Kategorie: Allgemein

  • Freude

    Erkennt der Mensch die Freude, die ihm von einem anderen entgegenkommt, so empfindet er in seinem Herzen ein tiefes Entzücken.

    Hildegard von Bingen

    Freude kommt auch auf, wenn die Spiere beim Blühen alles gibt. Ich bin so dankbar für diese Schönheiten im Garten.

  • Haltung schenkt Halt

    Heute so – morgen so. Fähnchen im Wind. Oder doch anders und mutig, seine Meinung verändern zu können, weil neue Erkenntnisse da sind? Nur einer der Tausende von Widersprüchen, die unsere Gegenwart kennzeichnen. Wir leben in einer Zeit der Gleichzeitigkeit von vielem. Mancher erlebt das als fehlende Orientierung, Unsicherheit und Überforderung.

    Was gibt uns im Leben Halt? Haltung, die auf Werten basiert. Werte, die wir tief im Herzen als unsere erkennen, leiten unser Denken und Handeln. Auch sie verändern sich mit der Lebenszeit, das gehört zur Entwicklung dazu, manche bleiben immer stabil. Kraft geben uns Menschen, die unsere Werte teilen oder uns ermöglichen, auch andere Werte zu schätzen und den Horizont zu erweitern.

    Was ist Metamoderne? Darüber denke ich für einen Seminartag derzeit besonders intensiv nach. Ich denke: Immer wieder seine Werte zu hinterfragen, die Gleichzeitigkeit annehmen, Verschiedenartigkeit aushalten und als Erweiterung betrachten, als Wachstumsmöglichkeit. Wir werden keine einfachen Lösungen mehr stricken können, weil die Welt komplex ist. Haltung jedoch gibt Orientierung und Halt und erlaubt uns mit einer stabilen inneren Mitte, viele Bälle in der Luft zu jonglieren – gemeinsam.

    Was sind deine wichtigsten Werte im Leben?

     

  • O edelstes Grün

    O edelstes Grün,

    das seine Wurzeln in der Sonne hat

    und das in heiterem hellem Glanz im Kreis leuchtet,

    von keiner irdischen Intelligenz zu begreifen.

    Du bist umfangen von der großen Umarmung,

    der göttlichen Geheimnisse.

    Wie die Morgenröte strahlst du

    und glühst wie das Feuer der Sonne

    Hildegard von Bingen

  • Wunder …

    „Ich fühle mich wertlos.“ – Dieser Satz kommt nicht selten in der Sprechstunde vor. Sich wertlos, überflüssig, nicht gesehen, nicht gebraucht fühlen ist oft das Resultat von viel Schmerz in der Kindheit, der sich über Jahre zu Introjektion und Selbstsabotage entwickeln kann.

    Auf dem Tisch des Klienten steht nicht nur ein Tee, sondern auch ein Blumenstrauß. Und in besonders tiefen, schönen, berührenden Momenten gelingt der Transfer vom Strauß zum eigenen Sein. Eine Schöpfung, die derart zauberschöne Blüten und Formen hervorbringt, wie wir sie ringsum mit offenen Herzensaugen sehen können, hat sich bei einem Menschen sicherlich nicht geirrt – jeder darf seine wundervolle Seinsweise entdecken und sich Stück für Stück den anderen neu zuMUTen. Wunder sind, was sie sind – wunderbar.

    Hab einen wunder-vollen Entdeckertag. Sigrid hat das Foto in ihrem Garten gemacht. Danke dafür.

     

  • Wertlose Unkräuter??

    Gegen das, was man im Überfluss hat, wird man gleichgültig; daher kommt es, dass viele hundert Pflanzen und Kräuter für wertlose Unkräuter gehalten werden, anstatt dass man sie beachtet, bewundert und gebraucht.

    Sebastian Kneipp

    Sigrid hat die Leberblume im Garten fotografiert, lieben Dank. Sie wird in der Homöopathie verwendet und steht vielfach unter Naturschutz.

  • Wunderbar – kannst du auch mit unterstützen? DANKE

  • Bewegender Termin

    Am Dienstag durfte ich in einer Selbsthilfegruppe zu Gast sein, alles Menschen, die von Krebserkrankung betroffen sind. Thema war „Resilienz“. In der Einstiegsrunde berichteten einige vom gefühlten Druck, resilient zu sein, wenn man eben nicht easy peasy alles stemmt. Gut, dass Resilienz nicht bedeutet, Schweres rosa anzusprayen mit Glitzerstaub, sondern sich immer wieder zu ermutigen, die eigene Mitte neu zu finden. „Das war heute die Erlaubnis zur Selbstermächtigung“, sagte eine Dame beim Abschluss. Was haben wir gemacht? Geatmet, gesummt, sanfte Bewegungen probiert. Goethes „Im Atemholen sind zweierlei Gnaden“ erlebt, uns mit den Vokalen befasst und ein wenig Hirnforschung betrieben mit Parasympathikus und menschlicher Stressreaktion. Fragen, Anregungen, Ausprobieren, Einladungen, Ermutigung. Am Ende haben wir eine tiefe Reise ins Innere gemacht in der Erkenntnis: Der Mensch, der mir gerade gegenübersitzt, ist Mensch wie ich. Mit allem, was Menschsein ausmacht. Lachen, Weinen, Angst, Wut, Freude, Dankbarkeit und unbeantworteten Fragen. Vor allem aber ein Lebewesen mit Herz.

    Genau das liebe ich an meiner Arbeit mit Menschen. Egal, was jemand gerade durchmacht – es geht um Raum halten, Menschlichkeit und stilles Gewahrsein dessen, was ist. Dann kann sich der geplagte Mensch entspannen, annehmen und – Veränderungen entstehen lassen.

    Einen fröhlichen Jupitertag für dich!

     

    Pausen gehören zu den Kraftquellen des Lebens. Gut lernen kann man das von Katzen, die auch ein warmes Auto im Sonnenschein als Unterlage wertschätzen. Beate hat das Foto gemacht. Danke!

  • Einfach mal schwingen

    Schwing’ Dich aus allem heraus, was Dich beengt!

    Bettine von Arnim

    Das lässt sich auch auf einem Kettenkarussell erleben. Danke an Sina für das Foto.

  • Wahrnehmungsübungen

    Einen schwerbehinderten Menschen pflegen bedeutet – kein Tag ist wie der andere. Endlich hatten wir gute Zeiten mit dem Bruder. Er war fit, froh, jeden Tag konnte man sehen, dass er gut gelaunt aufgewacht ist, mitgemacht hat im Alltag, das getan, was er kann. Unmerklich schleicht sich ein Schatten ein. Ein Husten hier, Fahrigkeit und Gähnen da. Im Außen ist nichts wahrnehmbar und doch spüre ich, etwas stimmt nicht. Dann beginnt die Suche. Urinsticks. Schlafcheck. Fiebermessen. Flüssigkeitsmengen exakt beobachten. Außenstehende erkennen nichts und ich weiß – er ist richtig krank. Kein Fieber.

    Er sieht aus wie immer und doch ist er wie grau, leer, weit weg in sich zurückgezogen. Es sind mikrofeine Veränderungen und Wahrnehmen. Das lernt man, wenn man mit Menschen aufwächst, die sich nicht sprachlich äußern können, sondern auf anderen Ebenen kommunizieren, feiner und exakter als wir das manchmal mit Sprache können. Bei chronischem Nierenversagen zu allem anderen wissen wir um die Begrenztheit von Zeit. Fast 38 Monate begleiten wir ihn nun rund um die Uhr und lernen jeden Tag. Heute hat nicht mal Zimt auf seinem Kaffee gezogen, sonst das ultimative Mittel.

    Später war der kalte Kaffee mit Zimt okay. Uff. Und – es ist ein starker Harnwegsinfekt. Das können wir, der Brennnesseltee ist bereit plus x.

  • Nicht aufgeben

    Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes Stück hast du noch vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben.

    Augustinus

    Die Schachbrettblume im Garten denkt sich das augenscheinlich jedes Jahr.