
Diese Woche ist Halloween. All Hallows Eve. Ein Tag, an dem sich die Schleier zwischen den Welten etwas weiter öffnen. An Michaeli haben wir uns Kraft geholt, die Drachen in uns anzugehen, nun zeigen wir außen unguten geistigen Wesen mit Kürbisfratzen und Kostümen, dass es bei uns von dieser Sorte Wesenheiten schon voll ist. Die Menschen stellten einst ihren Verstorbenen Essen auf die Fensterbank als Zeichen der Wertschätzung, es sind Tage und Nächte, in denen man gern auf sich und seine Lieben achtgibt.
Die alten Rhythmen und Weisheiten verlieren sich, der tiefe Sinn hinter dem Aller-Heiligen-Abend (die als stärkende Schutzkräfte den negativen Wesenheiten entgegentreten) ist einem Süßigkeitenfest gewichen. Wir erleben Mangel ans Angebundensein an die Atemprozesse der Welt und die Weisheit in der Abfolge der Jahreskreisfeste, ohne das benennen zu können. Natur ist entweder ein Supermarkt, den man ausräumen kann oder ein Sportplatz. Dass Heilendes heilig ist, Rituale uns verbinden mit anderen Menschen, der Umgebung und dem Jahreskreis, also dem, was wir wirklich als materielle und seelisch-geistige Wesen selbst sind, haben wir oft vergessen. Wir erleben selten Momente der Andacht in der Natur, der Demut vor der gewaltigen Schöpfung. Vielleicht ist das bewusste Beobachten an diesen Schwellentagen eine Einladung, wieder mehr in Verbindung zu kommen mit den Menschen, die vor uns auf dieser Erde waren und jenen, die nach uns kommen. Wo sind wir wertschätzende Nach- und Vorfahren, die behüten, wahren und erneuern auf allen Ebenen?
In alten Büchern finden wir manche Weisheit, vieles in Märchen, Sagen, Legenden und den Erzählungen der älteren Menschen über Bräuche und überliefertes Wissen – wie seit jeher. Theresa hat diese Folianten in Schweden fotografiert. Danke dir!
