
Schnee. Ich erinnere mich an die Kindheit. Wir hatten Skier im Keller. Die nutzten wir fast jedes Jahr (Flachland!!!), um vom Dorfhügel Schussabfahrten zu machen. Schlittschuhe hatten wir in allen Größen, weil der Weiher fast in jedem Winter zugefroren war. Erwachsene fuhren langsam mit den Autos oder waren wie unser Vater, der Special Schneediving vermutlich erfunden hat und uns Kinder damit zu Tode ängstigen konnte, wenn wir kreischend – es gab noch keine Sicherheitsgurte – im Fond umherflogen. Schneeschippen mehrmals am Tag war oft Kinderaufgabe. Wir hatten Wollhandschuhe und Lederstiefel, die sorgsam mit Zeitungspapier ausgestopft und abends eingefettet wurden. Wasserfeste Kleidung gab es nicht. Wollsocken waren nicht empfindlich. Wir stolperten auf dem Weiher über eingefrorene Wurzeln. Hände bizzelten, wenn sie auftauten, Backen wurden feuerrot. Das Beste gegen Kälte war klar aufgewärmtes Rotkraut mit Bergen Kartoffelbrei, während die Socken vor dem Kamin tropften. Es war unromantisch, weil wir schlimm kalte Zehen hatten und die Wurzelbürste in die Hand bekamen – schrubben macht warm. Im Bett die grauenhaft heißen Kupferwärmflaschen, die man niemals mit der bloßen Haut berühren durfte, tonnendicke Federbetten darüber. Und heute? Hängen immer noch sehr lange Eiszapfen an den Straßenlaternen und rutschen Berge Schnee krachend vom Dach.
Sigrids Mülltonnen tragen Schneemützen. Danke für dein Bild von gestern!
