Klein UND oho!

Was wiegt zwischen 150 und 300 Gramm und ist das größte lymphatische Organ in deinem Körper? Genau, die Milz, bei manchen Menschen in der Variante mit Nebenmilzen, geschützt vom Rippenbogen, oder, wie es Medizinstudenten lernen: Drei Betriebswirte mit acht Koffern fahren am 13. (Maße der Milz 3 x 8 x 13) mit 200 Sachen (Gewicht rund 200 Gramm) im 911er (die Milz liegt zwischen der 9. und 11. Rippe. Sag einer, die Anatomen seien nicht kreativ).

Manchmal wird die Milz als überflüssig betrachtet, doch kennt der menschliche Körper keine überflüssigen Bestandteile. Die Milz hat wichtige Aufgaben in Bezug auf unsere Infektabwehr und die Erneuerung der Zellen, zudem ist die Milz der Speicherort für Blutbestandteile wie Erythrozyten, Lymphozyten und andere. Alte oder deformierte Blutzellen werden in der Milz aus dem Verkehr gezogen durch Fresszellen, Mikroorganismen oder im Blut umherwandernde Immunkomplexe und andere Stoffe werden entfernt. Die Milz produziert wichtige Stoffe wie Gammaglobulin zur Immunabwehr, trainiert Lymphozyten und ist bis zum Alter von rund sechs Jahren an der extramedullären Blutbildung mitbeteiligt.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin hat man eine andere Sicht auf die Milz, die dort das Blut in Gefäßen hält und die Organe am Platz, Energie im Körper verteilt, kalte Nahrung mit erwärmen hilft und wichtig ist für Denken, Lernen, Konzentration und Vorstellungskraft.

Hildegard von Bingen verdanken wir ein Mittel zur Milzeinreibung aus Frühlingstannennadeln, -Rinden und –Holz, Butter, Salbeiblättern und Wasser, woraus eine Salbe hergestellt wird, die auf das Sonnengeflecht aufgetragen wird.

Die Milz tritt bei Unfällen ins Bewusstsein, weil sie reißen kann. Spannend: Es gibt ein Volk von Apnoetauchern, die (von anderen so genannten) Bajau des malaiischen Archipels, sogenannte See-Nomaden, deren Milz vergrößert ist und die so länger unter Wasser tauchen können.

Hast du dir jemals Gedanken darüber gemacht, dass du eine Milz hast und ihr ein Dankeschön für ihre Arbeit geschickt? Guter Moment – jetzt!

 

Einen feinen Venustag! Stephanie schenkt uns den Blick auf einen blauen Basler Sommerhimmel mit ungewöhnlicher Rahmung. Danke dir!

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