Der Strom der Zeit

Unhemmbar rinnt und reißt

der Strom der Zeit,

in dem wir gleich verstreuten

Blumen schwimmen,

unhemmbar braust und fegt

der Sturm der Zeit,

wir riefen kaum,

verweht sind unsre Stimmen.

Ein kurzer Augenaufschlag

Ist der Mensch,

der ewige Kraft

auf ihre Werke tut;

ein Blinzeln –

der Geschlechter lange Reihn,

ein Blick –

des Erdballs

Werde und Verglut.

Christian Morgenstern, 1871-1914

Danke an Theresa für das Bild aus Schweden.