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Musenkuss, bitte melden

Gas geben heißt es in den Eurythmiefortbildungen, das Tempo steigt. Eine herausfordernde Hausaufgabe – eine künstlerische Gestaltung in einem Gebiet meiner Wahl über die Qualitäten dreier Tierkreiszeichen. Ich bin froh, dass ich sie immer besser gestalten, sie mit den entsprechenden Konsonanten, Farben und Körperteilen verbinden kann. Jetzt also die künstlerische Annäherung. Buchstabentanzen entfällt logischerweise, das wäre meine erste Wahl gewesen. Ein Gedicht über Wassermann war bisher noch musentechnisch unmöglich. Malen? Ach herrje. Theoretisch brauche ich einen guten Plan und verdränge die Aufgabe noch ein wenig. Häkeln – keine Chance. Basteln? Null. Ein Märchen darüber schreiben? Zu lang. Long story short? Treffen sich Wassermann, Krebs und Jungfrau. Während die junge Maid den Krebs zubereitet, deckt der Wassermann den Tisch. Super. Damit bin ich bislang weit im vorderen Feld am Start. Liebe Muse – jetzt wäre der passende Moment.

Allen einen kreativen Tag mit genug Marsenergie!

Viel Arbeit

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.

Karl Valentin

Die Natur ist die begabteste Künstlerin.

Schlehenbüsche sind aufgeblüht – ist das nicht herrlich? Danke an Stephanie für das Bild.

Wat mutt, dat mutt

„Wir backen dieses Jahr keine Osterhasen“, sage ich dem Bruder. Er schaut mich an, wortlos. In der Nacht höre ich aus seinem Zimmer lautes Reden: „Wir backen keine Hasen. Du bist Diabetiker, das geht nicht.“ Stille. „Hasen gibt es nicht, hier ist dein Tomatensalat.“ Stille. Seufzen. „Vergiss es, keine Hasen, denk nicht mal dran.“ Er schnieft. Ich gehe ins Zimmer. Dicke Tränen laufen. Na gut. 2025 servieren wir wie es sich gehört selbstgebackene Osterhasen. Er wird „richtige Ostern“ haben. Er weint immer noch ein wenig und ich weiß jetzt, weshalb. Heuschnupfen. Na prima. Und ich hab Hasen gebacken. Naja, wenn ich ehrlich bin, ist Ostern ohne Hasen unvollständig (für die Kinder in uns). Wir sind jetzt safe. Wir haben Hasen. Und Euphrasiaaugentropfen.

Wir feiern zudem! Das ältere Kind ist am Sonntag erfolgreich den ersten Marathon in Hannover gelaufen. Mit einer super Zeit! Danach ruft sie von daheim aus an. Sie ist mit dem Rad heimgefahren nach dem Marathon. Sie wollte keine Treppen zur U-Bahn-Station steigen, dann lieber 5 Kilometer noch mit dem Fahrrad. Ohne Worte. Schräg, unsere Familie. Congrats, Theresa, well done!

 

Einen guten Wochenstart für dich!

Freude aus den Seelentiefen

Wenn aus den Weltenweiten

Die Sonne spricht zum Menschensinn

Und Freude aus den Seelentiefen

Dem Licht sich eint im Schauen

Dann ziehen aus der Selbstheit Hülle

Gedanken in die Raumesfernen

Und binden dumpf

Des Menschen Wesen an des Geistes Sein.

Der Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

Die Kreuzung aus Schlehe und Zwetschge ist bei der Wärme am Samstag aufgeblüht.

Wasserhilfe

Manchmal macht man sich Jahre Arbeit und plötzlich finden sich gute Lösungen. Jeden Abend verschüttelte Christoph in Glaskolben literweise Wasser für den nächsten Tag zur Wasserverbesserung. Mein Traum – ein Wasserwirbler in klein, wie er in der Fußgängerzone in groß steht mit Handkurbel, irgendwer kurbelt immer und hat Freude am entstehenden Wirbel. Flowforms machen das auch, in der Küche eher unpraktisch. Vor drei Wochen sehe ich eine Konstruktion, die das Problem elegant löst mit einem Trichter, durch den man das Wasser gießt, über einen schrägen Einlauf fließt es in die Schale, entwickelt den Wirbel und wirbelt sich durch den Ausguss ins Auffanggefäß. Ratzfatz kam die Wytor Acryl Hyperbel aus der Schweiz. Spannung beim Testlauf – super Wirbel, super Wasser. Christoph schüttelt nichts mehr, den ganzen Tag kippt jeder im Vorbeigehen eine neue Flasche Wasser in den Trichter, um sich am Wirbeltanz (und einer frischen Flasche köstlichen Wassers) zu erfreuen. Wasser ist elementar wichtig für uns, Schutz des Wassers ist lebenswichtig. Wir haben Trinkwasserqualität bei uns, mit der Verwirbelung kommen andere Qualitäten hinzu. Was wir uns die letzten Tage schon über den Wirbler gefreut haben, ist on top dazu.

 

Ein feines Wochenende dir mit Zugang zu gutem Wasser.

Er ist’s

Er ist’s!

Frühling lässt sein blaues Band

Wieder flattern durch die Lüfte;

Süße, wohlbekannte Düfte

Streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,

Wollen balde kommen.

– Horch, von fern ein leiser Harfenton!

Frühling, ja du bist’s!

Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike

Blau blüht es jedes Jahr in Hannover. Theresa hat fotografiert. Danke für dein Bild.

Fertig mit fertig

Die Uhr wurde vorgestellt. Resultat nach einer knappen Woche Sommerzeit: Um 21 Uhr fühle ich mich wie sonst um 24 Uhr. What?! Das System hat sich noch nicht vernünftig eingeregelt. Liegt vielleicht auch nicht nur an der Uhrumstellung, auch das warm-kalt draußen ist anstrengend. Der Bruder liegt im Rollstuhl wie plattgewalzt. Der Biobauer hat einen Kasten Biocola gebracht. Ich frage zum Mittagessen: „Jemand Cola?“ Alle „JA!!!!“ Wir kippen das Cola, gucken uns an, warten. Nix. 30 Minuten (und gespült und gewickelt) später: Nix. Mitternacht: alle wach. 1 Uhr, wir lesen, der Bruder wirft das Bettzeug durchs Zimmer, fordert lauthals Frühstück. Ich hoffe, dass uns das Wochenende hilft, uns mal wieder richtig einzunorden. Wir haben es mehr als nötig, uns zu erden, durchzuatmen und langsam aus dem kollektiven Tal zu klettern. Kommentar des Gemahls: „Langsam nervt das Fertigsein, oder?“

Wir geben uns bis Montag, die letzten 7 Tage Revue passieren zu lassen, um Montag fertig mit dem Fertigsein zu sein. Wir haben vielleicht immer seltsame Ideen, echt wahr.

Hab es wonnig und sonnig.

 

Goetheanum Dornach.

Wandelprozesse

Wandelzeiten sind Häutungsprozesse. Nicht ganz schmerzfrei, denn zarte neue Haut ist empfindlich. Sei liebevoll mit dir.

Treppenhaus im Goetheanum in Dornach.

Abgrenzung

Abgrenzung – ein wichtiges Thema. Menschen, die Verantwortung für andere tragen, dürfen immer wieder üben, fremdes Schicksal nicht zum eigenen zu machen. Es geht darum, hinzuhören, was gesprochen wird, nachzufragen, ob und welche Unterstützung benötigt/gewünscht wird und zu vermeiden, dass die betroffene Person alles auf einen projiziert nach dem Motto: „Mir geht es schlecht und das übernimmst du jetzt mal, mir ist es zu schwer“.

Oh ja, es gibt schwere Schicksalsherausforderungen, bei denen man weder Land sieht noch Optionen, sie zu bewältigen. Lange schon begleitet mich ein Satz der jüdischen Dichterin Mascha Kaléko: „Die Nacht, in der das Fürchten wohnt, hat auch die Sterne und den Mond.“ Das, was hier in meinem persönlichen Feld geschieht, hat auf den Kosmos das wenig Auswirkungen, dennoch geht die Sonne auf und unter. Das hilft, ins Vertrauen zu gehen, dass Lösungen schon entstehen werden. Es hilft Helfenden, das Leid, dessen sie gewahr werden, egal ob als ärztliche, therapeutische Kraft, im Rettungsdienst, in Krisengebieten, als Personaler, Lehrende oder wo immer wir Leid berichtet bekommen, sich klarzumachen: „Ich höre hin. Ich kann dich halten. Aber ich werde dir nicht die Last abnehmen, dir zeigen, dass du sie hier in diesem Rahmen mal loslassen kannst.“

Wie geht Abgrenzung? Hülle dich bewusst in etwas Blaues innerlich ein – Mäntel von Schutzmantelmadonnen sind blau. Stell dir vor, dass du in ein zartes Blau eingehüllt bist, behütet, die Außenschicht ist undurchlässig. Du siehst das Leid des anderen und es darf vor dir stehenbleiben. So kann man helfen – indem man dem anderen Menschen das Vertrauen gibt, Themen anzugehen, zu Lösungen zu kommen, auch miteinander.

 

Hab einen gut abgegrenzten Tag, wenn das deine Herausforderung ist!

 

Wasser überwindet jedes Hindernis. In der Natur erholen wir uns oft am nachhaltigsten. Theresa hat das Bild in Schweden gemacht, Dankeschön.

Über Grenzen

Du bist deine eigene Grenze, erhebe dich darüber.

Hafis

Theresa hat den nördlichen Polarkreis überschritten und nimmt uns per Foto mit auf die Reise. Danke!

Nicht alles liegt nur an dir

Zwei Ströme im Schicksalsweben des Menschen – das, was von innen seelisch begründet in die Welt hinausströmen will und das, was von Außen kommt. Immer wieder müssen wir im Leben Dinge bewältigen, die von Außen kommen. Es liegt nicht immer in unserer Hand, was durch die Außenwelt hereinbrechen kann. Die Frage ist dann – auf welches Innen trifft so eine Welle? Kann es das System gut abpuffern, damit umgehen, sich erholen, die Chance in der vermeintlichen Katastrophe erkennen oder ist das System im Inneren gerade selbst müde, schwach und erschöpft und fühlt sich dem großen Ganzen wie ausgeliefert und entscheidet sich für Aufgeben oder braucht Zeit, bis akzeptiert werden kann, was nicht änderbar ist?

Mir hilft oft Hesses Gedicht „Stufen“, in dem es heißt: „Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise/Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,/Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,/Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen./Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde/Uns neuen Räumen jung entgegensenden,/Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …/Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Manchmal erwiesen sich gravierende Veränderungen als wesentlicher Entwicklungsschritt, manchmal ging es offenbar vor allem darum, Aushalten oder Ertragen zu lernen. Manchmal erkennt man auch nach Jahren keinerlei Sinn. Erkennen lässt sich das erst in der Rückschau.

Für alle im Chaos: Atmen. Einfach atmen und ganz bewusst in die Natur hinausgehen, die uns in diesen Tagen ganz besonders zeigt: das Leben folgt einem ewigen Kreis von Werden und Vergehen, wo jetzt etwas schwindet, kommt dafür neues Leben.

 

Engel auf Bornholm. Theresa hat ihn entdeckt. Danke für das Bild!

Zwei Strömungen

Das Schicksal setzt sich zusammen aus zwei Tatsachengestaltungen, die im Menschenleben zu einer Einheit zusammenwachsen. Die eine entströmt dem Drange der Seele von innen heraus; die andere tritt von der Außenwelt her an den Menschen heran.

Rudolf Steiner

Bald blüht es im Garten der Klinik Arlesheim wieder so schön wie im Mai 2014. Vorfreude!

Zukunft, die wir nicht mehr erleben

„Interessiert dich auch die Zukunft, die du nicht mehr erleben wirst?“ Spannende Frage aus „77 Zukunftsfragen. Ein Notizbuch zur Reflektion über die Zukunft“ von The Future:Projekt.

Ich habe nachgedacht, wann für mich Zukunft „beginnt“ und „endet“ und festgestellt: Für mich persönlich beginnt Zukunft mit dem nächsten Atemzug und endet gar nicht.

Die Frage zielt (auch) darauf ab, ob es für unser Handeln und Sein eine Rolle spielt, für künftige Generationen so leben wollen, dass wir ihnen eine gute Erde hinterlassen. Das ist keine Frage, sondern selbstverständlich, dass wir nur so handeln dürfen, denn uns gehört hier nichts.

Ich für mich kann nicht anders als permanent Samen säen in meiner Arbeit. Wann und wo immer sie aufgehen, liegt nicht in meiner Hand. Ja! Die Zukunft, die ich nicht mehr erlebe, interessiert mich sehr! So sehr, dass das der einzige Grund wäre, lang zu verweilen, weil mich die Neugierde plagt, was denn aus vielen guten Ansätzen, Ideen, Anstrengungen und Bemühungen wird. Volles Ja zur Zukunft, VOR ALLEM unter dem Aspekt, dass der meiste Teil davon NACH meiner Existenz stattfinden wird. So erst recht!

 

Einen kraftvollen Marstag dir.

 

„Außenauge“ Stephanie macht gerade Ferien und schickt herrliche Fotos! Danke!

Alles enthalten

Aufstellungen sind Herzensanliegen. Am Sonntag durften wir wieder tief eintauchen in die Welt von Menschen, die Fragen an ihr System hatten. Vieles darf erkannt, gesehen, wertgeschätzt und gewürdigt werden. Fragen tauchen auf, finden vielleicht Antworten, Klarheit entsteht, Wege werden sichtbar, wo vorher keine waren oder man nicht den Mut zum Begehen hatte. Danke für dieses wundervolle Arbeiten. Die nächsten Möglichkeiten sind am 15. Juni, am 7. September und am 23. November.

Die vergangene Woche – erstaunlich. Todesnachrichten haben uns heftig getroffen von Menschen, mit denen wir auf vielerlei Weise verbunden waren. Manchmal stehen wir fassungslos, wenn jemand mitten aus dem Leben gerissen wird, ohne jede Vorwarnung. Zudem gab es Meldungen, die uns aus den Schuhen gehoben, wir nicht erwartet haben, die keinerlei Möglichkeit boten, sich darauf einzustellen. Schicksals-Schläge wirken auch so – man ist erst wie betäubt, es braucht seine Zeit, um zwischen emotionaler Stumpfheit und Wallung wieder die Mitte zu finden, um dann – eventuell – nach guten Lösungen zu suchen und parallel nach Wegen des Umgangs mit der Art der Nichtinformation oder eben „unerwartet“. Aus Kränkungen können Krankheiten entstehen und das gilt es dann zu vermeiden.

Auch Menschen, die im Umgang mit Krisen geübt sind, finden sich im Schleudergang wieder, sind für sie Nadelöhre eng, Bifurkationspunkte ähneln da eher achtzehnspurigen Straßenkreuzungen ohne jegliche Verkehrsregelung. Wie sagt es einer meiner Mentoren stets ruhig und in sich ruhend: „Am besten lernst du dich gleich wohlfühlen im freien Fall. Die Aussicht ist nie besser.“ Ich übe.

Allen einen Start in eine Woche guter Wege.

 

Simone hat das Foto gemacht – wenn wir so etwas Zauberschönes sehen, können wir doch gar nicht mehr anders als ins Vertrauen gehen, oder? Danke für dein wunderbares Bild.