Einfach nur staunen

Im Morgengrauen draußen im Garten – vieles ist endlich ins Haus zu holen und zu trocken wie Lavendelblüten, Bergtee und das duftende Bergbohnenkraut. Kaum über die Büsche gebeugt, springen die Stechviecher in Zehnerreihen hoch, wenn sie mich sehen. Egal, heute musste es sein, sonst stehen wir im Winter da und haben nichts. 24 Stiche in 20 Minuten sind echt typisch für mich. Auch zweimal Haarewaschen reicht nicht, um alles aus den Haaren zu bekommen. Das Seltsame – weder am Meer noch im Allgäu habe ich diese Probleme draußen. Vielleicht, weil Seminare für mich ein bisschen wie Urlaub sind oder weil es dort einfach andere Tiere gibt, die mich nicht so stechen. Nun duftet es nach frischen Kräutern, endlich! Im Winter kann ich aus dem Vollen schöpfen. Netterweise blüht mein Lavendel in Etappen, so habe ich immer was zum Trocknen und genug Blüten im Garten für die Bienen.

Prüfungen können Menschen derart zusetzen, dass sie regelrecht krank daran werden. Manche Studiengänge sind so angelegt, dass viele Prüfungen in kurzer Zeit angesetzt werden und das bedeutet für die Studenten, in wenigen Tagen eine Klausur nach der anderen zu bewältigen. Das stresst oft Monate im Voraus schon. Nicht wenige können nicht mehr essen und schlafen. Ich frage mich: Ist das wichtig zur Vorbereitung auf wahrhaft stressige Berufe, in denen man in Sekundenbruchteilen und nach einem vielleicht schon langen Dienst noch lebensrettende Entscheidungen treffen muss oder dient es zum Aussortieren nicht stressresistenter Kandidaten oder ist es einfach nur tradierte Schikane.

In der Praxis ein weiteres Phänomen, das derzeit häufiger anzutreffen ist: Generationenkonflikt vom Feinsten. Zwei Generationen, zwei unterschiedliche Menschen, keine Einigung in Sicht trotz großer Bereitschaft auf der einen Seite und körperliche Reaktionen wie zu viele Herzschläge, die die Gesundheit bedrohen. Unser Herz reagiert auf psychische Belastung sehr feinfühlig und hochsensibel. In diesen Umbruchzeiten haben zahllose Menschen Herzbeschwerden, die oft durch die Umstände im Außen mit verursacht werden.

Mutig, Vermittlungshilfe anzunehmen, um Fehlentscheidungen zu verhüten und mutig, dann auch weitreichende Entscheidungen zu treffen, um sich selbst nicht zu verlieren und zu verbiegen.

Manchmal stehe ich sehr ehrfürchtig vor dem, was meine Klientinnen und Klienten tragen, bewältigen und welche Wachstumsfelder sie sich gewählt haben. Was für ein Geschenk, die Menschen erleben und begleiten zu dürfen.

Allen einen freundlichen und liebevollen Freitag. Das Leben ist zu kurz für Streit, Hass, Konflikte und Angst. Mögen wir gute Tage haben.

 

Herzensdank an Ursula für das Foto.

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