Vom inneren Frieden

„Es gibt keine kleinen Gedanken. Alle stören gleichermaßen meinen inneren Frieden.“ Über diesen Satz bin ich vor Wochen gestolpert; seither wandert er regelmäßig durch meinen Geist. Ich beobachte seitdem, wie wahr diese Aussage ist. Wenn ich in einen stillen See einen Stein werfe, gibt es Kringel auf dem Wasser. Es ist nicht wichtig, ob der Stein klein oder groß ist, es reicht für Kringel. Kringel entsprechen unseren Ablenkungen, Störungen, auf jeden Fall ist das Wasser dadurch unruhig und es braucht seine Zeit, bis der See wieder still daliegt.

Mir ist an dieser Aussage bewusst geworden, wie oft wir werten (was ist klein oder groß in dem Fall) und wie wenig ernst und achtsam wir mit unserer Seelenruhe, der „Meeresstille des Gemüts“ umgehen. Den ganzen Tag prasseln irgendwelche Steinchen auf unsere Oberfläche. Egal, wie groß oder klein sie sind, sie haben Wirkungen. Oft genug bemerken wir nur die Kringel und machen uns auf die Suche nach dem auslösenden Stein, geben viel Zeit und Energie in die Suche und stellen oft fest: es hat sich nicht gelohnt, sich aufzuregen, der Auslöser war es nicht wert. Dennoch – die Seelenruhe war gestört.

Ein Resultat dieser Erkenntnis: Auch sehr früh am Morgen lege ich den Telefonhörer von der Gabel, wenn ich mich zur Meditation hinsetze. Wenn ich bestimmte Arbeiten erledige, erlaube ich keine Störung mehr, keine Kringel auf meiner Konzentrationsoberfläche. Nach meiner Testphase kann ich sagen: gut so. Seit fast einem Jahr habe ich Außeninput ohnehin gut reduziert, stündliches Checken von Nachrichten ist nicht meins. Mailzeiten werden ebenso wie Zeiten für Posts und die Durchsicht von Anfragen konzentriert und in Zeitfenstern zusammengefasst bearbeitet. In denen gibt es keine Störung. Das bewährt sich, denn irgendwas ist immer.

Von innerem Frieden bin ich als cholerisches Temperament meistens ein Stück entfernt, aber mehr innere Ruhe ist ein guter Anfang. Wobei die Aussage „ich kann in jeder Situation eine Einladung zum inneren Frieden sehen“, die mir gestern unerwartet unterkam, ein ausgesprochen überdenkenswerter Satz ist. Den Klienten sage ich gern: „Du kannst den ganzen Tag Angst haben, du musst aber nicht“. Ich frage seit gestern: „Was ist das Friedensangebot in dieser Situation? Ich muss mich nicht den ganzen Tag über xy aufregen.“ Verändern wir den Blickwinkel, nehmen wir andere Varianten der Welt wahr.

Wo möchtest du heute einen neuen Fokus probieren? Welcher Satz könnte heute für dich wichtig werden?

Allen einen bewegenden Merkurtag!

 

Der Bergsee ruht ganz gut in sich, zumindest auf dem Foto von Maike! Danke dir!

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