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Herzenshelligkeit

Ich fühle wie entzaubert

Das Geisteskind im Seelenschoß;

Es hat in Herzenshelligkeit

Gezeugt das heil’ge Weltenwort

Der Hoffnung Himmelsfrucht,

Die jubelnd wächst in Weltenfernen

Aus meines Wesens Gottesgrund.

 

Der Wochenspruch für diese Woche aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

 

Meeresstille. Danke an Theresa für das Bild!

Auf dass das Haus voll werde

Jetzt kann Weihnachten kommen. Haus geputzt. Betten für Besuch bezogen. Eingekauft. 30 Mal den fliegenden Baum auf der Terrasse neu festgezurrt. Noch ein kleiner Kochmarathon und dann kann das Haus voll werden.

 

Wenn es nach mir ginge, würde ich drei Tage am Stück schlafen und lesen, doch das geht bei Pflege nicht. Heftige Tage liegen hinter uns mit schwerem Harnwegsinfekt, was bei chronischem Nierenversagen sehr riskant ist. Es war gerade überstanden, doch offenbar hat die Antibiose nicht alle Keime erwischt, es geht von vorne los. Oder wie es bei uns im Familienkreis heißt: Alle Jahre wieder. Offenbar ist uns als einstigen Gastronomenkindern die fehlende Freude über Feiertage von klein auf antrainiert. Festtage waren stets absoluter Arbeitsmarathon, von wegen fein feiern und Familienfreude, da war maximal Stress.

Insofern ist das hier bei uns ruhig und ohne allzuviel Firlefanz. Klar kommt die Familie zusammen, es geht um Begegnung, nicht Fressmarathon.

 

Allen gute Tage. Den Einsamen Begegnung, den Gestressten Ruhe, den Kranken Linderung. Die wilde Jagd tobt nach wie vor über den Himmel und fegt hoffentlich das alte Jahr mit ausgesprochen vielfältigen Herausforderungen und Wirrungen auch weltweit mit weg.

Hoffnungsschimmer

Hoffnungsschimmer – ein weiteres eurer Wunschwörter.

Hoffnungsschimmer ist mit das schönste Wort, das ich kenne. Es bedeutet für mich, dass uns auch nur der Hauch einer Ahnung einer Möglichkeit ausreicht, Schimmer genannt, damit Hoffnung auflebt. Das Licht einer Kerze sehen wir bei guten Bedingungen kilometerweit. Verirren wir uns in der Nacht und erblicken diesen Schimmer, mobilisieren wir alle Kraft, um das rettende Haus zu erreichen. Es gibt viele Geschichten, in denen Hoffnung bewirkt hat, dass Menschen ausweglose Situationen überstanden haben. Angeblich hat das Licht einer Kerze in der Weihnachtsnacht dazu beigetragen, dass in einer Baracke im KZ in dieser Nacht die Menschen überleben konnten, das glaube ich sofort.

Licht in jeder Form bedeutet Hoffnung, dann entsteht wieder Zu-ver-SICHT, kein Sehen ohne Licht.

Und wenn es nur ein Schimmer ist: Wer gerade in einer verzweifelten Lebenssituation ist, möge den rettenden Hoffnungsschimmer erkennen. Das wünsche ich von Herzen.

 

Licht weist in Höhlen den Ausgang. Stephanie hat dieses Bild geschickt, DANKE!

Hoffnung geben

Die größten Menschen sind jene, die anderen Hoffnung geben können.

Jean Jaurès, 1859–1914

Erstaunliche Stimmung am See. Auch das kann hoffnungsfroh stimmen. Danke an Stephanie für das Bild.

Veränderungsmut

Veränderungsmut – das ist eine  feine Wortkombi, die ihr euch ausgesucht habt. Veränderung braucht IMMER Mut. Jede Form der Veränderung kann uns ängstigen und um den Schritt zu wagen, ist der Mut die Voraussetzung.

Das bedeutet auch, sich von Menschen oder ihren Haltungen entfernen, weil man sich persönlich woanders hin entwickelt. Das kann auch heißen, von Lehrenden, von denen man sehr viel gelernt und durch die sich die wichtigsten Tore im Leben geöffnet haben, Abschied zu nehmen, weil sie nun selbst eigene Wege gehen, denen man nicht folgen möchte, aus vielerlei Gründen.

All das braucht Mut, denn Veränderung bedeutet, Altes darf in Dankbarkeit, Freundlichkeit und Ruhe losgelassen werden. Eventuell betreten wir erst einen Zwischen-Raum, in dem das Alte nicht mehr trägt, das Neue vielleicht noch nicht da, nicht greifbar ist. Manchmal ist das Neue schon da und dennoch wissen wir – es wird einen Schritt kosten, den wir eventuell nicht mehr zurückgehen können.

Wann immer du merkst, etwas passt nicht mehr: Prüfe gut. Prüfe genau. In Ruhe. Nicht überstürzt agieren. Nimm achtsam wahr, was stört. Änderung möglich? Mach es. Neues nötig? Wage es. Wir bereuen nicht so sehr, was wir getan haben, sondern mehr, wenn wir etwas niemals versucht haben.

 

Einen veränderungsfreudigen Tag dir heute.

 

Aufenthalt an Orten, die stark vulkanisch sind, verändern uns auch, weil wir erleben, dass auch unser Boden, auf dem wir zu stehen glauben, nichts Festes ist. Danke an Theresa für das Foto!

 

 

Ge-lassen-heit

Gelassenheit – eins eurer Wunschwörter. Gern! Es ist mit das am häufigsten gewünschte Wort in der Praxis. Offensichtlich ist Gelassenheit eine tiefe Sehnsucht in uns. Darin steckt das „lassen“ und das können wir mit vielem verbinden: ge-, sein, 5 gerade, zu-, weg-, ab-, ver-, lässig und Tausenderlei.  Am meisten Schwierigkeiten bereitet uns in diesem Zusammenhang das Loslassen und doch ist das eine Voraussetzung oft für Gelassenheit. Erst wenn wir nicht mehr für vieles Verantwortung tragen müssen, vieles loslassen, entsteht entspannte Gelassenheit. Wer kann statt muss ist lässiger. Unrealistisch? Nein. Natürlich müssen manche Dinge sein wie atmen, Wasser trinken etc., aber vieles, was wir für unverzichtbar halten, ist nicht wirklich wesentlich für ein gutes Leben.

Wer gelassen werden will, darf das lassen üben. Und das ist in der Woche, in der die meisten Menschen mit vollgepackten Taschen nach Hause eilen und überall Staus sind in der Stadt, die Straba voll gestresster Leute, offenbar ganz besonders gewünscht und schwer. Egal, wann und wo du anfangen willst – was brauche ich wirklich? Habe ich das? Was brauche ich nicht? Wem kann ich geben, was ich nicht mehr brauche, mich belastet? Wem schenke ich Zeit, Achtsamkeit, Begegnung anstatt Materielles und tausche damit Gelassenheit und Wertschätzung gegen leeres Aufhäufen?

 

Allen ein friedliches Loslassen, vor allem von allzuviel Erwartung an das Fest. Es sollen Tage des einander Begegnens werden. Keine Haufentagen, an denen wir Geschenke- und Abfallhaufen aufschichten, hinter denen das einsam fragende Herz des Einzelnen zugeschüttet zerbricht.

Fernweh

Fernweh – das kennen sehr viele Menschen. Es ist die Sehnsucht nach dem Unbekannten, dem Abenteuer, dem, was man nicht jeden Tag hat. Die Ferne verbinden wir oft mit Exotik, allem, was hier nicht ist, also Sonne, Palmen, Strand, Meer, andere Gerüche, Düfte, ganz andere Nahrungsmittel, Entspannung, Herausforderung, was immer Menschen an fernen Ländern anzieht. Das Weh entsteht, wenn wir etwas nicht haben. Das macht Dinge auch sehr kostbar, dieses nicht immer zur Verfügung stehen. Dieser Schmerz wird gelindert, wenn wir in die Ferne schweifen dürfen.

Viele Menschen reisen gern. Manche tun das selten. Es bedeutet nicht, dass die Reisenden an Land, Leuten und Kultur vertieftes Interesse haben, dafür fallen wir im Ausland eher nicht zu oft auf. Und Daheimbleibende wissen vielleicht viel mehr über das Leben der Menschen an anderen Orten, weil sie ihre Märchen lesen, ihre Musik hören, ihre Entwicklung aufmerksam und mit Interesse verfolgen und nicht das Bedürfnis haben, dorthin zu reisen.

Allen mit Fernweh Linderung des Wehs und Freude beim Erkunden anderer Kulturen mit Respekt, Achtung und Freude am Lernen!

 

 

Carina hat das Fernweh nach La Gomera geschickt – Danke für dein Bild!

Seelenkeime

Zu tragen Geisteslicht in

Weltenwinternacht

Erstrebet selig meines Herzens Trieb,

Dass leuchtend Seelenkeime

In Weltengründen wurzeln,

Und Gotteswort im Sinnesdunkel

Verklärend alles Sein durchtönt.

Das ist der wunderschöne Wochenspruch für diese Woche aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

Stephanies Foto passt wunderbar dazu. Von Herzen DANKE!

Mit Staunen

Ein weiteres eurer Wunschwörter war Stirnrunzeln. Da habe ich ehrlich gesagt fast zwei Wochen nach hinten geschoben und heureka!, jetzt weiß ich auch, warum: Sonntagmorgen, ich will einen Tomatensalat fürs Mittagessen vorbereiten, denn ich habe eine Tüte Tomaten geschenkt bekommen. Die ersten sehen super aus. Bei Nr. 5 stutze ich – Würmer in Tomaten? Nein. Diese Tomate keimt. Eindeutig. Nr. 6  bis Ende ebenso. Das habe ich echt so noch nicht gesehen. Theoretisch müsste ich jetzt unbedingt diese Keimlinge einpflanzen, aber da wir – ebenfalls restlos zum Stirnrunzeln – seit drei Tagen eine Fruchtfliegeninvasion haben (die kamen aus getrockneten Orangenscheiben!!! Oder sie haben sich aus den Bananen entwickelt und sind dann zu den Orangen umgezogen), kommen mir keine Töpfchen mit Erde in die Küche.

Natur ist immer zum Staunen! Ich fände es spannend zu erfahren, weshalb die Tomaten keimen. Logisch, warum, aber weshalb jetzt?

 

Allen einen Tag voller Naturwunder und Staunen und wenig negatives Stirnrunzeln diese Woche.

Ohne Staunen

Die Menschen reisen in fremde Länder und staunen über die Höhe der Berge, die Gewalt der Meereswellen, die Länge der Flüsse, die Weite des Ozeans, das Wandern der Sterne; aber sie gehen ohne Staunen aneinander vorüber.

Augustinus von Hippo

Sigrids Foto trägt eine feine Botschaft in sich. Danke dir!

Lieblingsbeschäftigung

Lieblingsbeschäftigung – da gibt es einige. Einer meiner absoluten Lieblingsbeschäftigungen gehe ich am Wochenende nach. Am Samstag haben die Nautiluskusteilnehmenden ihren spannenden Kurstag über die Frage, wie man Rapport herstellen kann und am Sonntag geht es in einem sehr schönen Online-Seminartag um die Frage: Ars vivendi – ars moriendi. Wie können wir die Kunst des Lebens und Sterbens üben?

Es werden die beiden letzten Kurstage in diesem Jahr sein. Die Praxis ist noch offen bis Donnerstag, allerdings sind alle Termine für 2023 weg, ab 2. 1. gibt es wieder neue Möglichkeiten. Irgendwann darf dann auch mal das Jahr ausschwingen und in Ruhe zu einem hoffentlich guten Ende kommen.

 

Allen die Möglichkeit an diesem Wochenende, einer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen!

 

Nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen zählt das Bügeln von Greenscreens, aber auch das gehört immer wieder dazu.

 

Beschäftigungen aller Art

Serjosha sagt: „Man muss eine Beschäftigung haben.“ Das bedeutet noch gar nichts. Man muss wissen, was für eine Beschäftigung. Und um dies zu erfahren, gibt es nur ein Mittel: das tun, was man benötigt, was man selbst braucht, oder das, wozu einen unwiderstehlich eine Berufung drängt.

 

Leo Graf Tolstoi

 

Winterdeko – gehört auch zu den Beschäftigungen in einer Praxis.