Wider Angst und Panikmacherei

Während die Welt die bisherigen Gleise verlässt, geht in manchem das ganz normale Leben einfach weiter, sprich: das Obst reift und möchte eingemacht werden. Die Quitten sind oft so mit das Letzte im Jahr, was wir einmachen und wir freuen uns, dass unser Quittenbaum seit zwei Jahren endlich trägt. Es ist ein Birnenquittenbaum, unsere Apfelquitte ist noch ein Baby. Es braucht viele Jahre, bis man wahrhaft gute Ernten hat und so war es in diesem Jahr mit dem Apfelbaum, der über und über herrlichste beste Äpfel hatte. Nun haben wir heute den letzten frisch vom Baum zum Frühstück ins Müsli geschnippelt, die Ernte ist verarbeitet. Viele, viele Gläser getrocknete Apfelringe füllen den Vorrat. Wer weiß, was kommt und wozu man alles brauchen wird.

Es herrscht eine seltsame Stimmung seit den Anschlägen in Wien. Während Corona den Lockdown erzwingt, wird klar, dass das auch ausgenutzt werden kann, um irgendwelche anderen Interessen zu verfolgen. Wir haben es nicht mit einer singulären Bedrohung zu tun. Gleich die ersten Klienten heute sagten mir, wie sehr sie das belastet und dass das ihren Angstfaktor massiv hochtreibt. Und sie formulierten ihre Sorge, dass wir vielleicht genug Notfallbetten haben, aber eben nicht mehr genug ausgebildete Ärzte und Schwestern, die die gesamten Notfalleinheiten auch bedienen können, weil sie selbst erkrankt sind. Das ist ein ernsthafter Faktor.

Für die meisten Menschen war der Frühjahrslockdown machbar, wie oft habe ich gehört, wie gut der Stillstand war (für uns sah das sehr anders aus). Jetzt kommt Corona immer näher, hat das Thema Quarantäne oder Infektion die einzelnen Familien erreicht, wird die Sorge greifbarer. Noch ist das Wetter mild, ich bin gespannt, wie die Stimmung wird, wenn es umschlägt und der November zum üblichen November wird.

Es gibt keinen Grund zur Panik. Es macht Sinn, sein Immunsystem gut aufzustellen. Sich an der frischen Luft so oft es geht zu bewegen. Sich immer wieder Dinge vor Augen zu halten, die Freude bereiten. Mehr Abstinenz zu Medien. Weniger Hetzparolen anhören und mehr Musik von Johann Sebastian Bach. Bunte Blätter sammeln ist jetzt hilfreicher und Kastanien zum Basteln als das Sammeln von Betroffenheitsberichten in Klatschblättern. Menschen mit empfindsamen Seelen sollten jetzt Farbe, Sonne, Licht und Freude tanken, genug Teevorräte anlegen und sich eine weiche Wolldecke aus Rhönschafwolle zulegen, damit Geborgenheit spürbar wird.

Wichtig ist, den Raum zwischen den Ohren angstfrei zu halten. Bleiben wir aufmerksam auf das, was geschieht, aber nicht im Sinne einer Schockstarre und Dauerabruferei von schlechten Nachrichten. Achtsamkeit hilft, richten wir stets den Fokus auf das, was gut ist. Genug trinken, jede Menge Obst und Gemüse auf dem Teller haben und tanzen, tanzen, singen und tief atmen. Ausreichend schlafen. DAS ist das Survivalkit dieser Tage. Und vor allem Kopf frei von Panikmachern und Chaoten.

Allen einen beweglichen Merkurtag voller Momente des Staunens und Freuens.

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