Kategorie: Allgemein

  • Lauschend spüren

    Am Wochenende setzen wir in der Therapeutenausbildung unsere Arbeit in der Systemtheorie fort. Aufstellungen am Sonntag sind die praktische Umsetzung. Nichts schult Wahrnehmung für die feinsten Zwischentöne in der menschlichen Seele besser als Aufstellungsarbeit. Freilassend, wertschätzend, der Weisheit des Systems lauschend – diese Qualitäten wollen erst erfahren, erübt und in das eigene Menschensystem wie eingeschrieben werden. „In Fleisch und Blut übergehen, inkarnieren“ – hier findet dieser Begriff für mich immer wieder eine erstaunliche Umsetzung.

    Allen ein wunderschönes Wochenende, vielleicht mit Muße für einen Aufenthalt in der wunderbunten Natur dieser Tage.

     

    Stephanie schickt das herrliche Foto aus der Schweiz vom Wandern. Ist diese Welt nicht unglaublich zauberhaft?

  • Ein Wind und ein Hauch

    Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,
    Hoffst du von Tagen zu Tagen,
    Was dir der blühende Frühling nicht trug,
    Werde der Herbst dir noch tragen!

    Lässt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
    Immer zu schmeicheln, zu kosen.
    Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
    Abends verstreut er die Rosen.

    Lässt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
    Bis er ihn völlig gelichtet.
    Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,
    Was wir geliebt und gedichtet.

    Friedrich Rückert

    Ursula hat das Foto gemacht. Herzlichen Dank und alles Liebe zu deinem Geburtstag heute!

  • Memo an mich selbst

    Memo an mich selbst: Egal, wie viel zu tun ist – es ist immer Zeit für Durchatmen, einen Blick in die Natur und Kraft tanken. Weiteres Memo: Egal, wie schwer die Themen sind, die Klientinnen und Klienten mitbringen – Diese Welt ist und bleibt ein Wunder an Naturschönheit, Menschen sind kreative Künstler, Lachen erleichtert vieles und Wärme, Wärme, Wärme braucht es, die den erstarrten Menschen seelisch, körperlich und geistig wieder zu sich bringt. Wenn wir warm sind auf allen Ebenen, sind wir lebendig und können aus unserer eigenen inneren Mitte heraus erkennen, dass alle Lebewesen genau das spüren und erfahren dürfen. Als ich Stephanies Foto aus der Schweiz in diesen Tagen bekommen habe, staunte ich ob dieser alten Baumweisen. Was sie alles erlebt und überstanden haben mögen! Hier stehen sie in Würde und behüten den Weg der Wanderer. Danke für das Foto und die damit verbundene Erinnerung daran, was wahrhaftig wichtig ist im Leben.

  • Bergmedizin

    Du, Berg, bist gut. Auf deinen Matten ruht

    Das Auge gern und gern auf deinem Wald;

    Du bist nicht hoch und stattlich von Gestalt,

    Doch macht dein sanfter Reiz dem Träumer Mut.

    Die Sonne liegt auf deiner breiten Brust

    Den langen Tag; du gibst sie uns zurück;

    Und über deinem gütevollen Glück

    Entlässt das Herz die letzte böse Lust.

    Christian Morgenstern

    Stephanie wandert derzeit in den Schweizer Bergen und schickt die herrlichsten Fotos. Danke dafür.

  • Wer formt sich?

    Manchmal haben wir im Leben das Gefühl, dass wir wie im Nebel umherirren. Ohne vernünftige Orientierung, vielleicht gehen wir schon lang im Kreis und kein Licht weist uns den Weg. Wie gut fühlt es sich an, wenn wir nach so einer Durststrecke, sei es mit dem Auto oder im übertragenen Sinn in dunklen Wochen unseres Lebens, plötzlich merken, dass sich Schleier heben, Licht durchdringt sie und mit einem Mal stehen wir in einer wunderschönen Landschaft und können wieder erkennen, wo wir unsere Füße sicher hinsetzen können.

    Wie gut, wenn wir in solchen düsteren Zeiten Weggefährten haben, die mit uns gehen, gemeinsam übersteht man vieles leichter. Und wenn wir keine solchen Mit-Menschen finden, sind wir eingeladen, das Vertrauen, dass die Nebel sich lichten, immer wieder vor unser zaghaftes Herz zu stellen. Das sind die wirklichen Bewährungsproben des menschlichen Lebens – wie gehe ich durch die dunkleren Zeiten und Täler? Welcher Mensch taucht da dann in mir selbst auf oder entwickelt und formt sich?

    Danke an Stephanie für das Foto aus der wunderschönen Schweizer Landschaft.

     

  • Morgenstimmung

    Morgenstimmung

    Wenn so die Nacht die treugewölbten Hände

    von ihrer Erde stillem Antlitz hebt,

    und in die kühlen, duftenden Gelände

    der erste Hauch des jungen Morgens bebt –

    da lass uns Arm in Arm nach Osten gehen

    bis vor das Tor der großen, stummen Stadt,

    und Schläf‘ an Schläf‘ die junge Sonne sehen,

    die uns so süßem Sein erschaffen hat.

    Christian Morgenstern

    Stephanie ist im Morgengrauen in der Schweiz zu einer langen Wanderung aufgebrochen und schickt dieses mystische Foto. Danke dir!

  • Heute allen Prüflingen bestes Gelingen

    Bis man von oben eine gute Aussicht hat, muss man manchmal viele Mühen auf sich nehmen. Die Ausbildung zum Heilpraktiker, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie, ist durchaus mühsam. Es ist viel zu lernen, viel zu verstehen. Die Prüfungen, schriftlich und mündlich, sind nicht einfach. Mit der Prüfung ist nicht das Ende des Lernens, sondern aus meiner Sicht eher der Beginn. Ein Therapieverfahren ist gründlich zu erarbeiten, lebenslanges Weiterlernen notwendig. Wer sich selbstständig machen möchte, braucht zudem noch andere Learnings wie eine Praxis einrichten (leichtester Teil), sie bekannt zu machen, damit auch genug Menschen kommen, Buchführung, Dokumentation und Tausenderlei, womit man blauäugig vor solchen Aktionen nicht immer rechnet. Auch hier empfiehlt sich, die Dinge rechtzeitig zu erarbeiten, damit man sich dann auf die eigentliche Arbeit konzentrieren kann. Es gibt viele Hilfen, die gerade den Bürokratieteil abnehmen, doch auch diese müssen erst einmal installiert und auf die eigene Person zugeschnitten werden (davon lebt ein großer Markt).

    Allen, die heute in den schriftlichen Heilpraktikerprüfungen (egal, welcher Bereich) schwitzen: gutes Gelingen. Möge sich der Lernfleiß auszahlen und ihr die Fragen richtig lösen, damit ihr später im Berufsalltag mit euren Klientinnen und Klienten die bestmögliche Arbeit machen könnt.

     

    Stephanie ist einige Stufen gestiegen, um die Aussicht von oben über die Landschaft zu genießen. Danke für dein Bild.

  • Engel

       

    Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
    und er verarmte mir in den Armen
    und wurde klein, und ich wurde groß:
    und auf einmal war ich das Erbarmen,
    und er eine zitternde Bitte bloß.

    Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, –
    und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
    er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
    und wir haben langsam einander erkannt …

    Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht,
    kann er frei seine Flügel entfalten
    und die Stille der Sterne durchspalten, –
    denn er muss meiner einsamen Nacht
    nicht mehr die ängstlichen Hände halten –
    seit mich mein Engel nicht mehr bewacht.

    Rainer Maria Rilke

    Rik ten Cate, Engel (2024 vor dem Glashaus in Dornach fotografiert)

  • Harter Tobak

    Am Samstag gab es einen doppelten Regenbogen, komplett halbrund. Bis ich vom Briefkasten drin war und die Kamera gezückt hatte, war nur noch der letzte Rest zu sehen. Regenbögen schenken immer Mut und Hoffnung, finde ich.

    Ein komplexes Thema bei einem Coaching – Regulation und Umgang mit herausfordernden Situationen. Wie funktioniert unser Nervensystem, was ist ein Stresstoleranzfenster? Was mache ich, wenn mein System mich in Angriff, Flucht, Beschwichtigung oder Erstarrung bringt? Wie gehen wir als Team mit Menschen um, die Schweres erlebt haben, wie können wir angemessen reagieren? Das ist kein einfacher Stoff, mit dem wir uns befasst haben und doch finde ich, dass Wissen darüber oft im Alltag einen gewaltigen Unterschied machen kann. Manchmal erkennen wir auch erst durch den Kontakt mit Themen, die für andere grauenhafter Alltag sind, dass wir es gut haben.

    Einen kraftvollen Marstag für dich.

     

  • Fein!

    Manchmal braucht es einfach etwas Feinsüßes wie diesen Zwetschgencrumble.