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Mieser Tag

Mein Magen tut weh, die Füße tun mir weh, mein Kopf tut weh, mein Hals ist entzündet- und ich selbst befinde mich auch nicht wohl.

Karl Valentin zugeschrieben

Wenn das Leben einem so schöne Zitronen gibt … diese hier standen im Herbst am Benediktushof in der Sonne.

Einladung

Kurzes Frühlingsfeeling vom Wetter her. Das tut gut nach Eis, Schnee und Straßenchaos. Erstaunlich: Über der Wiese tanzen die Mucken im Sonnenschein. Ich staune, wo sie herkommen nach Tagen mit Dauerfrost. Naturwunder.

Am Wochenende freue ich mich auf ein schönes Seminar, am Samstagabend ist der zweite Teil unseres Online-Stärkekurses mit Alltagsübungen und sachten Bewegungen. Wer noch mit einsteigen mag, kann das gern tun, Anmeldung hier: https://www.seelengarten-krokauer.de/aktuelles/#staerke

Anfang Februar sind wir in Kitzingen in der Alten Synagoge mit einem zweiteiligen Seminar (3. und 10. 2.) zum Thema „Probiers mal mit Gemütlichkeit im Alltag“. Hierfür bitte jetzt direkt bei der VHS Kitzingen anmelden! Vorher ist am 20. 1. Vortrag zum Thema „Wechseljahre – Wandeljahre“ in der Synagoge, dazu braucht es keine Anmeldung.

Allen einen schönen Venustag heute!

 

Andrea hat das Foto gemacht – herzlichen Dank dafür.

Beruhigen

Es gibt so viele Arten, sich zu beruhigen, aber nur eine, die wirklich hilft: Die Natur selbst.

Rainer Maria Rilke

Allein das Betrachten einer Blüte eröffnet eine Wunderwelt zum Staunen.

Rund um die Gesundheit

Derzeit arbeite ich mich durch Berge Literatur für neue Kurse, meine Praxisarbeit und nicht zuletzt für mich und die Familie: Resilienz, Prof. Andreas Michalsens „Ernährung – meine Quintessenz“, Sebastian Pups-Pardigols und Dr. Stephan Bortfelds „Die drei Säulen der Gesundheit“ und vieles mehr. Die (Epigenetik-)Forschung zu all diesen Themen ist so spannend! Ich freue mich auch auf das neue Buch von Dr. Fritz Helmut Hemmerich, der einen weiten Blick mit konkretem Fachwissen verbindet.

Es gibt keinen short trip zur Wiederherstellung der eigenen Gesundheit, doch Essentials, die zu jedem passen: Schlaf ist die Basis von allem, Bewegung im Sinne von Ausdauer und Kraft boostert nicht nur deine Kraftwerke im Körper, die Mitochondrien, sondern ist der Startschuss für jeden guten Prozess in deinem System, typgerechte Ernährung und – unterschätzt ohne Ende – Lebensfreude! Hast du Beziehungen, die dich richtig, richtig stärken? Menschen, bei denen du dich sicher und behütet fühlst? Leute, mit denen du dich vor Lachen wegschmeißen kannst? Diese Welt ist ein wundervoller Ort, egal, was im Außen gerade geschieht. Natur ist die Superkraft schlechthin. Das Wissen der Alten wie Sebastian Kneipp mit seiner Gießkanne voll kalten Wassers – heute ist das Gold wert. Gerade diese alten Schätze aus der Naturheilkunde wie Phytotherapie, milde Reize zur Anregung des Immunsystems, gesunde Bewegung an der frischen Luft und hara hachi bu (hör auf zu essen, bevor du satt bist) sind schlicht und wirksam. Dr. Wald, Dr. Garten und gesunder Menschenverstand – herzliche Einladung zur Wiederentdeckung der wahren Winner. Übrigens – auch noch kostengünstig.

 

Brise gefällig, um alten Mief aus dem Kopf zu blasen? Theresas Foto nimmt dich mit nach Bornholm an den Strand. Dankeschön!

Der Eisklassiker

Vom Büblein auf dem Eise

Gefroren hat es heuer

noch gar kein festes Eis.

Das Büblein steht am Weiher

und spricht zu sich ganz leis:

»Ich will es einmal wagen,

das Eis, es muss doch tragen.

Wer weiß!«

Das Büblein stapft und hacket

mit seinem Stiefelein.

Das Eis auf einmal knacket,

und krach! schon bricht’s hinein.

Das Büblein platscht und krabbelt,

als wie ein Krebs und zappelt

mit Arm und Bein.

»O helft, ich muss versinken

in lauter Eis und Schnee!

O helft, ich muss ertrinken

im tiefen, tiefen See!«

Wär‘ nicht ein Mann gekommen –

der sich ein Herz genommen,

o weh!

Der packt es bei dem Schopfe

und zieht es dann heraus,

vom Fuße bis zum Kopfe

wie eine Wassermaus.

Das Büblein hat getropfet,

der Vater hat’s geklopfet

zu Haus.

Friedrich Güll, 1827

Stephanie hat das Bild gemacht, herzlichen Dank!

Der Wurm drin

Vorgestern war vielfach ein krasser Tag. Unfälle, Stürze, Trennungen. Als wäre kollektiv der Wurm drin. Manches hat Vorgeschichten wie bei Trennungen, manches liegt am Blitzeis, manches ist einfach richtig schiefgelaufen. Allen, die in diesen Tagen stürzen oder durch das Wetter Leid erleben – gute Besserung. Es macht mehr Sinn als sonst, gut auf den Weg zu achten und Dinge, die nicht notwendig sind, auch mal sein zu lassen.

Was eher weniger Sinn macht, ist mediale Panikmache. In meiner Kindheit (im Taubertal) gab es Winter mit Schnee und Eis, Thermohosen waren so unbekannt wie beheizbare Sohlen, Stiefel nie wasserdicht. Wir wussten, dass man bei Eis dicke Socken oder Lappen um die Schuhe macht, wenn man unbedingt rausmusste, die Erwachsenen haben sich am Wetter direkt orientiert. Geht so: Tür auf, rausschauen, mit dem Fuß vorsichtig antasten und entscheiden – drinbleiben, langsam fahren oder „geht scho“. Vermeiden, was nicht notwendig ist, achtsam, langsam und rücksichtsvoll, wenn man draußen unterwegs ist. Gute Genesung und Lösungen allen, die in diesen Tagen aus vielerlei Ecken Schlimmes erleben.

Manche Seen frieren langsam zu. Sigrid hat das Foto gemacht. Dankeschön.

Zwischen Traum und Tag

Zwischen Traum und Tag mit einer Tasse Tee am Fenster stehen und die unglaublichen Ausblicke in die Natur genießen – Sigrid hat dabei dieses wunderschöne Foto gemacht. Hab heute immer wieder Momente des Durchatmens. Danke an Sigrid für das Bild!

Suppenkasper

Manchmal muss es ein Teller guter Suppe sein. Wenn es draußen kalt ist und man vom Schneeschippen ins Warme kommt, tut ein Eintopf richtig gut. Im Winter gibt es fast jeden Abend Gemüsesuppe bei uns, weil es wärmt, schmeckt und es gemütlich ist, am Esstisch zu sitzen und sich zu freuen über Lauch, Sellerie, Wurzelpetersilie, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Karotten, Petersilie, Topinambur, ein wenig Kurkuma und Ingwer. Mal mit Gerstengraupen, mal mit Grieß, mal mit Backerbsen. Jedes Land hat seine Suppenspezialitäten. Wir sind richtige Suppenfans mit den Jahren geworden. Ja, es macht Arbeit, Gemüseschnippeln kann jedoch auch eine Form der Achtsamkeit und des Abschaltens sein.

Theresa hat diesen Suppenteller in Schweden serviert bekommen. Guten Appetit.

Beherrschung

Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.

Albert Schweitzer

An Orten wie diesem in Schweden zeigt sich die Natur in unglaublicher Schönheit. Danke an Theresa für das Foto!

Worauf freust du dich heute?

Worauf freust du dich in dieser Woche? Hast du genügend Sachen, die dich stärken? Das ist für jeden Menschen etwas anderes – die einen erholen sich beim Sport, die anderen stricken Socken, wieder andere finden ihre Erfüllung, indem sie etwas für andere Menschen bewirken. Auch unsere Arbeit, wenn sie sinnstiftend und erfüllend ist, kann uns in unsere Mitte und Kraft bringen! Was dich stärkt, ist hilfreich. Und wenn gerade keine Zeit für irgendwelche guten Projekte da zu sein scheint – ein paar Minuten in der Sonne mit einer Tasse Tee stehen ist ein erster guter Schritt.

Einen guten Start in die dritte Januarwoche!

 

Winterbild von Manuela. Dankeschön!

Menschenliebe und Menschenwerke

Der Seele Schaffensmacht

Sie strebet aus dem Herzensgrunde

Im Menschenleben Götterkräfte

Zu rechtem Wirken zu entflammen

Sich selber zu gestalten

In Menschenliebe und im Menschenwerke.

Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

Manuela hat das beeindruckende Foto gemacht. Dankeschön!

Der jährliche Irrsinn

Ich sitze über dem jährlichen Betreuungsbericht, suche Unterlagen für das Sozialamt zusammen und lese, dass die Windeln, die jahrelang gepasst haben, nicht mehr lieferbar sind und wir uns mit Ersatz befassen müssen. Was der Verwaltungsaufwand für einen schwerstbehinderten Menschen an Zeit frisst glaubt einem keiner. Mindestens zwei bis drei volle Tage im Monat gehen für Ämterangelegenheiten, Warteschleifen und anderes drauf, was nervt und dem Bruder an Zeit für seine Bedürfnisse fehlt (von meinen gänzlich abgesehen). Pflege hat Anteile, die nichts mit dem Alltag (der ist ohnehin krass) zu tun haben und on top kommen. Als ob eine Querschnittlähmung über Nacht schwindet, das geistige Fassungsvermögen Level Kleinstkind Uniniveau erreichen würde – ich muss es ständig neu bestätigen. Wir zementieren Pathologisches, anstatt den Alltag zu erleichtern durch Windeln, die weder scheuern noch Allergien auslösen, die richtige Größe haben. Ich wünsche mir Unternehmen, die für Menschen mit unüblichem Körperbau (oben Sumo, unten dünn) und Spezialwünschen (nicht eng am Hals, bequem zum Schlupfen, dehnbar ohne Ende, hautfreundliche Stoffe und leicht zu pflegen) Kleidung herstellen. Hilfen wie: Wer kennt vor Ort einen ambulanten Zahnarzt, der auf Menschen mit geistiger Behinderung und Panik vor Ärzten eingeht? Wie bewege ich jeden Tag einen Menschen, der sich nicht bewegen mag und nur begrenzt kann? Das wäre Hilfe. Der Rest ist Behinderung von Menschen mit Behinderung und jenen, die sie sehr liebhaben, pflegen und vor lauter Bürokratie und weil sie „nebenher“ auch noch einen Beruf und vielleicht ein Leben hätten, nicht (freundlich) antworten können auf die Frage: „Hast du dich am Wochenende erholt?“ Nee, hab ich nicht, weil ausschlafen in der Pflege ein Traum ist. Was ich habe: Einen fein aufgestellten durchgeknuddelten Bruder, der zwei neue Lieder kann und ein Stück mehr Vertrauen hat, dass die Welt doch gut sein kann.

PS Falls wer megamollige gemütliche Schlafsäcke handgenähte für Menschen mit Handicap braucht, hier nach drei Jahren Suche das Resultat https://www.re-naht.de/

Beate war im Schnee unterwegs (sturmfrei) und hat das Foto mitgebracht. Danke!

Wegschieben

 

 

 

Wetterchaos. Ich bitte die Klientinnen und Klienten, Termine aus Sicherheitsgründen ausnahmsweise online zu machen. Die meisten sind froh, andere sagen: „Das wird schon nicht so schlimm. Es wird doch gestreut.“

Wir schieben Dinge weg, die unangenehm sind. Wir glauben, dass irgendwer für unsere Sicherheit sorgen muss (und das auch tut). Wir leben, als gäbe es kein morgen. Wetter, Stomausfall in Berlin, Weltlage und Postpandemie – was lernen wir daraus? Business as usual, ohne Stille, um nachzudenken. Dass diese Ereignisse aufzeigen, wo es klemmt, dringend Handlungsbedarf besteht, ist unbequem, also weg damit, Urlaub in der Sonne buchen ist wichtiger, solange es noch geht.

Menschen sind großartig, kreativ, hilfreich, sozial und liebenswert im Kern, intelligent, wenn sie nicht das Gehirn dank ihrer Taschenkobolde in eine Ablenkungswüste verwandeln und das Herz dabei vergessen. Was ist notwendig, damit wir uns um Lösungen und angemessenen Umgang mit dem, was ist, bemühen, anstatt wegzuschauen, zu flüchten, Angst zu nähren oder das blinde Vertrauen zu füttern, dass irgendwer die Welt rettet?

Einen freundlichen Venustag allen und sichere Wege für jeden, der draußen unterwegs sein muss. Möge jeder gesund nach Hause kommen.

Klarheit – Schwarzweißfotos wie dieses von Stephanie schaffen das. Danke dir fürs Foto!