Aus alten Zeiten

Großmut ist als Wort aus unserem Wortschatz fast vollständig verschwunden wie viele andere Begriffe auch. Wir haben eine Sprachverarmung, Wortschwund. Schade.

Was sind deine Lieblingsworte, die fast veschwunden sind?

Kennst du noch lindglatt, Schlawiner, Lotterbube, Spitzbub, saumselig, stummvergnügt, Firlefanz, Potzblitz, Pfannkuchen, Schlafittchen, Unfug, Tausendsassa, Brimborium, Mumpitz, Backfischalter, Ei der Daus, Gedöns, Gosse, Fressalien, Kauderwelsch, Hanswurst, Hupfdohle, Maloche, Purzelbaum, Kinkerlitzchen – und viele mehr? Wir schreiben nicht mehr: „erwiderte er, gab sie zurück“. Wir haben Emojis. Mein Lachemoji auf dem Handy sieht aus, als wäre es ein zähnefletschendes Raubtier. Aber vielleicht bedeutet es genau das und ich habe es nur falsch verstanden.

Sprache ist Leben und wirkt. Je weniger abwechslungsreich unsere Sprache ist, desto ärmer werden wir im Denken. Wer gut und weit denken möchte, braucht ein weites Sprachfeld. Wie bekommt man das? Durch Lesen. Lesen macht schlau. Milton Erickson, der großartige Hypnotherapeut, wurde „Dictionary“ genannt, weil er aufgrund seiner Legasthenie das Lexikon las und sich so die Grundlage für seinen riesigen Wortschatz erarbeitete. Wer liest noch ein Lexikon! Das habe ich als Kind am liebsten gemacht bei Regenwetter. Auf dem Boden liegen, Kekse essen und das Wörterbuch durchgucken, von einem Stichwort zum anderen. Mal ganz unter uns – das mag ich immer noch. Ich entdecke jedes Mal eine Menge Dinge, die ich nicht wusste. Ist das nicht einfach phänomenal?

 

Allen heute einen Tag mit Entdeckungen von Worten, die wir noch nicht kannten. Was ist dein allerliebstes vergessenes Wort?

 

Steffi hat diese zauberhafte farbenfrohe Pflanze in der Dominikanischen Republik entdeckt. Danke für das Bild!

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