Danke für einen tollen Abend!

Herzlichen Dank allen, die gestern Abend in der Alten Synagoge in Kitzingen beim Vortrag „Liebevolle Kommunikation“ mit am Start waren – wir hatten so einen wunderbaren, frohen Abend miteinander und gespürt, dass auch zwei Jahre oft räumlicher Trennung kein Grund sind, sich nicht im Herzen berühren und sich gegenseitig Lachen, Lächeln, Wärme und Nähe schenken zu können. You made my day! Wir sehen uns am 6. April, 19.30 Uhr wieder in der Alten Synagoge zum Thema „“Ordnung in die Seele bringen“, ich freue mich auf euch!

Es ist ein Privileg, das ich genieße – viele Menschen schenken mir ihr Vertrauen. Sie geben mir tiefe Einblicke in ihr Leben, ihren Alltag, ihre Hoffnungen, Träume, ihre Momente des Scheiterns, ihre Ängste, Sorgen und Nöte. Vieles vom Gehörten weiß außer der betreffenden Person und mir kaum jemand. Bei mir gibt es einen geschützten Raum, in dem der Mensch sein darf.

Es ist nicht meine Aufgabe, zu bewerten, zu beurteilen, jemanden mit einem Rat zu schlagen oder zu erklären, wie man erfolgreich lebt. Es ist meine Aufgabe, den Menschen so anzunehmen, wie er ist, damit er in diesem geschützten Raum genau hinschauen kann. Wer bin ich? Was steckt hinter meinem Schatten? In welches Licht möchte ich gehen? Ich bin, wenn man so will, ein Reisebegleiter. Ich gehe an der Seite des Menschen und kann halten, wenn er stolpert, warnen, bevor er stürzt und mich mit ihm freuen, wenn er ein Gipfelkreuz erreicht hat. Nicht mehr, nicht weniger.

Jeder Mensch besitzt eine tiefe innere Weisheit, die oft tief verschüttet ist. Es ist unsere gemeinsame Arbeit, sie aufzufinden und einzuladen. Jeder Mensch hat seinen Auftrag, folgt unbemerkt oft seinem Lebenssinn, tut und lässt Dinge wider besseren Wissens, löst Katastrophen und Wunder aus. Unser Leben ist keine Schnellstraße zum Glück, da werfen wir uns eher wahre Gebirge in den Weg, als dass wir uns erlauben, unser Glück zu finden. Wir orientieren uns gern im Außen in der Hoffnung, da erscheine ein Messias und weise uns den Weg der Erlösung, dabei ist er wohl in uns, verborgen, versteckt und bereit, uns nach Hause zu begleiten in unser Herz.

Es ist viel los in diesen Tagen. So viele Unsicherheiten, Schmerz, Trauer, Angst, Trennungen, Fragezeichen, die keine Antworten finden. Entscheidende Schritte sollen gegangen werden und die Menschen wissen nicht – ist das auch der richtige Schritt, den ich da gehe? Zwischen tiefer Verzweiflung und „gut, wenn es zu Ende ist“ ist alles drin im Minutenrhythmus. Das ist zutiefst menschlich. Nur weil wir wissen, dass etwas der richtige Schritt ist, muss er nicht leicht sein. Eine Beziehung zu verlassen, einen Arbeitsplatz zu verändern, ein Haus loszulassen – wie sollte das einfach sein? Es braucht eine Zeit der Trauer, eine Zeit der Unsicherheit und anderer negativer Gefühle, dann wieder Zeiten der Freude, der Hoffnung, der Zuversicht und eines Tages eine Erkenntnis: Eine Wunde hat sich geschlossen. Die Narbe erinnert an das, was geschehen ist. Aber die Wunde eitert nicht mehr, der Schmerz ist verschwunden und wir stehen plötzlich in einem anderen Leben, nehmen die Schätze der Vergangenheit mit und wagen unsere Zukunft.

Das ist das Leben. Natürlich ist es stets beeinflusst von dem, was im Außen ist. Nachdem wir so viele Jahrzehnte von elementaren Ereignissen wie einer Pandemie und Krieg vor der Haustür verschont geblieben waren, in einer Blase gelebt und ignoriert haben, was überall in der Welt los ist, bemerken wir das erstmalig, wie krass alles sein kann. Ein Grund mehr, tief dankbar für das zu sein, was wir hatten und zu bemerken, dass wir trotz allem enorm gut aufgestellt sind. Wir können und dürfen an eine gelingende Zukunft glauben, für unsere Gesundheit sorgen, Freude empfinden und uns daran erinnern, dass wir mit allem verbunden sind – wer in sich ruht, kann anderen helfen, sich aufzustellen. Wer gerade gut steht, kann jemandem die Hand reichen, der stolpert. Wer blind ist, darf sich vertrauensvoll führen lassen und wer müde ist, soll schlafen dürfen. Das ist unsere Aufgabe. Nicht Gier, nicht Ausnutzung, nicht Egozentrik.

Wenn ich etwas habe, dann ist das Zuversicht – ich sehe wunderbare tapfere tüchtige Menschen, die schwerste Schicksale bewältigen. Ich sehe Menschen, die lieben, sich einsetzen für andere Menschen, Tiere, die Natur. Ich sehe kreative Köpfe, die an gewaltigen Lösungen der Zeitprobleme arbeiten. Es ist sowas von zu spät, um Pessimist zu sein! Ich bin dankbar für all diese wunderbaren Menschen, die ihren Beitrag leisten, dass diese Welt ein lebenswerter Ort ist.

Hab einen freundlichen Wochenteilungstag heute.

 

Sina schenkt uns Aussichten. Unsere Welt ist wunderschön. Wir dürfen sie für eine kleine Weile hüten.

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