Familie ist eine Herausforderung

Was für ein Ritt in dieser Woche. Der Vater ist bis Dienstag aus dem Krankenhaus entlassen. Hoffnung hatten wir in drei Tage Kurzzeitpflege gesetzt, damit wir den Bruder in Ruhe umziehen können. DAS ist eine Masterclass. Entscheid des Amtsgerichts abwarten bezüglich Wohnsitzveränderung. Pflegebett organisieren und zwar so, dass eines hier aufgebaut wird, während er in seinem noch sitzt. Tausend Anrufe bei Sanitätshaus, Krankenkasse. Aufbautermin fürs Bett Freitag 9 Uhr. Super. Um 10 Uhr sollen wir mit dem Vater bezüglich Betreuung etc. bei Hausarzt sein, 50 km weiter weg. Also Orga, wer beim Aufbau hier ist. Anruf Rettungsleitstelle, Transport betreffend. Wieder Anruf bei der Krankenkasse. Transporte dieser Art werden nicht bezahlt, also selbst bezahlen, ist ja kein Transport zum Arzt. What? Rezept für Pflegebett, Windelbestellungen umordern, alle Medis nochmal versuchen für die erste Zeit zu organisieren. Zehnter Anruf bei der Krankenkasse – darf der bisherige Urologe weiter Rezepte für die Katheter schreiben? Wie soll ich einen Urologen auftreiben, wenn der Bruder nie eine Praxis aufsuchen kann?

Währenddessen versucht die Klinik, nach der OP den Vater für drei Wochen in die Kurzzeitpflege unterzubringen, was ich für einen netten Versuch halte. Hoffnung stirbt zuletzt.

In der Nacht, im heftigsten Sturm, Regen ohne Ende und Nebel Berge Windeln, Bettwäsche und erste Sachen abgeholt nach dem Resttag in der Praxis. Gerade ist die (neue unbenutzte) Couch abgeholt worden, denn an diesen Platz muss das Pflegebett. Könnte Millimeterarbeit werden. Sechs Stunden Telefonate, Warteschleifen bisher. Keiner, der sich für Auskünfte ernsthaft verantwortlich fühlt. Jetzt weiß ich erstmal, weshalb meine Klient:innen mich so schätzen.

Allen einen freundlichen und hoffentlich Warteschleifen freien Freitag.

 

Manche Wochen gleichen diesem Feldweg. Take the long way home. Danke, Gabi, für dein Foto!

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