Mittwochs-Nachdenk-Input

Spannend, was für eine Wundertüte Tage sein können. Manche enthalten Dinge, die einem gänzlich unbekannt sind, Thesen, die den Horizont erweitern oder einen sprachlos mit offenem Mund zurücklassen. Gespräche, die andere Wege nehmen als gedacht und zu erstaunlichen Erkenntnissen und Zielen führen. Vertrautes wie Staubsaugen, Boden wischen, Salat schnippeln. Anrufe gehen ein, Mails, verlangen nach Antworten, Termine werden gebucht und möchten bestätigt werden. Welke Rosen warten aufs Abschneiden. Blütenberge auf dem Weg wollen gefegt sein. Wäsche wird auf- und wieder abgehängt. Dazwischen erfährt man von Geburten und Todesfällen. Diagnosen werden berichtet. Manche sind gut, besser als befürchtet, andere sind schrecklich und es gibt kaum etwas darauf zu sagen. Ich sehe Babyfotos und werde gefragt, welchen Text ich für eine Trauerkarte wählen würde.

Die Welt an einem Tag. Die gesamte Bandbreite von Geburt bis Tod. Von Schmerz bis Freude.

Pausenanker zwischendurch: Bücher. Sie helfen, mich wieder einzunorden, die Mitte zu finden. Oft sind es Sachbücher. Oft ein Band mit Rilke. Es gibt Bildbände, die habe ich tausendmal in der Hand gehabt, weil sie immer wieder schön sind. Eine restlos zerfledderte handgeschriebene Ausgabe des Tao te King. Hunderte Notizzettel in Boxen mit „wichtigem Inhalt“. Nach meinem Aufenthalt in der „blauen“ Welt gibt es dann wieder die rote Pille. Willkommen in der Realität. Gut, wenn man zwischen Welten wandern kann.

Was ist DEIN Lieblingsbuch? Gibt es eines, das dich lange schon begleitet? Warum?

Allen einen feinen Wochenteilungstag.

Danke an Theresa für das Foto vom Jakobsweg.

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