Tief beeindruckend

In den kurzen Hamburgaufenthalt habe ich hineingepackt: Besichtigung der Elbphilharmonie, Der König der Löwen, zwei Stadtführungen, eine mehrstündige Schifffahrt, bisschen Stadtgucken (gern bei Schietwetter mal wieder, nix für mich bei über 30 Grad), Magellanterrassen, Kunsthalle (yesssss!).

Was mich jedoch am meisten beeindruckt hat, war ein stoffbezogener Knopf aus dem Jahr 1622. Am Gewand von Alessandro Peretti di Montalto. Das Besondere daran: Gian Lorenzo Bernini hat diesen Knopf aus Marmor gehauen. Das erste Mal im Leben stand ich nur Zentimeter vor einem Werk von Bernini, dessen Skulpturen für mich etwas Besonderes sind. Zum ersten Mal konnte ich wirklich Berninis unfassbare Behandlung des Marmors aus nächster Nähe wahrnehmen. Jahrelang hing Berninis David-Kopf neben dem von Michelangelo an meinem Schreibtisch als Beispiel für die Interpretation eines Themas von zwei unglaublichen Meistern. Wenn Skulpturen Geschichten erzählen können, bin ich so begeistert wie von besagtem Knopf, der so gearbeitet war, dass man den Stoff quasi fühlen konnte. Ein Highlight für mich, für das sich die Fahrt schon gelohnt hat.

Das zweite waren die Werke von Runge und Friedrich. Friedrich war eines meiner Abiturthemen im Fach Kunst, seine Werke begleiteten mich seit mir eine Postkarte seines „Mönch am Meer“ in die Hand gekommen war. Sofort war ich fasziniert und begann alles über Friedrich zu sammeln. Im Studium war Bernini der Startschuss für meine Begeisterung für Skulpturen. Stupende Behandlung des Marmors. An einem Ort so viele Begegnungen mit Werken, die ich bis ins kleinste Detail kannte und nun „in echt“ erleben durfte.

Fast den ganzen Tag verbrachte ich in der Kunsthalle (die übrigens auch Böcklins Heiligen Hain beherbergt, das nächste Highlight). Dort könnte man Jahre zubringen und wäre nur mit Staunen beschäftigt. Wie reich beschenkt kann man nach Hause fahren!

 

Ein Erlebnis der anderen Art – unter einer Brücke stehen und direkt über einem rauscht eine Hochbahn hinweg. Ich sags mal so – diese Schrauben waren beruhigend stabil.

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