Donnerstags-Nachdenk-Input

Eine schwere Herz-OP steht im Familienkreis ins Haus. Von 8 Uhr frühs an war ich in der Klinik, gut so. CT, Blutabnahme, Anästhesistengespräch, Risikoberatung, Anschauen von Herzklappen im Film, EGK und alles über ewig lange Gänge mit Klinikrollstühlen und Patientenbringdienst. Die Orga ist nicht schlecht in so einer großen Uniklinik, die Wartezeiten sind es auch. Wenn man den Betrieb in so einer Institution gewohnt ist, weil man viele Patienten in der Familie hat, sieht man das entspannt. Für Menschen, die seltenst bis nie im Leben in Kliniken waren, ist das eine riesiggroße Stadt voller Gänge, einschüchternden Piepsgeräuschen und Schmerz. Ich schwanke also zwischen Klinikphobie und zweibeinigem Sedativum, übersetze Arzt – Patientin, Patientin – Arzt, Schwester – Patientin und erkläre, dass kein einziger Mensch da fränkisch spricht, sondern alle feines Hochdeutsch. Zwischendurch die Überlegung, ob ich es in die Caféteria schaffe, weil kein Essen mitgenommen. Blöd, weil genau dann, wenn man drei Stunden aufs CT gewartet hat, wird man aufgerufen, also doch nicht.

Nun sind alle Vorbereitungen getroffen, es ist nichts mehr zu tun, außer die Kunst des Operierens den Könnern zu überlassen und zu vertrauen, dass es gut wird.

Allen einen hoffentlich gesunden, klinikfreien Jupitertag. Nicht das übelste Omen, finde ich.

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