Wochenend-Nachdenk-Input

Bach hat in seinem Zitat dezent darauf verwiesen, dass es der Lebenskunst bedarf, wenn man als Künstler sein Dasein fristen will. Die Pandemie hat der Kunst mächtig ein Bein gestellt. Viele Künstler kämpfen ums Überleben, versuchen, auf diverse Weisen Geld zu verdienen und ihr Künstlerdasein nicht aufgeben zu müssen.

Generell gilt: Eine Gesellschaft ohne Kunst, Künste und Künstler ist tot. Kunst ist überlebenswichtig. Sei es, dass man sie betreibt, sei es, dass sie den Menschen beschenkt. Machen wir uns doch mal bewusst, WIE aufwändig es ist, ein Instrument zu beherrschen. Viele Jahre  braucht das Kind oder der erwachsene Lernende, bis die entsprechende Fingerfertigkeit in Fleisch und Blut übergegangen ist. Wie viele Stunden Musiker üben, macht sich kaum jemand bewusst. Unsere Kinder haben jeden Tag mehrere Stunden ihre Instrumente geübt und stets begann es mit Grundübungen. Was sie quasi wie nebenher erlernt haben, war die Kunst des Notenlesens. Die Kunst, im Orchester eine Stimme zu sein, im Quartett aber eine ganz eigene. Im Chor nicht aufzufallen, als Solosänger aber sein eigenes Profil zu haben. Sie lernten unfassbar viele Musikstile, Komponisten und damit Möglichkeiten kennen, die Welt zu beschreiben.

In meinem Kunstgeschichtsstudium habe ich über mehrere Jahre die Kunst der Beobachtung erlernt. Wir haben uns mit kleinsten Details von Kunstwerken befasst, um die wahre Meisterschaft sehen zu können. Das Auge wurde durch Training empfindsam der Arbeit des Schaffenden gegenüber. 30 Jahre Buchlektorat haben uns geholfen, die Welt der Sprache zu durchdringen.

Unser Leben wäre ohne die Mühe, die sich Künstler machen, arm. Täglich ist Kunst in irgendeiner Form Bestandteil unseres Lebens. In unserer Arbeit in der Praxis geht es um Lebenskunst in jeder Form, ebenso in unserer Schule.

Eine Gesellschaft, die den Menschen die Kunst nimmt, wird roh, materialistisch und verhindert, dass sich Herzen erheben, sich Menschen mitgenommen fühlen in die Welt der Phantasie, in die Welt der Gefühle, in tiefe Wahrheiten gelangen nur durch das Hören eines Werks von Johann Sebastian Bach. nur mit diesem Komponisten könnte man junge Menschen erziehen und sie würden alles wissen, was notwendig ist.

Wer seinen Kindern ein Brot schön dekoriert, sich selbst Blumen auf den Tisch stellt und es sich daheim gemütlich macht, feiert Lebenskunst. Wer Freundschaften pflegt und sein Herz öffnen kann, lebt Lebenskunst.

Wir wünschen allen, dass sie ein wunderbares, kunstreiches Wochenende verbringen. Behalten wir die Kunst als wesen-tlich für uns im Herzen.

Von der Festung aus schweift der Blick über den Main. Theresa hat am Montag das Foto gemacht. Danke!

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