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ZuFRIEDEn

Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte.

Berthold Auerbach, 1812–1882

Das köstliche Nass hat Sigrid im Foto festgehalten. Danke!

Wenns schiefgeht, dann gescheit

Kettenreaktion. Wir verlassen am Montag um 15.15 Uhr das Haus, um zum Bahnhof zu fahren, reine Fahrzeit 25 Minuten, Zugabfahrt 16.28. Nach 2 km Straßensperrung der B 19. Abbiegen auf die nächste Verbindungsstraße in die Stadt. Megastau nach der uneinsichtigen Kurve. Da auf dieser Straße lauter Ampeln sind, bewegt sich kaum etwas. Wir müssen wenden und das dauert, weil der Gegenverkehr stark ist, die Straße extrem eng. Ich  versuche, Christoph, der zu einem Geschäftstermin muss, möglichst nahe an die Straßenbahn zu bringen. Rote Ampeln ohne Ende, die Bahn fährt vor der Nase ab, unerreichbar. Er kommt um 16.30 am Bahnhof an (da bin ich nicht mal daheim wegen Stau), der Zug – weg. Nächste Möglichkeit 2 Stunden später. Da fällt jedoch zwischen Würzburg und Minden ein Zug Richtung Hannover aus. Umleitung fahren. Der Zug hat Verspätung, der Anschluss wird nicht erreicht. Letztlich kommt er um 22.11 in Minden an. Da kein Bus mehr fährt zum Zielort, muss er ein Taxi nehmen und ist um 23 Uhr endlich im Hotel. Dazwischen stundenlang Telefonieren, Organisieren, schauen, wo es wie weitergehen kann. Wie im echten Leben. Manchmal einfach nur – oh nee, ich bleib im Bett.

 

Wenns mal wieder länger dauert – Kaffeepause.

Missliches

Es gibt zwei Arten von Missgeschick: Das eigene Pech und das Glück der anderen.

Ambrose Bierce, 1842–1914

Nervenkekse nach Hildegard von Bingen. Manchmal braucht man das.

Dualitäten

Wir leben in einer oft dualen Welt, zwischen zwei Polen schillert das Leben. Tag und Nacht, Sommer und Winter, hell und dunkel, als ob es nicht Millionen Abstufungen gäbe. Entweder – oder ist dann auch oft die Lebensdevise.

Viel freilassender wäre ein „sowohl als auch“, ein „ich weiß noch nicht genau, irgendwas dazwischen“. So spalten wir die Welt in zwei Teile, oft die positive und die negative Hälfte und verorten uns in der vermeintlich guten. Nichts kann nur gut oder nur schlecht sein, nichts an Extremen hat eine stabile und gesunde Mitte. Wir spüren immer wieder im Leben, dass es uns viel mehr hilft, einge-mitte-t zu sein oder es immer wieder zu werden.

 

Allen einen kraftvollen Marstag heute!

 

 

 

Sigrid hat genau beim Blatt hingeschaut und diesen gut getarnten Genossen hier entdeckt. Danke für dein Foto!

Perspektiven erweitern

Aufstellungswochenenden sind immer besonders. Intensives Arbeiten mit Menschen an ihren tiefen Themen ist berührend, bringt Seelenfrieden und lenkt den Blick auf verschiedene Perspektiven. Wir verstehen mehr und tiefer, wenn wir die Positionen der anderen Menschen in unserem Umfeld besser wahrnehmen können. Dann wissen wir, warum sie agieren, wie sie es tun und das oft nichts mit uns selbst zu tun hat. Verständnis bedeutet noch nicht, dass die Emotionen damit auch schon neu ausgerichtet sind, es ist jedoch die Grundlage dafür. Im Oktober haben wir zwei Sonntagstermine für Aufstellungen, am 1. 10. und am 28. 10., gern melden bei Interesse.

Starten wir in die neue Woche und freuen uns, wenn nun viele Erntegaben eingebracht werden können, damit die Scheunen gefüllt werden können. Auch in unserer modernen Welt hängt unser aller Leben davon ab, ob und was und wie geerntet werden kann, wir vergessen das nur zu gern.

Allen einen gelingenden Start in die neue Woche.

Stephanie hat auch dieses Foto gemacht – Danke!

Geschenk im Innern

Zu bergen Geistgeschenk im Innern,

Gebietet strenge mir mein Ahnen,

Dass reifend Gottesgaben

In Seelengründen fruchtend

Der Selbstheit Früchte bringen.

Aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner, Wochenspruch für diese Woche

Solche Sonnenuntergänge im Sommer sind unvergesslich. Dankeschön an Stephanie für das Foto!

Im Dunkeln aufstehen

Wir sind im langsamen Einschwung auf die dunklere Jahreshälfte, denn seit Anfang der Woche stehe ich wieder mit Licht auf. Das läutet nicht das Ende des Sommers ein, doch es setzt für mich im Jahreslauf eine Zäsur. Es gibt sicherlich noch genügend heiße Tage, für mich ist es die Woche im Jahr, in der ich anfange, mich mit dem Rest des Jahres neu zu verbinden.

Die Bäume verlieren ihre Farbenvielfalt aus dem Frühling, die Hitze macht sie alle fast gleich im Farbton, Felder sind großenteils abgeerntet, die Natur zeigt mit den Wegwarten an, dass wir bald Wurzeln ausgraben, die Erntefülle Richtung Obst geht, Spinat bald gesät wird und die Samentüte mit dem Feldsalat nach vorne rutscht. Zeit, durchzuatmen und Kraft zu sammeln für den Herbst, auch wenn für die meisten Menschen der Blick nun eher Richtung Sommerferien und Urlaub geht.

Das Wochenende wird schön – wir haben in der Therapeutenausbildung Hypnotherapie als Thema und am Sonntag Aufstellungen.

Allen ein schönes Wochenende mit viel Freude!

 

Dunkle Silhouetten – Ursula hat einen tollen Ausblick fotografiert. Danke!

Eigene Schönheit

Jede Sekunde des Jahres hat ihre eigene Schönheit und erschafft ein nie zuvor gesehenes Bild, das man nie wieder erblicken wird.

Arthur Schopenhauer, 1788–1860

Ursula hat dieses Zaunidyll für uns fotografiert. Lieben Dank für dein Foto!

Sammle die Freude

Es ist wahrhaftig eine Kunst, aus den schönen Momenten des Lebens ein Tröpfchen Freude in die Schale des Herzens zu gießen, damit man genug Vorrat hat, wenn man selbst oder jemand anderes gerade Freude brauchen kann. Oft sind es die winzigen Dinge, die man erkennt, wenn man genauer hinschaut, so wie hier der helle Stein, der die dunkleren im Gleichgewicht hält. Ich fand das bemerkenswert, weil es so sinnbildlich ist: Ein winziger Lichtstrahl ist oft in der Lage, sehr viel Dunkel zu tragen, zu erhellen.

Sammeln wir Licht, sammeln wir Strahlen und Freude, winzige Details, die uns staunen lassen – aus all dem gestaltet sich unser Leben heraus, wird zur LebensKUNST und irgendwann vielleicht zur Lebenskönnerschaft.

 

Allen einen herzlichen Frei/utag.

Licht ins Herz tragen

Auch das ist die Kunst, ist Gottes Gabe, aus ein paar sonnenhellen Tagen sich so viel Licht ins Herz zu tragen, dass, wenn der Sommer längst verweht, das Leuchten immer noch besteht.

Johann Wolfgang von Goethe

Sina hat das Sommerwetter zum Eisessen genutzt. Danke für dein Foto!

An die nächste Generation denken

Schönes Zitat von Stevenson, den Tag eher nach den Samen, die man gesät hat zu beurteilen denn nach der Ernte. Das ist Denken von der Zukunft her, denn so, wie wir manche Ernte sicher nicht mehr einholen werden, weil sie erst nach unserem Ableben beginnen wird wie bei langsam wachsenden Bäumen bedeutet das, weit über jede Ernte hinaus bereits an das Heranwachsen der nächsten Generation zu denken.

Im übertragenen Sinne wäre das ein gelingendes Mentoring. Das Wissen, die Erfahrung werden komprimiert weitergegeben. Wissen und Erfahrung sind wichtige Ressourcen, Fehler, die bereits gemacht wurden, muss nicht jede Generation wirklich selbst machen, wenn sie das annehmen kann.

 

Welche Samen säe ich heute aus? Freude, Wertschätzung, Respekt, Anerkennung, Phacelia als Bienenfutter für den Herbst? Was wirst du säen?

 

Allen einen wunderschönen Jupitertag.

 

Ursula hat mit der Kamera sehr genau hingeschaut und schickt uns diesen violetten Farben- und Formentraum. Dankeschön!

Samen säen

Beurteile einen Tag nicht danach, welche Ernte du am Abend eingefahren hast. Sondern danach, welche Samen du gesät hast.

Robert Louis Balfour Stevenson, 1850–1894

Auch Stroh macht froh – eine ganze Strohmauer hat Sigrid im Bild für uns festgehalten. Danke dir!

Glücksbausteine

Erstaunliche Zeiten. Für manche sehr herausfordernd und heftig, andere sagen sich „jetzt sind bald Ferien, ich mach mal langsamer“.  Nicht alles kann man selbst bestimmen, weshalb ich Thesen wie „du kannst werden wer oder was du willst“ auch für relativ unwirklich halte. Ein Fisch wird in der Regel nicht wirklich zum fliegenden Vogel, ein Elefant kein begeisterter Kletterer im Hochgebirge und das muss auch nicht sein. Im Rahmen der eigenen Möglichkeiten sich entwickeln und flexibel auf die Herausforderungen im Außen reagieren könnte durchaus auch ein befriedigender Plan sein.

Gemeint ist nicht „trautes Heim, Glück allein“ oder gar nichts zu tun nach dem Motto „warum der Stress, wir sterben ohnehin alle“, sondern – was ist möglich in der Situation, in der ich gerade bin? Und dann den ersten Schritt tun, der machbar ist.

Glück besteht aus kleinen Bausteinen, es wird nicht mit dem Schwertransporter vor dem Haus abgeladen. Es ist fragil und schmilzt, wenn es mit Argwohn, Neid, Hass und anderen negativen Emotionen belastet wird.

 

Allen einen freundlichen Wochenteilungstag.

 

Danke an Stephanie für dieses Bild!

Erinnerungen

Ich erinnere mich, wie ich als Junge im Gras lag und in das Sommerblau über mir blickte und den Wunsch empfand, damit zu verschmelzen – ein Teil davon zu werden. Heute denke ich, dass ich damals einer großen Wahrheit sehr nahe war, dass ich sie sogar berührte, ohne auch nur die leiseste Ahnung von ihrer Existenz zu haben. Ich meine die Wahrheit, dass der Wunsch, zu sein umso vernünftiger ist, je größer er wird, dass du umso klüger bist, je dringender du zu sein begehrst – während der Wunsch zu haben umso törichter ist, je größer er ist. Das kosmische Gesetz gesteht uns sehr wenig von dem zu, was wir gerne hätten, aber es wird uns helfen, all das zu sein, was wir uns je wünschen können.

Lafcadio Hearn, 1850–1904

Aus einer Hüpfburg kann man auch gut in den Himmel gucken. Stephanie hat die verlassene Burg im Morgenlicht entdeckt. Danke für dein Foto!