Montags-Nachdenk-Input

Nestroys Zitat greift es schön – kaum ist etwas bewältigt, folgt  die nächste Herausforderung. Letzte Woche meinte ein Klient ein wenig genervt: „Wird es denn auch mal ruhig?“ Ich glaube schon. Es gibt in jedem Leben Phasen der Ruhe, auch wenn sie gefühlt kurz sind. Phasen, in denen Dinge funktionieren, wir Alltag haben. Der nervt uns irgendwann und es heißt: „Tretmühle“. Erstaunlicherweise ist es genau dieser Alltag, den sich die meisten Menschen mit lebensbedrohlichen Krankheiten wünschen, wenn sie sagen: „Ich möchte einfach mal wieder einen ganz normalen Tag haben.“

Offenbar sind wir sehr geneigt, uns stets mit dem Abwesenden zu beschäftigen, nicht mit dem, was gerade ist. Grübelschleifen fräsen sich in unser Denken, denen wir ausgiebig folgen und meinen, mit noch mehr Nachdenken würden wir irgendwann auf gute Lösungen kommen. Reflektion ist sinnig. Wenn das Denken zum Selbstläufer wird und permanent in Schleifen läuft, müsste uns auffallen, dass das weder zur Lösung des Problems noch zur Steigerung der Stimmung beiträgt.

Das Bambusfoto erinnerte mich daran, wie wichtig Flexibilität ist. Der Bambus ist hochflexibel, im Sturm biegt er sich, bricht aber nicht. 2020 ist ein Jahr, in dem trainieren wir das kollektiv. Theoretisch jedenfalls. Praktisch haben wir die Situation, dass sich viele in jeweiligen Nischen festsetzen und ihre Ansichten betonieren und neue Schleifen pflegen.

Probleme löst man nicht durch permanentes Wiederkäuen wenig zielführender Marter- und Foltergedanken. Das kann man mal ne Zeitlang machen, das ist vollkommen in Ordnung, aber irgendwann muss man die Hacke in die Hand nehmen und den Boden auflockern, um Neues zu säen. Denn an irgendeinem Tag möchte ich ja wieder etwas ernten und das kann ich erst, wenn ich mich der Mühe des Hackens, Grabens, Säens, Hegens und Pflegens unterzogen habe.

Gestern habe ich einen großartigen Input bekommen zum Thema Selbstdisziplin, Zeitmanagement und Prioritäten von Peter Kreuz und Anja Förster, deren neues Buch erschienen ist. Klare Aussagen für Menschen, die gewohnt sind, Verantwortung für ihre wertvolle Lebenszeit zu übernehmen. Manchmal ist das der Unterschied zwischen Menschen, die trotz aller Lebensrückschläge, Krisen und Katastrophen, die alle treffen, aufstehen und immer wieder neu anfangen und Menschen, die aufgeben. Dieser Moment des Umschwungs zwischen „wird ja nie mehr gut“ zu „schauen wir einfach mal, was geht.“ Genau diesen Moment wünsche ich allen zum Wochenstart, die gerade in Grübelschleifen hängen. Zukunft „geschieht“ nicht einfach so. Wir gestalten sie. Wie soll sie für dich sein?

Allen einen wunderbaren Montag.

 

Den hochgewachsenen Bambus hat Theresa fotografiert, vielen Dank!

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