Yearly Archives: 2026

Im Morgenduft der Märzenluft

Die Berge stehn
im Morgenduft
der Märzenluft
so silberfein,
dass man
ein Seidenweber
möchte sein,
sie hinzubannen
all in ihren Zärten
von Licht und Schatten:
denn so sanften Glanz
hat Seid’ allein
der Flächen Spiel
zu gatten.

Christian Morgenstern

Bergmensch Maike hat das tolle Foto gemacht. Danke!

Tägliche Inspirationsquelle

„Welche Frau hat dich inspiriert?“ Ita Wegman! Ich hatte an der Akademie Vaihingen mit Hermann Seiberth einen Lehrer, der sich tief mit Leben und Werk Wegmans befasst hat, ich durfte viel über sie erfahren. 1876 in Karawang in Indonesien geboren, kam die Familie 1899 nach Holland zurück. Ita ließ sich in Heilgymnastik und Massage ausbilden, traf 1902 in Berlin Rudolf Steiner und begann auf seinen Rat hin in Zürich das Studium der Medizin, das sie 1911 als Fachärztin für Frauenheilkunde abschloss. Sie eröffnete 1912 ihre Praxis in Zürich und erwarb 1920 eine Liegenschaft in Arlesheim, wo sie 1921 ihre Privatklinik „Klinisch Therapeutisches Institut“ eröffnete, heute Klinik Arlesheim. 1917 hatte sie aus der Mistel ein Präparat zur Behandlung von Krebserkrankungen entwickelt, daraus wurde später das Mittel Iscador. 1922 gründete sie in Arlesheim den Sonnenhof, eine heilpädagogische Einrichtung. Sie entwickelte die rhythmische Massage, neue Pflegeformen und schrieb mit Rudolf Steiner das Buch „Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst“. Nach dem Brand des ersten Goetheanums an Silvester 1922/23 wurde sie eine wichtige Mitarbeiterin von Rudolf Steiner und übernahm die Leitung der Medizinischen Sektion am Goetheanum in Dornach. Nach dem Tod von Rudolf Steiner (den sie bis zum Ende pflegte) kam es zu Konflikten und dem Ausschluss aus der Anthroposophischen Gesellschaft. 1936 gründete Ita Wegman eine Klinikdependance in Ascona und verstarb 1942 in Arlesheim.

Johan Zeylmanns van Emmichovens Dokumentationsreihe „Wer war Ita Wegman“ hat mich von der ersten Zeile an gefangen genommen. So viel Widerstand musste sie ertragen, so viele Herausforderungen bewältigen, so viel Neuland, das sie betreten hat. Wann immer ich ihr Foto auf meinem Schreibtisch anschaue, sehe ich den Klinikgarten mit ihrem Holzhaus in Arlesheim vor mir und staune, wie sie nur ihr Arbeitspensum geschafft hat. Ihr Leben steht für mich unter dem Aspekt „Mut zum Heilen“, persönlich unter „niemals aufgeben“. Oder mit ihren Worten: „Ich bin für Fortschreiten.“ Inspirationsquelle jeden Tag.

 

Das Holzhaus von Ita Wegman im Klinikgarten, heute Ita Wegman Archiv.

Demütige Gänseblümchen

Bedenk, dass das demütigste aller Gänseblümchen verführerischer ist als die stolzeste und glänzendste Dornrose, die uns im Frühling mit ihren durchdringenden Düften und ihren lebhaften Farben verlockt.

Honoré de Balzac, 1799 – 1850

Manuela hat das passende Foto dazu gemacht. Danke!

Rück- und Ausblick

Danke nochmal von Herzen für alle lieben Geburtstagswünsche. Sorry, dass ich nicht ans Telefon gegangen bin – volles Haus und die zwei Patienten haben den Tag gut gefüllt. Danke allen, die auf den AB gesprochen oder  geschrieben haben, über jeden Gruß habe ich mich gefreut.

Jetzt ist wieder Alltag, das ist irgendwie auch sehr gut. Diese Woche sehe ich großartige Menschen mit schwierigen Themen, die sich tapfer durch den Alltag beißen, Menschen, die gerade sehr gestresst sind durch das Chaos im Außen in der Welt und am Wochenende werden wir uns im Seminar mit Biohacking befassen. Auf vielleicht unerwartete Weise, denn es geht nicht um die Hitliste der Nahrungsergänzungsmittel, sondern um die ältesten Lifehacks: Schlaf, Bewegung, typgerechte Ernährung und Lebensfreude/stärkende Beziehungen, Fernhalten von Drogen und guten Umgang mit Stressauslösern im Alltag. Damit wären auch exakt die sechs Säulen der Lebensstilmedizin genannt, die ihre Wurzeln weit in die Medizingeschichte hinein haben. Was guter Schlaf ausmacht, weiß jeder, der unausgeschlafen versucht, seinen Alltag zu stemmen. Die anderen Säulen haben den gleichen Impact auf unseren Tag. Klar können wir nicht jeden Tag 100% alle Säulen gut bedienen, doch wenn wir sie im Bewusstsein tragen und immer wieder ein bisschen Gewohnheiten im Kleinen danach ausrichten, wird sich vieles langfristig verändert. Compoundeffekt – jeden Tag ein wenig getan ergibt eine ganze Menge mit der Zeit.

Allen eine Start in eine Woche voller Energie und Lebensfreude.

 

So wundervoll – DANKE an Saida für den großartigen Strauß. Grüße von Little C.

Gedankenklarheit

Ich fühle Kraft des Weltenseins:

So spricht Gedankenklarheit

Gedenkend eignen Geistes Wachsen

In finstern Weltennächten

Und neigt dem nahen Weltentage

Des Innern Hoffnungsstrahlen.

Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

Gedankenklarheit findet sich auch in Architektur vor Himmelsblau. Anne hat das Foto in Kopenhagen gemacht. Danke!

Dankeschön

Ihr Lieben,

Herzensdank für eure wundervollen Genesungsgrüße für Christoph und die vielen Glückwünsche zum meinem Geburtstag!!!!

Wir lesen uns wieder Montag, heute ist erstmal Familienzeit angesagt.

Alles Liebe und DANKE, Ihr seid die Besten!

Christine

Kräuter

   

Erfreuliches zwischendurch – wir haben gestern unseren „Herbsttee 2025“ angefangen. Das ist jedes Jahr die kunterbunte Mischung ganz am Ende der Saison, wenn nur noch wenig Pflückbares da ist. Dieses Mal besteht sie aus mehreren Minzen, es gab nochmal spät Zitronenmelisse, viel Salbei und Thymian mit einem Zweig Bohnenkraut und den Resten des Eisenkrauts, das nicht mehrjährig ist. Das trocknen wir und werfen die Reste zusammen. Die Mischung ist richtig fein! Für mindestens zwei, drei Wochen werden wir jeden Tag eine große Kanne Kräutertee zusätzlich auf dem Tisch haben. Nicht in jedem Jahr ist sie so gut wie dieses Mal. Das sind die Feste, die wir so zwischendurch feiern und dankbar sind, was ein ganz normaler Hausgarten herschenken kann.

Allen einen liebevollen Freitag.

 

Sigrid hat in St. Peter Ording auch einen Kräutertee genossen – und die Tasse ist landschaftsgerecht gestaltet. Danke für dein Foto!

Unerwartet

Unerwartet, das Leben. Ich komme aus der Praxis. Der Bruder sitzt im Pflegebett und freut sich. Der Gemahl ist weder im Garten- noch im Gewächshaus. Ich finde ihn im Bett. Er ist übel gestürzt. Ich mache mir ein Bild der Lage und stelle fest – das, was da so anschwillt, ist definitiv ein gebrochenes Bein (immerhin hatte er Kühlpacks). Taxi, ab in die Notaufnahme für Patient Nr. 1. Anruf Bruder 2, er muss sofort kommen, unseren Pflege-Bruder am Abend versorgen, ich muss in einer Stunde im Auto sitzen und ein Seminar halten. Um 17 Uhr erreiche ich niemanden mehr, der das absagt zwei Stunden davor. Wir geben uns die Klinke in die Hand. Nach dem Seminar Blick aufs Handy – keine Nachricht, beunruhigend. Ich rase nach Hause. Pflegebruder schläft. Der andere Bruder und Christoph unterhalten sich. Der Fuß ist mehrfach gebrochen. Gips über Nacht, um 8 Uhr am nächsten Morgen antreten zum CT. Bis 2 Uhr brauche ich, bis der Koffer vom Speicher geholt, gepackt, die Vormittagstermine verschoben sind. Um 7 steht das Taxi vor der Tür, Patient 1 geht ins CT, Patient 2 hat Pflegeprogramm. CT bestätigt die Brüche, nun MRT wegen Bänder, so, wie es aussieht, keine OP nötig, konservative Behandlung mit Gips, am Nachmittag hoffentlich nach Hause. Wait and see. Nun kann ich die Terminschienen planen mit zwei Patienten on top. Alles im Außen auf Stopp, meine Tage sind begrenzt. Nun ist erstmal Bruder beruhigen dran, „Krankenhaus“, „Operation“ sind Horrorworte. Ab in die Sonne mit ihm.

 

Minipause

Un-Fall

Nennen Sie den größten aller Erfinder. Unfall.

Mark Twain

Manchmal braucht man ein bisschen beruhigendes Grün, wenn das Außen wild ist.

Innen und Außen

Die Welt im Außen im Chaos. Noch mehr Krieg, also mehr Leid für Menschen, Familien, die zerstört werden, Leben, das sich total verändert. Nachvollziehbare Hoffnungen, die auf Freiheit gesetzt werden. Nationen, die mit hineingezogen werden. Es geht um Macht, Einfluss und vieles mehr. Urlauber, die festsitzen und Raketenbeschuss wie Feuerwerk erleben, bis klar ist, dass das todbringende Waffen sind.

Die kleine Welt im Inneren – der Bruder wird heute 57 Jahre alt. In wenigen Tagen sind es drei Jahre, die er hier bei uns lebt und rund um die Uhr versorgt wird. Wenn wir die krassen Zeiten versagender Niere beiseitelassen, die es zwischendurch gibt, hat er die Zeit seines Lebens. Er ist aktiv, nimmt an allem teil, hat eine totale Umstellung der Ernährung überstanden, macht Ergotherapie, sein offenes Knie ist meistens zu, wir hoffen auf Duschen im Sommer. Er hat einen festen Rhythmus, eine sehr klare Tagesstruktur und seit Monaten als Haustier Kater Simba.

Wir pendeln zwischen der Welt im Außen, die Angst machen kann und der Erkenntnis – mit einem Menschen mit dieser Herausforderung könnten wir nirgendwo hingehen. Wir können ihm seine Welt jeden Tag nur so schön wie möglich machen. Manchmal hilft uns der Fokus auf das Alltägliche, um mit dem Außen leben zu können.

 

Einen friedvollen Marstag allen.

So eine feine Geburtstagstafel hat Ursula für eines ihrer Kinder gestaltet. Beim Bruder sind heute 57 Kerzen fällig. Danke für dein Foto!

Von der Natur lernen

Menschen sind kreative Wunder. Mutig, klug, großartig. Nur eines scheinen wir noch nicht zu können – mit allen anderen Menschen in Frieden zu leben, wie es der Rest der Natur immer wieder vormacht (wie hier am bunten Streifen entlang des Goetheanums).

Frostmorgenerinnerungen

Morgens ist es eiskalt von der Nacht, am Tag sonnig. Das sind wenige Tage im Jahr, die dieses spezielle Wahrnehmen zwischen Winter und Frühling haben. Mich erinnern sie an eine Zeit vor Jahrzehnten, Schüleraustausch in Frankreich, Digne-les-Bains. Klirrend kalt. Lycée Alexandra David-Neel war frühs die Anlaufstätte. Keiner wusste damals etwas über die buddhistische Nonne, die in Digne starb. Ich habe fast kein Wort verstanden, meine Sprachbegabung ist überschaubar.

Was mich faszinierte, war die Landschaft, ich stellte mir die Lavendelfelder im Sommer vor, im Februar gab es noch Schnee so hoch oben. Die Schlucht von Verdon. Ausflüge nach Marseille und Arles. Van Gogh und Gauguin. Am meisten beeindruckte mich Moustiers-Sainte-Marie. Ein Stern, zwischen zwei Bergen aufgehängt. Gassen voller Keramik. Geblieben ist eine tiefe Erinnerung an die Landschaft, mit einer viel zu dünnen Wildlederjacke und Turnschuhen durch kniehohen Schnee zu waten und dabei dieses Gefühl von Frost, der wach macht und klar, wahrzunehmen.

Einen schönen Wochenstart mit freundlichen Tagen!

 

Zwar nicht Frankreich, aber auch die Schweiz bietet atemberaubende Landschaften, in denen Stephanie gern wandert und tolle Fotos schickt. Danke!

Im Menschenherzen Liebe weckend

Im Lichte das aus Weltenhöhen

Der Seele machtvoll fließen will

Erscheine, lösend Seelenrätsel,

Des Weltendenkens Sicherheit

Versammelnd seiner Strahlen Macht

Im Menschenherzen Liebe weckend.

 

Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

 

Eines meiner Favoriten aus der wunderbaren Bildersammlung von Stephanie. Danke!

Frühjahrsmüde

 

 

 

 

 

 

Erstaunlich, vor einer Woche gab es noch Schnee und jetzt sind wir im Vorfrühling. Das kann auch ordentlich schlauchen, uns zumindest. Also verordnen wir uns die nächsten Tage zeitiges Schlafen, es macht nie Sinn, gegen den Körper zu agieren.

Die neue Woche wird hoffentlich schön. Der Bruder feiert Geburtstag und wünschte sich dauernd ein anderes Essen für seinen Ehrentag. Klar bekommt er seinen heißgeliebten Fisch. Mit Nudeln oder doch Reis mit Berberitzen, es wird sich zeigen sich. Sein Ehrentag, sein Wunschessen. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen und Fisch für einen Fischegeborenen passt ja irgendwie.

Allen ein erholsames Wochenende mit wenig Frühjahrsmüdigkeit und viel Sonne.

 

Vorfreude auf das frische Grün – bald leuchtet es uns wieder so schön entgegen wie auf Stephanies Foto. Danke dir!