Montags-Nachdenk-Input

Not-wendige Wandlung. Auf welches Jahr würde es besser passen, oder? Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass immer mehr Menschen verstehen, was Wandlung meint. In einem alten Kirchenlied heißt es „Ändert den Sinn“. In den Heilungsgeschichten des Neuen Testaments lesen wird „Steh auf, nimm dein Bett und wandle“. Darüber denke ich seit Jahren nach und lese es so: Jesus geht nicht hin und „macht etwas“. Er sagt: „Steh auf“. Für jemanden, der bettlägerig ist, ist das eine erstaunliche Ansage. Ich interpretiere das so: Wenn dir etwas wichtig ist zu tun, dann musst du auch aufstehen und handeln. Bleibst du liegen, lässt du geschehen, auch eine Entscheidung. Aber für das, was wir wahrhaftig wichtig, was wesentlich ist, wirst du nicht umhin können als aufzustehen, einzutreten dafür, Flagge zu zeigen. Und es ist die erste Ansage des Satzes. Für mich bedeutet es: Es ist stets deine Entscheidung, ob du für etwas auf/einstehen willst oder nicht. Aber wenn Veränderung geschehen soll, musst du aufstehen. Und zwar alleine. Denn du musst begreifen, dass die Verantwortung für dein Denken, Fühlen und Wollen ganz bei dir alleine liegt. Stand by your man.

„Nimm dein Bett“ – wenn wir das wörtlich nehmen, wäre es in meinem Fall ein massives Holzbett, 2 Meter auf 2 Meter, plus Matratzen und allem, was dazu gehört. Die Vorstellung, das „mal schnell zu nehmen“, hat was. Ich übersetze das so: „Es riecht nach Arbeit.“ Da ist also was zu tun, von alleine wird’s nicht laufen. Herrlich! Es zeigt klar auf: Veränderung ist mit Arbeit verbunden und nicht zu knapp. Und es könnte so richtig anstrengend sein.

„Und wandle“ – wandeln hat viele Bedeutungen. Im antiken Griechenland gab es die Wandelhallen, die Menschen gingen dort philosophierend umher, den Umstand nutzend, dass gleichmäßiges Dahinschreiten eine echte Denkhilfe ist. Ich bin Langsamlerner, ich lerne immer laufend und nutze das Prinzip des „in Fleisch und Blut“-Übergehens wörtlich. Die Peripatetiker wandelten und kamen zu guten Erkenntnissen. Also könnte es in Bezug auf unsere Fragestellung bedeuten: Mach dich auf den Weg der Veränderung! Wandeln bedeutet aber auch wirklich ver-wandeln. Aus etwas Negativem etwas Positives generieren. Verändern. Beides: gehend verändern. Procedere heißt voranschreiten – Heilung als Prozess. In einem einzigen Satz zusammengefasst, genial.

Was mir daran auffällt: Das ist eine klare Ansage. Die bräuchte es oft, wo Flauschiges gern das Auge täuscht. Es ist eine knappe Gebrauchsanleitung für das Leben insgesamt. Und es ist eine Aussage in größtmöglicher Freiheit – Jesus verlangt nicht, dass jemand etwas tut. Er stellt es dem Menschen vollkommen frei, aufzustehen oder es bleiben zu lassen. Er vertraut dem Menschen, den er anspricht, dass er die für ihn richtige Entscheidung trifft.

Wann immer mir dieser Satz in den Sinn kommt, begeistert er mich.

Allen einen guten Start in eine neue Woche, in der wir aufstehen (zu uns stehen, uns über uns klar werden), unser Bett nehmen (bereit sind, an uns zu arbeiten) und wandeln!

Das wunderschöne Foto hat Ursula gemacht, Dankeschön.

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