Montags-Nachdenk-Input

Der Baum steht. Die Krippe ist aufgebaut. Kind 1 ist wohlbehalten angekommen und mit Kind 2 unterwegs. Alles ist verpackt, wobei ich dieses Jahr zumindest im engsten Familienkreis weitgehend darauf verzichtet habe, es gibt Sinnvolleres als Geschenkpapier oder wie sagt Kind 1 so treffend: „Geschirrhandtücher kann ich immer brauchen“ – korrekt. Japaner haben eine wunderbare Falttechnik für Stofftücher und Geschenke. Ich bin leider vollkommen unbegabt, sehr bedauerlich. Stofforigami ist nicht meine Baustelle als Grobmotoriker.

Wir haben unseren Baumschmuck durchsortiert und uns von Dingen getrennt, die seit Jahren von Schachtel zu Schachtel wandern unter dem Aspekt „wer ist beleidigt, wenn wir das wegtun“? Simplify your life. Der Baum wird im Garten als Abdeckmaterial für die Rosen wie jedes Jahr wiederverwertet, aber auch da gäbe es aus meiner Sicht Alternativen. Noch ist der familieninterne Protest zum Baumverzicht zu groß, ich bin überstimmt. Okay, ich gelte gemeinhin nicht als Fan von Festen jedweder Art und meide alles, was diesbezüglich machbar ist.

Mir wäre nach gar nix, ich würde stille Denktage bevorzugen, an denen der Geist einfach schweifen kann. Für mich ist das lebensnotwendig, Tage, an denen niemand spricht und ich in aller Ruhe denken kann. So entsteht Freiheit. Deshalb denke ich auch bevorzugt woanders nach als daheim, Abstand hilft, Dinge im korrekten Maßstab zu betrachten. Weihnachten ist super für Kinder, mir würde mittlerweile das Weihnachtsoratorium vollkommen reichen, ich brauche keine x Gänge-Menus und Trallala. Ein gemeinschaftlich zufriedenes Schweigen mit Blick in die Landschaft und Bach im Ohr hat durchaus Vorteile, oder?

Allen gute Vorbereitungen fürs Fest, bleibt friedlich und entspannt. Familie, die sich versammelt, hat mächtig viel Potential, aber wem ist mit Streit und Zank gedient? Alkohol hilft ganz sicher nicht eine Sekunde weiter, im Gegenteil. Immer schön nüchtern bleiben und genau hinschauen ist der schlauere Weg. Tief durchatmen, 50 Meter innerlich zurücktreten, sich sagen „the same procedure as every year, Miss Sophie“ und die Antwort wird „yes“ sein. Und wenns rum ist, war es ja meistens auch wieder nett. Eines Tages werde ich Weihnachten nur mit Polarlicht und Bach begehen. Ich schreib es mir auf den Wunschzettel für 2035. Wobei Polarlichter fakultativ wären.

Allen einen guten Wochenstart und allen, die in den Geschäften den Irrsinn durchstehen müssen, allerbeste Nerven. Und allen Eltern erst recht!

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