
Intensive Beschäftigung mit Sympathikus und Parasympathikus, Über- und Untererregung des Nervensystems. Seit Jahren lade ich Klientinnen und Klienten ein zu summen, wenn sie sich nicht wirklich gut fühlen. Gebremste Ausatmung, Vibration im Brustbereich, sich wieder spüren. Mütter wissen: Ein weinendes Baby wird ans Herz gehalten, gewiegt, man summt. Summen beruhigt uns, bringt uns in Kontakt mit unserem Körper. 2007 entdeckte ich ein Buch, dessen Titel ich zunächst nicht ernst nahm (was sich sofort nach Aufschlagen des Werks änderte): „The Hum book, Das Buch vom Summen“ von Julie Henderson, Antje Baumgarten u.a. Es war eine Offenbarung.
Meine erste Summerfahrung als krasse Beruhigung hatte ich vor einer Prüfung. Mein Ausbilder wusste um meine Prüfungspanik. Er stellte sich hinter mich und meinte ruhig: „Stell dir vor, wir stehen in einer riesigen Glocke. Durch unser Tönen bringen wir sie zum Klingen.“ Ich fand das seltsam, doch er begann zu summen. Vorher hatte ich noch nie erlebt (und ich habe Jahre im Chor gesungen), dass mich ein Ton eingehüllt hat von Kopf bis Fuß. Eine Hülle entstand, aus der heraus ich auch tönen konnte. Ich hatte die Wirkung von Summen erstmals selbst erfahren. Im Seminar summte die Gruppe gemeinsam und erlebte, welche Klanghülle sich um alle und alles legte. Ruhe, Kraft, getragen sein. Falls du heute stressige Momente hast – summe, töne. Du kommst wieder ein Ein-Klang mit dir, im wahrsten Sinne des Wortes hebt sich deine Stimm-ung.
Einen tatkräftigen Dienstag!
Ein Ort, an dem weniger gesummt wird, Klang dennoch die größte Rolle spielt – die Elbphilharmonie in Hamburg. Danke an Annemarie für das Foto!
