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Heimatseelenlandschaften

Spannende Erkenntnis eines Klienten, dass ein ihm wichtiges Lebensthema Heimat ist. Er reist, führt Gespräche, gestaltet Podcasts und am Fuß des Diamir/Nanga Parbat, 8125 Meter hoch aufragend im Kaschmirgebiet, wurde ihm bewusst, dass Heimat auch ein Gefühl sein kann, nicht nur ein geographischer Ort. Wichtige Punkte in seiner Biografie sind stets mit einem Ort verbunden, der wie ein Anker einen Lebensmittelpunkt darstellt, von dem er hinauszieht in die Welt, um Geschichten zu sammeln. Es war so schön zu erleben, wie dieser Ort mit einem Mal Erdungspunkt wird, Lebensraum, aber eben nicht wie ein „an der Scholle kleben müssen“, sondern die Freiheit bedeutet, von diesem Ort aus hinauszuziehen und wieder heimzukehren. Orte werden zu Kraftorten, zu einer Form von Homebase, wo man auftankt, sich versorgt, lebt, um dann erneut aufzubrechen, um in der Ferne zu erfahren, was Menschen dort Heimat, Zuhause ist und so die eigenen Wurzeln sind.

Das hat mich an Rüdiger Sünners bewegende Filmreihe über Seelenlandschaften erinnert (https://www.ruedigersuenner.de/meine-filme/), in denen er achtsam Orte aufsucht und ihrer Energie und Kraft nachspürt.

 

Eine meiner Seelenlandschaften ist der Goetheanumspark in Dornach.

Was isst du?

Ernährung – es ist ein Privileg, darüber nachdenken zu können. Es gibt aus meiner Sicht nicht DIE Ernährung, die für uns alle passt, sondern ist stets individuell. Ein Highlight für Annemarie war dieses Sushimahl, das sie mit Freude fotografiert und dann verzehrt hat. Danke für dein Bild!

Miteinander

Vieles sieht von Außen gut aus, blickt man hinter die Kulissen, erkennt man Schmerz, Leid, Trauer und vieles anderes mehr. „Unter jedem Dach ein Ach“ hieß es früher, wenn jemand sagte, dass das Gras beim Nachbarn grüner sei. Ich vermute, dass daran viel Wahres ist. Es gibt keinen Grund, einen anderen Menschen um sein Leben zu beneiden, wir wissen nie, was das konkret bedeutet. Die Frage wäre eher, wie man einander unterstützen kann. So mancher ältere Mensch würde gern jüngeren das Reparieren von Fahrradschläuchen zeigen, Waffeln miteinander backen oder sich austauschen. Startups profitieren von der Expertise älterer Mentoren. Die Power der Jüngeren und ihre Sicht auf die Welt, die zukunftsgerichtet ist, weil sie sie gestalten, mag sich gut verbinden mit Ruhe, Gelassenheit und Erfahrung der Älteren, die aus der Vergangenheit manche gelernte Lebenslektion mitbringen. Es braucht Räume des Miteinanders. Des gegenseitigen Lauschens mit wachem Ohr, offenem Herzen und angebotener Hand. Es ist keine Frage von Alter, Religion, Hautfarbe oder sonst etwas. Menschlichkeit entsteht, wenn wir uns selbst und uns gegenseitig die Möglichkeit schenken, menschlich zu sein. Es ist eine Art, das Leben zu leben, keine Attitude.

Bunte Vielfalt ist ein Zeichen von Widerstandsfähigkeit.

Hinauf und hinab

Immer weiter hochklettern auf den Leitern des Lebens, so das Paradigma. Manchmal muss man eine Treppe auch wieder ein gutes Stück nach unten gehen, um sich neu zu sortieren, dann mag das Hochsteigen einfacher sein.

In den Treppenhäusern im Goetheanum kann man so viele verschiedene Erlebnisse haben.

Desorganisiert

Tage sind verrückte Mischungen. Da ist die Arbeit mit Klienten unterschiedlichster Art in Therapie und Coaching. Die Vorbereitung von Seminaren, Vorträgen, Kursen. Das Schreiben von Texten, Dokumentationen, Beantworten von Mails, Terminkoordination, Rechnungen schreiben und vielerlei mehr. Semesterplanung Frühjahr-Sommer der Volkshochschulen. Dazu ein Haushalt mit allem, was dazugehört von Waschen über Putzen, Bügeln bis hin zu den jahreszeitlichen Dingen wie Obst einkochen (geschafft), Plätzchenplanung plus X. Da ist die Pflege des Bruders, bei dem man am Morgen nicht wissen kann, wie Mittag und Abend werden, schnell kochen Symptome hoch, braucht es Achtsamkeit, Bewusstheit beim Pflegen, sorgsame Ernährung und Beschäftigung. Letzte Arbeiten im Garten, der Rest bleibt, wie er eben ist. In- und Output unterschiedlichster Art von früh bis spät.

Ich schaue aus dem Fenster in den Garten. Wann sind die letzten Blätter abgefallen? Ich spüre das wechselnde Wetter in Kopf und Knochen. November. Dieses seltsam abrupte Kippen in den Vorwinter. Klientin gestern: „Ich hab den Weihnachtsbraten fertig. War im Sonderangebot, hab ich gleich gekauft und gekocht und eingefroren.“. Ich mache mir besser mal Gedanken über mein Leben, ich glaube, ich bin ein wenig desorganisiert 🙂

 

Rebekkas Foto gehört zu meinen unangefochtenen Lieblingsbildern. Danke dir!

 

In allen vier Ecken

Biographie – was unser Leben schreibt. In der Praxisarbeit ist die Beschäftigung mit der Biographie des Menschen immer wieder ein Bestandteil, um zu verstehen, wie Muster aus Kindheitstagen unser Leben bis ins Alter hinein beeinflussen. Da unser Gehirn bis zum letzten Atemzug neu vernetzen kann, bedeutet ein ungesundes Muster aus der Kindheit kein lebenslanges Schicksal. Kein negativer Glaubenssatz ist durch Erkenntnis durch einen positiven ersetzt, keine Wunde heilt, nur weil man ihrer bewusst wird. Geduld, Vertrauen, Liebe, gewusst wie und Übung sind Helfer auf dem Weg des Ganzwerdens, der Integration und Wertschätzung dessen, was das gesamte Leben mitgetragen worden ist und was man vielleicht nun ohne Groll zurückgeben mag.

Die Wege und Schicksale der Menschen sind so ungeheuer vielfältig und erstaunlich, demütig stehen wir als Begleiter vor manchem Bericht. Der Mut, etwas erzählen zu können, kommt, wenn der Raum, in dem gesprochen wird, behütet ist. Immer und immer geht es um den Raum zwischen uns, egal wo, egal in welcher Situation. Gelingt es, diesen Raum mit Klarheit, Ruhe und Offenheit zu füllen oder ist er bereits überfüllt mit (Vor-) Urteilen, Ablehnung und Hass? Im Poesiealbum gab es einst den Spruch „in allen vier Ecken soll Liebe drin stecken“ – da ist Wahres dran.

Ich wünsche dir an diesem Marstag offene Räume, lichtdurchflutet und sonnengewärmt, die es dir leichter machen, gut durch den Tag zu kommen.

 

Stephanies Fotos aus der Schweiz sind auch 2025 eine Augenweide.

Berührende Tage

Was für ein spannendes Wochenende. In der Coachingausbildung ging es um Strukturen, Prozesse, jede Menge praktische Fragen; in den Austauschrunden um Interbeing und die Frage, wie wir Räume für Menschen so gestalten, halten und wahren können, dass Öffnung und Austausch im Wohlwollen, im Respekt und mit wahrem Inter-esse stattfinden können. Dieser Begriff von Thich Nhat Hanh und ein wunderschöner Text aus seinem Buch „Call Me by My True Names“ standen über dem Wochenende als seelisch-geistige Leitschnur und wurde von der Gruppe auf wundervolle Weise mit Leben gefüllt.  Wenn es uns gelingt, von diesem Gefühl, das entstanden ist, nur einen Bruchteil in dieser Woche mit in unsere jeweiligen Welten und Umgebungen mitzunehmen, kann Wundervolles entstehen.

Hab einen guten Wochenstart!

Theresa hat in Schweden fotografiert. Lieben Dank!

Zur Klarheit sich zu wenden

Ich fühle fruchtend eigne Kraft
Sich stärkend mich der Welt verleihn,
Mein Eigenwesen fühl ich kraftend
Zur Klarheit sich zu wenden
Im Lebens-Schicksalsweben.

Wochenspruch aus dem Seelenkalender von Rudolf Steiner.

Danke an Theresa für das Bild aus Schweden.

Wasserkraft

Wasser. Lebensquell und Faszination ohne Ende. Das Plätschern von Wasser kann die Nerven beruhigen. In der klingenden Waschung wird das genutzt, um Menschen zu unterstützen, in sehr schwierigen Momenten wieder bei sich anzukommen. Ob wir am Ufer des Meeres sitzen und dem ewigen Kommen und Gehen der Wellen lauschen, das Geräusch eines kleinen Bachs wahrnehmen oder das leise Gluckern eines Quellsteins vernehmen – es ist immer ein Moment der inneren und äußeren Labsal.

An diesem Wochenende freue ich mich sehr auf die angehenden Coaches, am nächsten ist das letzte Aufstellungswochenende für dieses Jahr.

Allen ein schönes zweites Novemberwochenende!

Mehr Tempo

Mein Tempo diese Woche war deutlich langsamer. Ich merke, dass mein Gehirn jetzt anfängt, die Eindrücke aus Dornach zu verarbeiten, das war im Juni. Das Tempo des Jahres insgesamt war also zu hoch, die Seele kommt mit Verdauen nicht nach. Es war viel los das ganze Jahr über, das merke ich jetzt, wo es im Außen trüber und dunkler wird und der Fokus nicht mehr permanent im Außen auf dem Organisieren von Tausenderlei liegt, weil vieles einfach geschafft ist. Es waren einige Projekte in diesem Jahr mit viel Vorplanung und Organisation. Ereignisse, die für Nachdenken und Gespräche sorgen, Veränderungen von außen, die tiefgreifend auch in unsere Familie hereinwirken. All das hat mehr Kraft gekostet als ich angenommen habe. Jetzt darf ich Kraft, Zeit und anstehende Aufgaben gut abstimmen. Die Tage waren dringend notwendige Reflektion.

Jeder Mensch erlebt die Herausforderungen im Außen derzeit als starke Belastung. Entscheidend ist, wie resilient und flexibel mein Inneres aufgestellt ist. Wir sind alle eingeladen, mehr inne zu halten, uns Verarbeitungszeit für das zu geben, was die Welt fordert und dafür zu sorgen, dass wir im Inneren ausreichend Ruhe, Mitte und Wurzelkraft haben, um im Sturm der Zeit stabil zu stehen.

 

Rundkirche und Baum am Benediktushof haben schon viele Stürme überstanden.