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Wie der Wind

Die Seele ist wie der Wind, der über die Kräuter weht, wie der Tau, der über die Wiesen sich legt, wie die Regenluft, die wachsen macht. Desgleichen ströme der Mensch ein Wohlwollen aus auf alle, die da Sehnsucht tragen. Ein Wind sei er, der den Elenden hilft, ein Tau, der die Verlassenen tröstet. Er sei wie die Regenluft, die die Ermatteten aufrichtet und sie mit Liebe erfüllt wie Hungernde.

Hildegard von Bingen, 1098-1179

Ursula hat das wundervolle leuchtende Foto gemacht. Danke!

Reibungsnähe

Freitag ist Haitag, es gibt Fisch. Was für die einen ein Freutag ist, ist für andere in der Familie ein „Echt, schon wieder Freitag?“ So ist das in Familien, immer wieder gibt es was, das einer nicht so gerne mag, die anderen durchaus. Wo mehrere Menschen gemeinsam leben, braucht es durchaus Gelassenheit. Genau das fehlt heute, so ein Miteinander, was Reibung bedeutet, Auseinandersetzung, Abrücken von eigenen Überzeugungen, sich auf andere einlassen, hinhören, Meinungsverschiedenheiten austragen und erleben, dass es nie um Rechthaben geht, weil jeder in seinem Kopf immer Recht hat. Vielen ist das zu unbequem, zu stressig, sie möchten so sein und bleiben, wie sie sind, sich nicht verändern und schon gar nicht an andere anpassen müssen. Die Egozentrik, die wir uns angeeignet haben, das Kreisen um unsere eigene Sonne als Zentrum des Universums – das macht uns schwerer kompatibel mit anderen Menschen, in allen Bereichen. Ghosting, Shaming und viele weitere Schattenseiten des Netzes funktionieren, weil wir uns nicht mehr direkt auseinandersetzen, uns real in die Augen schauen.

Wir sind eingeladen, uns an die Überlebensmechanismen der Menschheit zu erinnern: Gemeinschaft. Alleinsein ist nicht Einsamkeit, sondern gewählte notwendige Stille für einen selbst. Wir beklagen Einsamkeit, sind aber nicht bereit, von unseren Überzeugungen abzurücken, uns einzulassen, auch mal nach- und zugeben. So fehlt das Abschleifen von Ego, wir werden wie Kugeln, die Nähe suchen und sich dennoch nicht wirklich nah kommen können. Nachdem ich 24/7 mit Menschen zusammen bin (und wahrlich nicht dafür gut geeignet), erkenne ich dennoch: Gemeinsam macht stärker, hilft in schwierigen Zeiten und es ist (durchaus unfreiwillig) oft sehr lustig bei uns. Vorteil: Wir haben gelernt, sehr klar zu kommunizieren. Wir können uns gegenseitig gut auch in Ruhe lassen, ohne dass das Gefühl von „da kümmert sich keiner um mich“ entsteht. Der Umgang ist viel achtsamer, eben weil wir nicht machen können, was wir wollen und was uns einfällt. Erstaunlicherweise fühlt sich das sehr oft nicht unfrei an, weil wir die Freiheit des anderen sehr schätzen aufgrund der Nähe.

 

Allen einen freundlichen Freu/itag mit so viel Nähe, wie es sich für dich gut anfühlt.

 

Weite – Danke an Stephanie für das Foto!

Kunst

Die Natur ist so eine faszinierende Künstlerin. Tausenderlei in Farbe, Form und Gestalt. Wie schön, dass wir das sehen dürfen.

Stephanie hat das großartige Frostfoto gemacht. Danke dir!

Feines Arbeiten

Nächste Woche stehen gleich drei Teamcoachings an. Ein Kindergartenteam wird sich mit Stärken befassen. Wie erkennen wir sie, wie setzen wir „Stärken stärken, Schwächen kennen“ angemessen um? Arbeit mit Stärken ist Ressourcenbildung und Frischzellenkur für das Team. Wir erkennen eher an anderen Qualitäten als bei uns, schön, wenn wir Wertschätzung direkt erleben. Wir werden im Plenum und Kleingruppen Stärken sichtbar machen und für den Pausenraum ein visuelles Memo der Qualitäten gestalten.

Sondierung in einem großen Team im Umbruch. Die Richtung ist klar, wie sehen die Führungskräfte Vor- und Nachteile des neuen Weges? Was braucht es, um sich mutig an Veränderungen zu wagen, die sich noch ungewohnt anfühlen? Welche Teamkultur darf Einzug halten? Wir starten bald mit den ersten Trainings – Achtsamkeit, Stille, Entdeckung von Potentialen, Ausarbeitung gangbarer Schritte. Wenn wir mit allen Sinnen die gemeinsame Vision erleben, können wir leichter aus der Zukunft her notwendige Veränderungen gestalten und jene mitnehmen, die Angst vor Neuem haben oder noch auf der Bremse stehen. Prozesse, gemeinsames Tasten und Wagen. Schön.

 

Allen einen wundervollen Jupitertag mit Freude beim Tun!

 

Nicht nur in Beeten ist eine gute Mischung stärkend und förderlich.

Gesellschaftlich relevant

Kommentar gestern beim Öffnen der Läden: „Fenster geputzt, es regnet also.“ So ist das im Haushalt. Kaum gemacht, schon sieht man nichts mehr davon.

Die alte Diskussion, was „wirkliche Arbeit“ ist. Für mich ist es unerheblich, ob es irgendwas im Haushalt ist wie waschen, bügeln, flicken, kochen, saubermachen, Gartenarbeit, meine Arbeit in der Praxis, unserer Schule oder den Bruder pflegen. Andere definieren Arbeit als alles, was man für Entgelt macht.

Ich bin der Auffassung, dass Menschen, die Haushalte führen, Kinder erziehen, Menschen pflegen, im Garten für die Erhaltung der Natur etwas tun einen wesentlichen Beitrag zum Wohlergehen aller leisten. Allein der Kindererziehung sollte in einer zukunftsinteressierten Gesellschaft der allererste Platz eingeräumt werden. Wir sind meilenweit entfernt von einer angemessenen Einschätzung der Zeit, die wir in Familie, Kinder, Erziehung, Pflege, Ehrenamt investieren, betrachten das als „niedere“ Arbeit, selbstverständlich und „das läuft doch nebenher“. Allein unter diesem Aspekt bin ich für ein Grundeinkommen. Kein Haushalt, keine Kindererziehung oder Versorgung kranker und pflegebedürftiger Angehöriger ist ein Nebenherjob, alles sind mit die komplexesten Arbeiten, die man tun kann.

Allen, die jeden Tag viel Zeit in ihren Haushalt, den Garten, die Erziehung der Kinder und die mit ihnen verbrachte Zeit, in Pflege mit allem Drumrum von Angehörigen mit Liebe investieren – Châpeau. Nichts ginge ohne diese „Arbeiten im Hintergrund“. Sie sind kein Hintergrund, sie sind die Basis der Gesellschaft.

 

An den Treppenhäusern im Goetheanum kann man sich nicht sattsehen in Farbe und Form.

Vom Glück der Selbstständigkeit

Nicht zu meinen Lieblingsaufgaben gehört das Beantworten von Amtspost. Wenn man pflegt, steht ständig etwas an, ob Sozialamt, Gericht, Krankenkasse. Jetzt plane ich mit dem Bruder den Besuch einer Einrichtung, die auf Erwachsene mit Behinderungen spezialisiert ist und diverse Ärzte unter einem Dach vereinigt. Endlich können seine Augen kontrolliert werden! Jeder Arztbesuch ist mit Krankenwagen verbunden, was Panik auslöst und mit wochenlanger Krankheitsphase beantwortet wird, weshalb wir letztes Jahr den Zahnarztbesuch sausen lassen mussten, da wir keinen weiteren Infekt riskieren wollten. Das wären mehrere Fliegen mit einer Klappe, wenn schon Stress, dann nur einmal für uns beide. Das Ausfüllen der Fragebögen und Besorgen aller Unterlagen war ein gewaltiger Akt, gehört dazu, wenn man einen Menschen voll und ganz versorgt. Das kostet so viel Zeit, dass ich manchmal denke – wann kann ich mich überhaupt mit ihm vernünftig beschäftigen?! Arbeitszeiten werden zudem beschnitten durch Hausbesuche aller Art. So toll es ist mit Hausarzt, Ergotherapie, Krankenkommunion – ich muss immer mit dabei sein. Das wäre alles planbar, doch sind die angekündigten Termine gern „flexibel“, dass aus 14 17 Uhr wird oder statt 10.30 13.30 Uhr. Ja, also den ganzen Tag die Praxis schließen? Vieles ist nicht immer einfach hinter den Kulissen, auch nach zwei Jahren nicht. Wobei mein Lieblingssatz von außen der ist: „Sei mal froh, dass du selbstständig bist, da kannst du alles flexibel drumrum planen.“ Es gibt Momente, da falle auch ich kurz aus der Mitte 🙂

 

Manchmal schau ich mir das Foto aus Holzkirchen an und merke, wie mein System zur Ruhe kommt.

Ruhe

In der Ruhe liegt die Kraft.

Für alle, die ein wenig Auszeit vom Chaos brauchen – Lavendel tut einfach gut. Vorfreude auf den Sommer!

Eine gute Woche für dich!

Manchmal sind die Wochenenden voll mit Kruschelkram – endlich Fenster geputzt. Die Insektenschutzgitter erzeugen bei Regen mächtig Tropfenverteilung, Durchschauen kaum mehr möglich. Aufräumen, sortieren, kochen, wofür sonst keine Zeit ist wie frische Pilzpfanne. Christoph hat die Obstbäume beschnitten, der erste Teil war schon im Januar. Wir machen das seit Jahrzehnten nach dem Kalender von Maria Thun. Jetzt sind die Obstbäume fertig, hoffen wir, dass die Bäume im Frühling gut austreiben. Pflanzenbestellungen sind getätigt, Samentüten vorsortiert für die Freilandaussaat. All das will so erledigt werden wie mein wöchentlicher Flickhaufen. Wenn man einen Menschen pflegt, der sich nicht gut bewegen kann, geht mehr kaputt. An Wochenenden ohne Kurs wird im Büro Liegengebliebene abgearbeitet, schön, das in Ruhe machen zu können. Der Kopf braucht Pause, damit sich das unter der Woche Erlebte sortieren kann. Derzeit steht viel Lernen für eine Fortbildung an, das braucht ebenfalls Raum. Die neue Woche wartet mit spannenden Terminen, ich freue mich, denn wenn im Background alles schick ist, gehe ich leichter in die Tage.

 

Einen freundlichen Wochenstart dir!

 

Diese zauberschöne Morgendämmerung möge dich in eine gute Woche begleiten. Danke an Stephanie für das Bild.

Es festigt sich Gedankenmacht

Es festigt sich Gedankenmacht

Im Bunde mit der Geistgeburt

Sie hellt der Sinne dumpfe Reize

Zur vollen Klarheit auf

Wenn Seelenfülle

Sich mit dem Weltenwerden einen will

Muss Sinnesoffenbarung

Des Denkens Licht empfangen.

Rudolf Steiners Wochenspruch für diese Woche aus dem anthroposophischen Seelenkalender.

Frost malt Eisblumen ans Dachfenster. So schön!

Freude voraus

Kennst du das – du hast eine tiefe Freude im Herzen, weil für ein großes Problem Lösungen in Sicht kommen, gute, bessere als je gedacht? So geht es mir derzeit, wenn ich mir anschaue, was in vielen Bereichen von Medizin und Therapie alles auf gute Wege kommt. Immer stärker wächst das Bewusstsein, dass wir Verantwortung für unsere Gesundheit wieder selbst in die Hand nehmen und wie bedeutsam Prävention ist. Gerade der Bereich der Lebensstilmedizin wird hier Wesentliches leisten mit seinen Säulen Ernährung, Bewegung, erholsamer Schlaf, Stressmanagement, positives soziales Umfeld und Verzicht auf schädliche Gewohnheiten wie Tabak und Alkohol. Hier ist der Hebel für jeden von uns: Wir selbst haben den größten Impact in Bezug auf diese Themen! Wie es kein „das passt für alle“ gibt, bedeutet das: Finde heraus, wer du bist, also auch, was du konkret brauchst. Was gut für einen 25 Jahre alten Profisportler mit 1,90 Metern Körpergröße und täglichem Training ist, muss nicht für eine zierliche Person mit 63 Jahren im Büro passen.

Wenn mein Auge auf die Bereiche Frühe Kindheit und Altersmedizin fällt, die beide aus meiner Sicht frische Blickwinkel brauchen, denn Kinder und Senioren reagieren oft sehr anders auf die Gabe von Medikamenten, haben von einer liebevollen Pflege im Krankheitsfall oft mehr als von Tabletten – da tun sich gerade viele Türen auf!

Was bedeutet das? Genauer schauen lernen. Individuelle Bedürfnisse erkennen. Pflege braucht mehr Achtsamkeit und Raum, denn Anwendung ist Zuwendung. Mehr Zeit nehmen für die Gesundheit, sprich: weniger sinnlos vergeudete. Für unsere Gesundheit und die aller Menschen. Ist das nicht eine großartige Aufgabe für die nächsten Jahrzehnte? Das Gesundheits-System verändern in „Salutogenetische Wege für Groß und Klein“. Ich bin mit Freude dabei.

 

Ein wunderschönes Wochenende dir, mit gutem Essen, Freude am Bewegen und frischer Luft.

Powerfood

Das sind wahre Kraftpakete – Brennnesseln sind nicht nur von ihren Blättern her großartig, sondern gerade die Samen sind wirkliches Powerfood. Schon getestet?

Bleib zuhause!

Überall Erkältung oder Noro. Das Immunsystem wird im Februar oft stark strapaziert. Vieles liegt daran, dass Menschen mit ihrem durch den Winter müden Immunsystem zu größeren Veranstaltungen gehen, Gipfel wird dann in der Faschingszeit sein. Für mich gehört der erkrankte Mensch ins Bett. Schlafen, warmhalten, viel trinken, gegen Halsweh mit Salbeitee gurgeln, langsamer Aufbau und nicht zu schnell wieder ins Getümmel, Rückschläge sind anstrengend.

Wir haben verlernt, angemessen mit Infekten umzugehen. Die Kleinen werden mit Fiebersaft in die Kita geschickt – das Immunsystem des Kindes, das sein Leben lang für Gesundheit sorgen soll, kann nicht ausreifen, wenn Fieber unterdrückt wird, es werden falsche Lernimpulse gesetzt und ohne Fieber geraten wir in Kälteprozesse auf allen Ebenen. Das hat langfristig Auswirkungen. Die kurzfristige Angst um den Arbeitsplatz bei den Eltern hat einen hohen Preis, der nicht allen bewusst ist. Gut überstandene Erkrankungen im Kindesalter sind auf lange Sicht hilfreich. Für Erwachsene gilt: Wer krank ist, braucht Auszeit. Schlafen, Genesen, langsam wieder anfangen, damit wir nicht vom nächsten Infekt erneut umfallen.

Kranksein heißt: sich rausnehmen. Sich auskurieren. Die Welt dreht sich auch ohne uns und wer könnte behaupten, dass er mit unterdrücktem Fieber, Kopfdröhnen und Dauergehuste kluge Entscheidungen trifft oder seine Umwelt schützt? Ich schicke Klientinnen und Klienten heim, die stark erkältet sind. Ich pflege und setze meinen Bruder, der sich nicht selbst helfen kann, nicht bewusst einem Infektrisiko aus. Es ist nicht nur wichtig für uns selbst, wenn wir krank sind, dass wir uns erholen, sondern auch Rücksichtnahme gegenüber anderen, die vielleicht mit Immunsuppressiva gegen Erkrankungen vorgehen und nicht gut geschützt sind, die panische Angst vor jedem Kontakt haben. Erlauben wir uns, Pause zu machen, wo sie not tut UND das Wohl anderer zu achten.

 

Allen Erkrankten, egal an was, von Herzen gute Besserung und Rekonvaleszenz!

 

Nachtkerze – das Öl daraus ist ein echter Helfer bei trockener und gereizter Haut, was wir im Winter oft durch zu trockene Luft haben.

Hilfreich

Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen.

Sebastian Kneipp

Wer sie verträgt, kann sich in diesen Infekttagen mit Echinacea ein wenig unterstützen.