Author page: Christine Krokauer

Durchschnaufen

Ein Durchschnauftag von den Temperaturen her. Sonntags ist in der Küche viel zu tun, Mealprep ist angesagt. Zudem purzeln derzeit die ersten Apfelberge vom Baum und werden zu kleinen Würfeln fürs Müsli und Apfelmus für den Bruder verarbeitet. Die Beerenernte des Sommers ist in Flaschen gelandet, der Holunder ebenso. Zwetschgen sind eingefroren, damit werden wir uns im Winter Zimtpflaumencrumble an kalten Sonntagabenden machen. Das erste Mal, dass der Baum Frucht getragen hat!

Die Herbstausgabe der Holunderelfe ist gerade im Korrektorat auf meinem Schreibtisch und ich freue mich auf das neue Heft, so leuchtende Bilder, so bunt, wie es eben nur der Herbst sein kann.

Tiefe Dankbarkeit für das, was im Garten wächst, was geerntet werden kann und von der Natur geschenkt wird. Vorbereitung für Herbst und Winter, damit wir auf einen Grundstock zugreifen können. Was für ein Glück!

 

Allen einen guten Start in die neue Woche. Für manche beginnen bald die Urlaubstage, andere kehren schon wieder heim – habt es fein!

 

 

Beate hat was Tolles für ihre Lieben kredenzt und ein feines Foto davon gemacht. Danke dir!

Wunderbaum

Bäume – ohne sie wären wir nicht. Sie sind Freunde, große Zuhörer, geben Halt, Wärme, Raum, malen wunderbare Blätterbilder in den Himmel, lassen das Licht durch die Blätter auf den Boden flirren, rauschen sacht und manchmal spenden sie sogar jede Menge Nahrung. Was wären wir Menschen ohne Bäume!

Stephanie schaut mit ihrer Kamera auch immer wieder gern mal von unten in die Baumwipfel – da wächst der Respekt vor diesen Riesen, die Leben ermöglichen. Danke für das Foto!

Einsamkeit – Alleinsein

Einsamkeit – das wird ein immer stärker auftauchendes Thema. Es löst langfristig viel aus: Depressionen, Essstörungen, Spielsüchte im psychischen Bereich, auch körperliche Beschwerden werden von einsamen Menschen als schwerwiegender empfunden, weil Ablenkung fehlt, so dass alles um Schmerz kreist.

Das auf die Pandemiefolgen schieben ist zu kurz gedacht. Der Grund hat viel mit unserer Handynutzung zu tun. Wir haben uns angewöhnt, restlos unverbindlich zu kommunizieren. Online sind wir, solange wir Spaß dran haben, gibt es Kritik oder unangenehme Fragen, sind wir offline, blockieren, vermeiden jeden Dialog. Kritik an uns selbst ertragen wir immer weniger, je weniger wir mit anderen im Austausch sind. Das natürliche Abschleifen durch Miteinander entfällt. Der Hype, wir seien toll und uns stünde alles Großartige auf dem Planeten per Geburtsrecht zu, sorgt für eine Verschiebung der Wahrnehmung. Warum sollten wir kritisiert werden, wenn drei Klicks weiter andere ein Like senden? Warum diskutieren, viel zu anstrengend.

Ein Teil der Einsamkeit ist selbstgemacht. Wir wollen uns nicht mehr auf Kompromisse einigen, Positionen klären, in den Schuhen des anderen gehen, Verständnis entwickeln. Wir wollen Recht haben und wer das anzweifelt, wird entfreundet.

Niemals wird ein Mensch alles erfüllen, was wir uns unter Freundschaft oder Partnerschaft vorstellen. Das muss auch keiner (tun wir selbst übrigens auch nie). Aber wem keiner gut genug ist, der muss damit leben, dass er die beste Gemeinschaft bekommt, die dann möglich ist: die mit sich selbst. Das muss dann reichen.

PS Einsamkeit ist nicht Alleinsein. Das ist ein gewählter, ersehnter und vollkommen zufriedener Zustand der Erholung.

 

Frohe gemeinsame Stunden mit lieben Menschen an diesem Wochenende!

 

Stephanie ist gern allein wandern, weil das Klarheit im Kopf schafft. Danke für das Foto!

Einsamkeit

Um die Einsamkeit ist es eine schöne Sache, wenn man mit sich selbst in Frieden lebt und was Bestimmtes zu tun hat.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749–1832

Stephanie hat das Foto gemacht, Danke!

Grundsatzentscheidungen

Fädenziehen ist dran. Dann ist der dicke Schaumstoff am Ohr weg und die Binde um den Kopf. Wieder ein Stück weiter.

Noch wenige Praxistage, dann ist Auszeit. Monate Organisation brauchte die, damit der Bruder bestens versorgt wird, sonst könnten wir nicht weg. Fünf Tage raus. Fünf Tage, in denen wir eine Menge Entscheidungen über die Zukunft treffen werden. Versuchen, viel zu schlafen. Zwei Tage verbringen wir in einem Denkraum, in dem wir ohne jede Ablenkung fokussiert anstehende Themen abarbeiten, Haken dransetzen und umsetzen. Es werden dieses Mal Grundsatzentscheidungen sein, denn ein Heimplatz ist nicht in Sicht für den Bruder, ein Vollzeitjob zu zwei Vollzeitjobs ist nicht machbar. Es werden richtig schwere Entscheidungen werden, weil es keine gute Lösung gibt, sonst hätten wir sie längst gewählt. Ich muss aufpassen, keine zu radikalen Ideen in den Raum zu stellen, weil ich gerade angeschlagen bin, keine optimale Grundlage für überlegte, weitsichtige Entscheidungen. Dennoch – diese Gedanken in diesen fünf Tagen werden not-wendig sein für die Genesung, die Wege, die wir selbst überschauen und bestimmen können. Wie viel solche Dinge wert sind, wissen wir seit der Pandemie auch. Positiv wie negativ. Und den Rest der Tage werden wir uns Kunst, Kultur, Museen und Buchberge gönnen. DAS ist für uns Erholung. Das Auge auf schöne Dinge, auf neue Gedanken, auf jenseits aller Tellerränder gibt uns immer Kraft.

 

Allen einen feinen Frei/utag.

 

Beate hat diese Sonnenblume geschickt – für alle, die heute ein Strahlen brauchen.

Heimat

Heimat – das ist für jeden von uns etwas anderes. Es kann eine Landschaft sein, eine Sprache, ein Gefühl, ein konkreter Ort. Der Platz, an dem man seine inneren Herzwurzeln tief absenken kann, um an Kraftquellen zu gelangen, die anderer Natur sind als Speis und Trank.

Maike hat ausnahmsweise mal nicht die Berge vor der Linse gehabt, sondern ihren Heimatort. Danke für das Foto!

Systemweisheit

Gestern gab es so eine wunderschöne Aufstellungsarbeit mit Kissen. Mit einem Blick auf das System war das Thema offensichtlich. Es brauchte nicht viel und es kam Frieden ins System. Es öffnete sich wie eine aufblühende Blume. Die Schritte dorthin wurden machbar, Ressourcen gesucht und gefunden, die unterstützen. Mit wenigen Worten und ruhiger Stimme, atemachtsam, gingen wir voran. Hypnosystemische Arbeit ist ruhig, fließend, ressourcenorientiert und wertschätzend ob der Weisheit eines Systems, das durch das Symptom eine Frage in den Raum schreibt. Es liegt an uns, die Frage zu hören und vielleicht auf die Suche nach Antworten zu gehen, wenn wir dazu innerlich bereit sind.

Das ist der Teil meiner Arbeit, der mir mit am meisten Freude macht. Wir erkennen gemeinsam die Schönheit und Weisheit eines Systems und ich bin stets aufs Neue fasziniert, welche Wege zu Lösungen dann sichtbar werden. Im eigenen Tempo. Mit Ruhe, Achtsamkeit, Bewusstheit.

Schätzt du dein System schon als Lebenslehrer?

 

Petra hat aus ihren Urlaubsfotos eine schöne Collage gemacht. Möge sie euch Freude bereiten. Habt einen wunderschönen Donnerstag. Danke für die Bilder!

Wunderwerke

Wenn wir nur eine dieser Blüten betrachten, wird uns bewusst, wie kunstvoll alles in der Natur gestaltet ist – bis ins kleinste Detail. Wie kommen wir dann darauf, dass das mit uns Menschen nicht genauso ist?

 

Sigrid hat die Wilde Möhre im Bild verewigt, Danke!

Langeweile feiern

Langeweile – herrliches Wort. Während ich ein paar Tage im Krankenhaus war, konnte ich nicht lesen, 24 Stunden am Tag wenig zu tun. Was für ein Geschenk! Fensterplatz – Glückstreffer. Menschen beobachten, Blick auf den Stadtring, Tag und Nacht Autos, Züge, endlose Güterwaggons und Tausende von Menschen, die sich nicht bemerkten. 98 Prozent mit Handy in der Hand, die meisten auf dem Weg von oder zur Arbeit im Krankenhaus. Patienten, die man daran erkannte, dass sie panisch aufs Handy schauten und ihre Klinik suchten, während sie das Navi führte (Hunderte Schilder stehen an der Straße, die Klinik hat einen Lageplan). Sie rannten aneinander vorbei und bemerkten nicht, dass eine weinende Frau am Rand stand. Keiner sprach sie an, keiner bot Hilfe an.

In Warteräumen, auf der Station, im Zimmer: Alle hatten Bildschirme vor der Nase. Früher redete man im Krankenzimmer miteinander, tauschte Freud und Leid aus, kannte sich nach einigen Tagen gut, nahm Anteil, lernte Familie kennen. Heute kommt kaum Besuch, weil alles via Facetime läuft. Man sieht sich ja, das reicht. Ich habe kleine Kinder gesehen, die den Tag am Bildschirm switchten und das Angebot der Erzieherinnen, in den Spiel- und Bastelraum zu kommen, ablehnten. 24 Stunden online, selbst am Wasserspender noch. Bedenken wir, was wir für ein Einsamkeitsproblem im Land haben! Hilfsnetzwerke sollen das auffangen, dabei wäre es ganz einfach. Handy aus der Hand legen und ins Gespräch gehen. Wir trauen uns das nicht mehr zu. Virtuell ist vieles einfacher, glauben wir. Nicht angreifbar sein, weil menschlich. Ghosten, wenn nötig. „Leitung abgestürzt“, wenn es unangenehm wird.

Langeweile – ich habe es genossen, die wenigen Wolken wandern zu sehen, ein Gewitter zu erleben, Rettungshubschrauber und Krankenwagen, die allzeit im Einsatz sind. Mein Geist kam zur Ruhe. So, wie früher in den Ferien, wenn alle Spiele gespielt waren und es fürs Baden im Fluss zu kalt wurde kurz vor Schulanfang. Da entstand so eine Kreativität, eine Freude am Tun und ein Kraftschöpfen für den Neuanfang. All das nehmen wir uns jeden Tag weg. Für einen Kasten, der uns dopaminversorgt, abhängig macht und lähmt, was an Menschlichkeit in uns ist. Wir nehmen nichts und niemanden mehr wahr, doch klagen sehr laut, wenn wir uns nicht gesehen fühlen. Finde den Fehler.

 

Und wenn man Jahre schaute – man sähe längst nicht alles. Stephanie war in den Bergen wandern im letzten Herbst und hat das Foto mitgebracht. Danke.

In Resonanz gehen

Wenn wir wirklich etwas sehen, wahrnehmen und in Resonanz gehen wollen, braucht es Zeit, Ruhe, Stille und ein offenes Herz, damit Fragen und Antworten zwischen den Wesen schwingen können.

Danke an Stephanie für das tolle Baumfoto.

Summertime

Heiß ist nicht meins. Schon gar nicht, wenn man eine dicke Schaumstoffschutzkappe auf dem Ohr tragen muss mit einem dicken Satz Mull plus Verband. Der Bruder sitzt in kurzen Hosen und im Unterhemd da, das mag er nicht, er ist gern korrekt gekleidet. Darauf muss er jetzt verzichten und wir sorgen für jede Menge Durstlöscher in Form von Tee und Wasser mit ein bisschen Zitrone oder Pfefferminztee. Melonenscheiben, Gurkensalat, Gazpacho, das hilft. Den kalten Waschlappen für die Stirn lehnt er kategorisch ab und kalte Füße hat er ohnehin immer, so dass er auch bei 40 Grad Söckchen trägt.

Wie gut, dass wir Kneippfans sind – Armguss, Knieguss können jetzt lebensrettend sein und die ärgste Hitze aus dem System ziehen. Wer ein Wassertretbecken in der Nähe hat – rein, vorab ein wenig mit kaltem Wasser aus dem Becken runterkühlen, nicht direkt nach dem Essen. Für alle ohne Becken: kaltes Wasser über die Pulse am Handgelenk laufen lassen bringt auch eine Menge.

Ansonsten allen gute Hitzetage und vor allem keine zerstörerischen Unwetter. Passt fein auf euch auf.

 

Hitze geht, wenn ein Meer daneben ist, vielleicht eher. Theresa hat das Bild in Australien gemacht.

Heilige Orte

Heilige Orte. Diesen hier in Australien verbinde ich im Kopf mit der Farbe Rot und der unvergleichlichen Erde. Theresa war dort und hat das Bild mitgebracht. Danke.

Wer Ohren hat, der höre

So schaut das drei Tage nach dem Implantat einer Soundbridge an den Gehörknöchelchen aus. Eine Soundbridge verwandelt Schall in Schwingungen und überträgt sie direkt aufs Mittelohr. Sie hat zwei Komponenten: Ein Implantat, das ich jetzt bekommen habe, im September, wenn alles geheilt ist, kommt ein Sprachprozessor hinter dem Ohr dazu, der über Magnet mit dem Implantat verbunden ist. Das Mikrofon im Sprachprozessor nimmt den Schall auf, wandelt ihn in elektrische Impulse und die landen beim Implantat. Von da aus werden die Signale zum Floating Mass Transducer geschickt, das ist ein winziger Magnet, der an der Gehörknöchelchenkette (das sind übrigens die kleinsten Knochen im menschlichen Körper) als Mittelohrprothese platziert ist und der wandelt die Signale in mechanische Schwingungen um, so dass die Gehörknöchelchen sowie das runde oder ovale Fenster in Bewegung kommen und das Innenohr Signale bekommt. Klingt kompliziert, ist kompliziert. Ich hatte sehr großes Muffensausen vor dem Eingriff, doch das Team in der Uni Würzburg hat das super operiert. Ich konnte vorher auch mit Menschen sprechen, die das schon tragen – ihre Erfahrungen waren sehr berührend. Menschen, die nach 67 Lebensjahren das erste Mal seit dem vierten Lebensjahr hören konnten! Kinder, die nun nicht taub aufwachsen müssen.

Wer gut hören kann, weiß oft dieses Wunder nicht zu schätzen. Ich habe in der Klinik Geschichten gehört (mit dem anderen Ohr, das dank normalem Hörgerät gut funktioniert), die demütig, bescheiden und still machen.

Umso erstaunter war ich daheim über 164 eingelaufene Mails trotz der Info, dass bis Dienstag nichts bearbeitet wird. „Eilt“, „dringend“ bis hin zu „Warum antwortest du nicht“ waren die Betreffzeilen. Meine erste Reaktion – Rechner runterfahren, durchatmen und mir klarmachen: Meine Klienten sind megagut versorgt von mir. Wenn ich VIER TAGE wegen einer Kopfoperation (für die nichtselbstständige Menschen gern mal länger krankgeschrieben sind) nicht in der Praxis bin, ist das kein Weltuntergang. Bis 21. 8. gibt es noch drei Resttermine, alles andere darf warten. Ab 3. 9. ist wieder normaler Praxisbetrieb. Auch und vielleicht gerade Therapeuten haben das Recht und die Pflicht, sich zu erholen. Und ich denke nicht, dass das eine Begründung braucht, aber für alle, die jetzt so insistiert haben, weshalb ich gerade auf ihre Mail (wie alle anderen) nicht antworte hier die einmalige Begründung. Und damit sind nicht die superlieben Mails gemeint zur Unterstützung und mit Hilfsangeboten. Mega! Danke euch!

 

Das Ende des Wochenspruchs von Rudolf Steiner für die Woche trifft es voll: Werdend mich mir selber geben.

… werdend mich mir selber geben

Geheimnisvoll das Neu-Empfang’ne

Mit der Erinn’rung zu umschließen,

Sei meines Strebens weitrer Sinn:

Es soll erstarkend Eigenkräfte

In meinem Innern wecken

Und werdend mich mir selber geben.

Wochenspruch für diese Woche aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

Stephanie hat dieses Augenferienfoto gemacht. Danke dir!

Kleine Sendepause

Ruhe im Karton für die nächsten Tage. Die Inspiration für die nächsten Tage habe ich für dich draußen in der Natur versteckt – findest du sie?

 

Eine frohe Zeit!

 

Ita-Wegman-Klinik in Arlesheim, die derzeit einen großartigen Neubau aus Vollholz erhält.