
Es gibt Fragen, die mich tief beschäftigen. Oft betreffen sie Menschen auf dem Sprung in ihr Leben, den sie nicht machen. Prüfungen verweigern, kein Schulabschluss, keine Ausbildung ist das Richtige, Jobs werden nach Tagen abgebrochen. Irgendwann sitzen sie daheim im zu klein gewordenen Kinderzimmer, verschwinden hinter dem Vorhang aus Negativität und manchmal Drogen. Eltern erreichen ihr erwachsenes Kind nicht mehr, es schläft tagsüber und zockt nachts am PC, Freundschaften werden gecancelt.
Verweigerung, Rückzug – oft steckt Angst dahinter, nicht gut genug zu sein, es wird nicht genau hingeschaut, ausprobiert, Alternativen gesucht. Rückzug ist ein Alarmsignal, Abbruch sozialer Kontakte fragt laut: möchte jemand noch am Leben teilnehmen oder nicht? Schritte sind klein, mühsam – Vertrauen aufbauen, Frustrationstoleranz erhöhen, Widerstände als Wurzelfestiger nehmen, sich auf Bindungen einlassen und Sinn im Kleinen entwickeln.
„Das System“ ist darauf Herausforderungen nicht eingestellt, eine Folge aus Pandemie, falscher Langeweile durch Übersättigung, wenig Freude an Lernen und Herausforderung, zu viel Rücksichtnahme und Fehlen von Sinn. Zudem fehlt Unterstützung von Eltern in Erziehungsfragen, Lauschen auf das, was vom Kind her kommt und ZuMUTungen, an denen man wächst. Neu ausrichten ist viel schwieriger als von Anfang an liebevoll bei genau diesem Kind zu sein.
Manchmal möchte ich Morgensterns „Was wärst du Wind“ als Ermutigung jungen Eltern an die Hand geben.
Lost places. Stephanie hat das Bild gemacht, Danke!
