
Am Dienstag durfte ich in einer Selbsthilfegruppe zu Gast sein, alles Menschen, die von Krebserkrankung betroffen sind. Thema war „Resilienz“. In der Einstiegsrunde berichteten einige vom gefühlten Druck, resilient zu sein, wenn man eben nicht easy peasy alles stemmt. Gut, dass Resilienz nicht bedeutet, Schweres rosa anzusprayen mit Glitzerstaub, sondern sich immer wieder zu ermutigen, die eigene Mitte neu zu finden. „Das war heute die Erlaubnis zur Selbstermächtigung“, sagte eine Dame beim Abschluss. Was haben wir gemacht? Geatmet, gesummt, sanfte Bewegungen probiert. Goethes „Im Atemholen sind zweierlei Gnaden“ erlebt, uns mit den Vokalen befasst und ein wenig Hirnforschung betrieben mit Parasympathikus und menschlicher Stressreaktion. Fragen, Anregungen, Ausprobieren, Einladungen, Ermutigung. Am Ende haben wir eine tiefe Reise ins Innere gemacht in der Erkenntnis: Der Mensch, der mir gerade gegenübersitzt, ist Mensch wie ich. Mit allem, was Menschsein ausmacht. Lachen, Weinen, Angst, Wut, Freude, Dankbarkeit und unbeantworteten Fragen. Vor allem aber ein Lebewesen mit Herz.
Genau das liebe ich an meiner Arbeit mit Menschen. Egal, was jemand gerade durchmacht – es geht um Raum halten, Menschlichkeit und stilles Gewahrsein dessen, was ist. Dann kann sich der geplagte Mensch entspannen, annehmen und – Veränderungen entstehen lassen.
Einen fröhlichen Jupitertag für dich!
Pausen gehören zu den Kraftquellen des Lebens. Gut lernen kann man das von Katzen, die auch ein warmes Auto im Sonnenschein als Unterlage wertschätzen. Beate hat das Foto gemacht. Danke!

