
Manche Nächte sind kurz, sehr kurz. Der Grund: Angstzustände und Unruhe beim Bruder, den wir pflegen. Er sitzt im Bett und schimpft lautstark, ist in einer vollkommen anderen Welt. Ansprechen, danebensitzen, zurückholen. Er ist wieder da, gähnt, ich wieder ab ins Bett. 30 Minuten später wiederholt sich das und so die ganze Nacht. Am Morgen sind es die falschen Socken, das falsche Oberteil, der Puzzlestapel kippt um, 12 Puzzles sind ausgekippt. Alle Teile auf ein großes Tablett, die 12 Platten um ihn herum – heute schafft er das nicht. Sonst geht das, heute nicht. Er hat Kopfschmerzen, das bekommen wir heraus und geben mehr zu trinken, Minze in den Nacken und einen kalten Waschlappen auf die Augen. Schlafen – Fehlanzeige. Systemcheck – Windel sauber. Keine Falte drückt. Es scheint ihm keine direkte Sonne ins Gesicht. Er bekommt einen Schokopudding als Nachtisch, also Freustufe 1. Es nutzt nix. Wir checken die Wetterapp, ob ein gravierender Wechsel ansteht, Mondphase. Nicht mal Lavendelspray hilft. Fazit: Manche Tage sind anstrengend, doch auch sie gehen vorüber und wir hoffen auf eine bessere Nacht.
Stephanie hat das feine Bild gemacht. Dankeschön!
