heft, so richtig schön auch zum Verschenken, falls du noch kein Abo hast. Hier findest du alle Infos: https://holunderelfe.com/

 

Allen einen feinen Frei/utag!

 

Silke hat diese verwitterte Tür fotografiert. Vielen Dank für dein Bild!

Einfach Nö

Die Antwort ist manchmal auf Fragen einfach nein. Nein, weil gerade vielleicht wirklich keine Luft nach oben mehr ist. Nein, weil gerade andere Dinge im Vordergrund stehen und Nein nicht bedeutet „du bist nicht wichtig“, sondern: „Ich habe mir das Nein überlegt und es ist ein Nein, sonst nichts.“

Jedes Nein nach Außen ist ein Ja zu anderen Dingen, die gerade Priorität haben und es muss auch nicht begründet werden, warum wir manche Sachen nicht für andere machen. Etwas, das jemand einfach googlen kann, muss ich nicht für jemanden nachschlagen. Wenn bei mir selbst die Hütte brennt, muss ich nicht ans Telefon gehen, nur weil es permanent klingelt. Es ist kein persönlicher Affront, wenn ich höflich nach 10 (!) Minuten, in denen jemand einfach nach dem Abnehmen des Hörers ohne Punkt und Komma ins Telefon redet, darauf hinweise, dass ich jetzt für Gespräche keine Zeit habe, aber  gern einen Termin vereinbare. „Wie, Termin, ich will dir doch nur erzählen, dass …“. Ja. In Ordnung. Kann nur sein, dass ich gerade weder Zeit noch Nerven für ein Telefonat habe. Haben wir einen Termin vereinbart, bin ich 100% für die Person am Apparat.

Ein Nein ist weder unhöflich noch unangemessen noch unfreundlich. Es bedeutet nur: Im Moment kann ich leider nicht für dich so dasein, wie du das gern hättest, aber ich sage dir, wann das möglich ist. Eine Grenze ziehen bedeutet weder gemein sein noch jemanden nicht zu mögen, es bedeutet einfach nur: gerade geht es nicht, lass uns kurz die Möglichkeiten durchgehen.

 

Allen heute gute Jas und Neins.

 

Der Goetheanumsgarten ist immer schön. Egal, wann.

Ja und Nein

Die kürzesten Wörter, nämlich „ja“ und „nein“, erfordern das meiste Nachdenken.

Pythagoras von Samos, 570-500 v. Chr.

Klares Ja zu selbstgemachtem Knäckebrot.

Elternsein heute

Heute um 19.30 Uhr werden wir in einem Online-Vortrag das Thema Elternsein heute beleuchten. Was sind die Anforderungen der Erziehung im frühen Kindesalter und wie  gelingt es, als Paar zusammen zu wachsen und sich nicht zu verlieren? Eltern brauchen Unterstützung, denn wir rutschen oft sehr unvorbereitet in den härtesten Beruf der Welt. Kinder gut ins eigene Leben zu begleiten, ist eine Mammutaufgabe, kein Kurzstreckensprint. Da brauchen wir Mut, Geduld, Gelassenheit, viel Wissen und Information. In Afrika gibt es den Spruch „Um ein Kind großzuziehen, braucht es ein Dorf“ und genau das gibt unsere moderne Lebensführung nicht her. Kinder, die von einer Gemeinschaft großgezogen werden, genießen vielfältige Anregungen und Erziehungsstile. Da werden Eltern anders gehalten, mitgetragen und unterstützt, weil die Weisheit und Erfahrung der Älteren auf die Unbedarftheit und den Willen der Jungen trifft, alles gut zu machen.

 

Wer gern mit dabei sein mag, kann sich hier anmelden:

https://elopage.com/s/SeelenGarten-Krokauer/Eltern_sein

 

 

Allen einen freundlichen Wochenteilungstag!

 

Das ist ein Foto von Stephanie von ihrer jüngsten Wanderung in der Schweiz. Vielen lieben Dank für das tolle Bild!