
Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird zu leben.
Mark Aurel, 121–180
Rebekka hat diese magische Stimmung eingefangen. Dankeschön für dein Bild!

1897 schuf Paul Gauguin ein fast vier Meter langes und einen Meter hohes Gemälde, das er selbst als Haupt- und Meisterwerk betrachtete. In der oberen Ecke des Gemäldes finden sich drei Fragen:
Woher kommen wir?
Wer sind wir?
Wohin gehen wir?
Es sind die wesentlichen Fragen, die man sich als Mensch stellen kann. In uns allen wächst seit einigen Jahren die Sehnsucht nach dem Wesen-tlichen, vertieft sich nach dem Motto: „Last year it was an option, this year it is a question of survival“.
Wie beantwortest du für dich persönlich diese Fragen?
Welche Antworten hast du herausgefunden?
Dir einen jupiterfröhlichen Donnerstag mit vielen Antworten.
Wenn der Wald wie eine Kathedrale wirkt, ist das Denken manchmal ein wenig einfacher. Stephanie hat diesen magischen Ort gefunden. Danke dir!

Aschermittwoch. Traditioneller Startschuss in die Fastenzeit. Worauf möchtest du in diesem Jahr verzichten? Ich wäre für Grübelverzicht. Das ist eine enorm schädliche Unsitte, weit verbreitet und durch die letzten Jahre massiv verstärkt. Zu erkennen, wann das Gehirn in die Schleife gerät, aus der es sich kaum mehr lösen kann, ist der erste Schritt und dazu braucht es Bewusstsein und die Bereitschaft, sich selbst beim Denken zu beobachten.
Der nächste Schritt ist die Frage: Hilft mir das Grübeln? Falls ja, weitergrübeln. Falls nein – Danke, Gedanke. Atmen und nicht jedem Hirngespinst nachjagen, das sich präsentiert. Gedanken sind wie die Musik im Supermarkt. Du hörst sie, aber du musst ihnen nicht ihnen zuhören, sondern kannst weiter deiner Wege gehen. Das ist ein Übeweg. Das Denken in Schleifen ist eine Angewohnheit. Wie bei allen Angewohnheiten kannst du daraus auch eine Abgewohnheit machen. Die Fastenzeit ist eine gute Zeitspanne, um das zu üben. Was Jahre eingeschliffen ist, verschwindet nicht über Nacht, doch wenn du das die nächsten Wochen liebevoll angehst, immer wieder zu deiner Absicht zurückkehrst, wenn die alten Kräfte wieder greifen, kannst du in diesen Wochen vieles an Veränderung erleben. Probiere es einfach aus.
Knospen – für die Gemmotherapie wichtige Zutaten und für uns als Beobachter solcher Wachstumsprozesse Vorfreude. Danke an Ursula für deinen genauen Blick!

Der Rosenmontag hatte es in sich. Ein Teamcoaching mit einer großen Gruppe zum Thema Grenzen setzen – wir haben erlebt, wie vielgestaltig Grenzen in unserem Alltag erscheinen und wo wir überall an Grenzen stoßen. Wahrnehmungsübungen haben uns in Kontakt mit unseren Körpergrenzen gebracht, dem Spüren, wo uns andere Menschen zu nahe kommen und welchen Wohlfühlabstand wir brauchen.
Am Nachmittag ein Gespräch über die Frage, weshalb wir manchmal im Leben dazu neigen, ein Drama aus einer Situation zu machen und was die Gründe dafür sind und eine Aufstellungsvorbesprechung, die wir immer vor so einem Anlass machen, um Klarheit über die Aufstellfähigkeit der Klient:innen und das Thema zu bekommen. In diesem Jahr werden wir an zwei Tagen Präsenzaufstellungen haben, am 14. 5. und am 1. 10., wer sich für einen Termin im Mai interessiert, darf sich gern bei mir melden.
Am Samstag sind wir zu unserem Kraftort gefahren und haben einen wunderbaren Gutschein eingelöst in der Buchhandlung am Benediktushof. Nun ist ein Ikebanabuch neben einem herrlichen Gefäß und anderen literarischen Freuden bei uns eingezogen. Ein paar Stunden Auszeit dort sind Miniferien, eine Tasse Tee in Ruhe trinken und die vielen Menschen beobachten, die ihre Gehmeditation machen, eine Runde durch den Japangarten. Gern denke ich an Schweigeseminare zurück und dass mich regelmäßig die Sehnsucht nach einer solchen Woche umtreibt. Für manche Menschen ist Urlaub mit viel Kultur, Ausflügen und Kulinarik am erholsamsten. Für mich ist es Stille, in der nur die Natur spricht, vielleicht reden andere Menschen, ich darf schweigen. Ich muss nichts kommentieren und bewerten. Ich lausche nach innen, nach außen und bin einfach nur.
Allen einen frohen Abschluss der diesjährigen Fastnachtssaison.
Ein Blick in den februarlichen Garten am Benediktushof.

Eine spannende Woche beginnt. Für viele die letzten Faschingstage – allen Freude.
Ich werde diese Woche zahlreichen Menschen in unterschiedlichen Settings begegnen, im Coaching mit zwei Gruppen, eine groß, eine klein. In der Praxis im 1:1-Gespräch und so unterschiedlichen Themen. Ich werde angehende Heilpraktiker für Psychotherapie im Ausbildungskurs mit dem Thema Forensik vertraut, am Samstag die angehenden Cardea-Therapeut:innen mit dem Lebenswerk von Virginia Satir bekannt machen und am Sonntag haben wir Aufstellungen für Menschen, die mit tiefen Fragen kommen.
Das sind Begegnungen, die allesamt unterschiedlich sind und doch ein Ziel verfolgen: Wie gelingt mein Leben? Wie können wir mit dem, was wir erlebt, gelernt, entwickelt haben, unseren Alltag bewältigen und eine gute Zukunft gestalten? Was ist ein gutes Leben? Was ist der Sinn meines Daseins?
Ich freue mich auf diese Woche und wünsche allen einen guten Beginn und inspirierende Begegnungen mit herzensgütigen Menschen.
Wie das Meer jeden Tag verschieden ist, sind auch unsere Begegnungen mit Menschen. Sigrid hat das Foto gemacht, Danke!

Am Freitag gab es viel Austausch in der Ausbildungsgruppe der angehenden Heilpraktiker für Psychotherapie. Thema war Kinder- und Jugendpsychiatrie mit den Bereichen Ernährungs- und Bindungsstörungen. Leider haben viele Menschen mit diesen Themen ihre Erfahrungen gemacht. Beispiele wie Anne Lene Fossen zeigen, wie sehr die Betroffenen mit Schmerz und dem Leben an sich ringen. Was bedeutet es für uns, wenn Kinder sagen, dass sie nicht erwachsen werden wollen und das Essen einstellen?
Durch die letzten Jahre haben sich Zukunftsängste vor allem bei Kindern und Jugendlichen verstärkt. Sie sehen Stapelkrisen, von denen jede reichen würde für Sorgen: Klima, Kriege, langsamer Niedergang der Systeme.
Bewusstsein schaffen ist wichtig, dass es auf der anderen Seite unendlich viele positive Entwicklungen, Ideen und Ansätze gibt und wir uns eher ermutigen dürfen, vieles auszuprobieren, im Gehen zu lernen und dazu zu holen, was wir noch brauchen. Das erfordert Mut. Mut ist handeln trotz Angst. Es hilft, sich daran zu erinnern, dass Menschen durch Verbindung, Gemeinschaft, Unterstützung, Kreativität, Sensibilität und Lebensfreude zu Lösungen kommen können, die vorher nicht denkbar waren. Halten wir es für möglich. Und behalten wir die jungen Menschen im Auge, damit sie Zukunft nicht als Belastung und Strafe empfinden, sondern als Wachstumschance und Gestaltungsmöglichkeit.
Allen ein schönes Wochenende.
Stephanie hat morgens um 7 in Franken fotografiert. Morgens um 7 ist die Welt manchmal noch in Ordnung.

In diesen Tagen beschäftigt mich das Thema frühe Kindheit wieder einmal sehr intensiv. Es stehen Coachings mit Kinderkrippen- und Kindergartenteams an und ein Elternabend, zu dem ich von einem Kindergarten eingeladen wurde. Was ist wichtig in den ersten sieben Lebensjahren? Wie gehen Paare mit der neuen Situation des Elternseins um? Wie gelingt der Spagat zwischen Beruf und Kind/Familie ohne Rückgriff auf alte Rollenmuster?
Es sind Lernprozesse, die wichtig sind – ein Kind verändert das Leben vollständig. Es bedeutet Verantwortung und Freilassen, Sicherheit geben und Klarheit von Regeln, Rituale und Rhythmen lebendig in den Alltag integrieren. Hülle geben auf allen Ebenen (Haut, Beziehung, Raum/Umwelt) ist im ersten Jahrsiebt eine wichtige Aufgabe, damit aus einem Säugling ein interessiertes Kind wird, das dann Schulreife erreicht. Dazu braucht es körperliche Geschicklichkeit, frische Luft, Bewegung, Vertrauen, Probieren und Scheitern dürfen. Es braucht Anregungen und Ruhe, Rennen und toben und vorgelesen bekommen – wie alles ein guter Wechsel, am besten in einem klar gegliederten Tag, der Verlässlichkeit verspricht.
In der Arbeit mit den Teams wird es um Grenzen gehen. Wie erkenne ich die Grenze des anderen, wie meine eigenen, wie kommuniziere ich das, wie gehe ich im Kindergarten, in der Krippe mit den Grenzen des Kindes um? Wichtige Fragen, die Aufwachsen in Achtsamkeit ermöglichen. Dann gilt Joseph von Eichendorff: „Viele verschieden gestimmte Saiten geben erst Harmonie.“ Nicht selten ist das eine spannende Reise für alle, auch die die Kinder begleitenden Erwachsenen.
Allen einen freundlichen Venustag.
Eines meiner Lieblingsfotos und immer wieder Bildschirmhintergrund bei mir. Danke, Ursula!

Keiner von uns weiß, wie lange unser eigenes Rosendasein währt. Manchmal haben wir zu viel Angst, das Leben anzunehmen, halten uns nicht für würdig, glauben, wir hätten keine Freude und Liebe verdient. Manchmal vergeuden wir es nach Kräften, um durch Schockmomente daran erinnert zu werden, dass Leben allein deshalb kostbar ist, weil es begrenzt ist.
Wie möchte ich meine Lebenszeit gestalten? Kann ich das überhaupt? Viele Menschen können ihr Leben nicht in Freiheit und nach eigenem Ermessen gestalten, aus vielerlei Gründen. Größe hat, wer im Rahmen der Gegebenheiten innere Freiheit erringt und die Flügel der Phantasie benutzen kann, zu reisen, zu fliegen, Begrenzungen hinter sich zu lassen.
Freiheit ist ein extrem kostbares Gut. Meine Freiheit endet, wo die des anderen beginnt. Wir sind eingeladen, eine Wahl zu treffen. Ich wähle, dies zu tun und jenes zu lassen, dieses zu denken und jenes an den Rand zu schieben. Wer bestimmt in meinem Kopf? Die Gedankensuppe, die mich trudelnd nach unten zieht oder ein Ich, das der Gedankensuppe den entsprechenden Topf gibt und ansonsten die Baustelle zwischen den Ohren sauber hält? Bin ich meinen Gedanken und Gefühlen ausgeliefert oder selbst schuld, wenn ich ihnen glaube?
Fragen, die gestern ein wichtiger Bestandteil der Arbeit waren. Wir sind alle antwortsuchend. Manchmal finden wir sie und manchmal findet eine Antwort uns.
Allen einen freundlichen Jupitertag!
Zwei erstaunliche goldene Gebilde hat Ursula im Baum entdeckt, die an der Schnur hängen, als würden sie um einen großen Wurm streiten. Danke für das Bild!