Von der Kunst des richtigen Gießens und mehr

Was für einen Schatz haben wir in den letzten Tagen bekommen – der erste Teil unserer Kneipp-Gesundheitsausbildung konnte endlich in Bad Wörishofen direkt stattfinden und das im Kneipp-Jubiläumsjahr! Fünf Tage tiefes Eintauchen in die Lebensgeschichte des berühmten Wasserdoktors und seine fünf Säulen: Ernährung, Heilkräuter, Bewegung, Wasser und die Grundlage von allem, die Lebensordnung. Tolle Referenten und jede Menge Üben standen auf dem Programm und Bewegung, Bewegung, Bewegung. Ich bin gespannt, wann der Muskelkater nachlässt.

Mit einer tollen Gruppe Menschen haben wir uns aufgemacht, um sehr gründlich und unter sorgsamer Anleitung zu lernen und zu üben. Da es ja perfekt von der Jahreszeit her war, konnten wir im Heilkräutergarten jede Menge direkt sehen und kennen lernen (was für uns jetzt nichts wirklich Neues war, die Kräuter stehen alle bei uns auch im Garten).

Besonders spannend fand ich die Gusstechnik, denn die Kunst des Gießens stand bei Kneipp hoch im Ansehen und was so einfach vom Bademeister ausschaut und ihm leicht und locker von der Hand geht, ist alles andere als einfach. Gerade auch Waschungen mit Essigwasser – wie war nochmal die Strichführung? Rechts oder links herum? Im oder gegen den Uhrzeigersinn? Wegen mir hätte ich mich den ganzen Tag begießen lassen können, aber nein, hier gilt es wie immer das rechte Maß zu finden.

Was ist Wirbelsäulengymnastik mit dem Besenstiel, wie geht Wassertreten bei Kniearthrose, was würde Kneipp an Ernährung heute anraten und welche Werte sind Menschen wichtig – es war ein ordentlicher Rundumschlag mit tollen Referenten und Abwechslung.

Da wir am Sonntag am Nachmittag schon Kursende hatten, haben wir es mit Dauerlauf noch ins Kneippmuseum geschafft und dort die herrlichen Puppen entdeckt, mit denen die Kneipp-Schüler früherer Jahre gelernt haben, wie man die Wickel richtig anwendet. Na dann! Wir haben erst im zweiten Teil Wickel, Auflagen und jede Menge weitere Güsse und Anwendungen vor uns. Bis dahin heißt es – üben, üben, üben und jede Menge lernen, denn die fünf Säulen sind sehr umfangreich.

Wir hatten Glück, dass es warm war (relativ aus meiner Sicht) – so konnten wir unbedenklich „pritscheln“ (mit Wasser arbeiten) und die Wasseranwendungen ausprobieren, ohne dass wir gleich zu einer Kneippschen Rosskur greifen mussten, denn Hochwürden heilte sich von seiner Lungentuberkulose durch kurze Tauchbäder in der eisigkalten Donau ab November. Er hätte uns vermutlich was erzählt von wegen „warm duschen“.

Wir müssen alles erstmal in Ruhe sacken lassen und uns dann ans tüchtige Lernen machen. Was für eine großartige Ergänzung zu unserem Programm und unserer Arbeit oder besser gesagt – nachdem wir schon mit unseren Kindern liebend gern in der Kneippanlage im Steinbachtal waren, als sie klein waren, ist das nun ein sich schließender Kreis hin zu den Wurzeln.

Allen einen erfrischenden Schenkelguss zum Mittwoch! Kalt natürlich!

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