Kategorie: Allgemein

  • Sommermix

    Nach wir vor werden das Wetter und ich keine Freunde. Den Bruder, den Kater und mich einigermaßen kühl zu halten ist gar nicht so einfach. Obst ist gerade bevorzugtes Essen, der Bruder freut sich am Abend auf seine warme Gemüsesuppe, denn sie bringt in sein System, was er braucht an Salzhaltigem. Für Nierenpatienten ist so ein Sommer durchaus eine Herausforderung, denn einfach mal viel Salzhaltiges essen ist da nicht unbedingt angesagt, wenn der Körper durch Schwitzen viel Salziges verliert. Bei den Getränken ist auch viel Abwechslung gewünscht, von Zitronen, Minze, Melisse im Wasser über Tees verschiedenster Art und wasserhaltiges Obst und Gemüse wie Gurken und Melonen bekommen wir hoffentlich genug Feuchtigkeit.

    Die Themen, die die Klientinnen und Klienten in dieser Woche mitbringen, sind ebenfalls eine Herausforderung. Von betriebsbedingter Kündigung zum Start in die Sommerferien über Trennungsthematik und Kontaktabbruch innerhalb einer Familie bis Streit bei einem jungen Elternpaar über Erziehungsfragen und Krankheitsdiagnosen ist alles dabei. Das Leben wartet mit seinen Challenges nicht bis zum Herbstbeginn. Zur Erholung gab es zwischenrein eine tolle Schulung zum Thema Heilpflanzen im Sommer, ab und an braucht es auch solche schönen Dinge, damit die Tage gut schaffbar sind. Hab einen freundlichen Jupitertag!

    Italienisches Frühstück speciale – ein mit Pistaziencreme nicht nur verziertes, sondern gefülltes Croissant. Theresa hat es in Italien probiert und vorher fotografiert. Danke.

     

  • Licht

    Was sich nach Licht sehnt ist nicht lichtlos, denn die Sehnsucht ist schon Licht.

    Bettina von Arnim, 1785–1859

    Farbspiele, die entstehen, wenn Licht durch die Fenster der Sagrada Familia in Barcelona fällt. Theresa hat das vor kurzem erlebt und im Bild festgehalten. Danke dir!

  • Ernte

    Es ist gut, wenn die Schwüle wieder verschwindet. Dreimal am Tag wasche ich den Bruder ab und dennoch klebt er von morgens bis abends, fühlt sich nicht gut und findet schwer in die Ruhe. Großartig, wenn sich nachts eine sehr warme Katze an einen herankuschelt und meint, wenn ohnehin keiner schlafen kann, wäre Kraulen durchaus eine Option.

    Dem Holunder können wir beim Reifen zusehen und der Apfelbaum wirft jede Menge Äpfel ab. Die werden derzeit zusammen mit den Brombeeren frisch entsaftet, später, wenn die großen und schönen Äpfel reifen, wird der Dörrautomat angeworfen und wir machen Berge Apfelwürfelchen, die im Müsli und in Nachtischen landen oder einfach so gesnackt werden. Das braucht nur einmal die Energie des Dörrens, danach halten sie sich gut im Glas ohne Strom.

    Meine Hoffnung liegt jetzt auf Holunder, Äpfeln, Quitten und Brombeeren, nachdem die anderen Beerenfrüchte in diesem Jahr nicht wirklich viel gebracht haben. Wir sind so dankbar für jede Flasche Saft, die wir im Winter zur Verfügung haben mit sonnigen Grüßen aus dem Garten. Und so mancher Apfel wird wie auf Theresas Foto, genau so in einem feinen Kuchen enden oder einfach direkt frisch vom Baum verspeist werden. DAS sind ohnehin die besten Freuden.

    Einen guten Wochenteilungstag! Danke, Theresa, für dein Foto.

  • Grashüpferhupf

    Sommerfrische

    Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
    Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
    Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
    Mit einem grünen Reis.

    Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
    Weil`s wohltut, weil`s frommt.
    Und bist du ein Mundharmonikabläser
    Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

    Und lass deine Melodien lenken
    Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
    Vergiss dich. Es soll dein Denken
    Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

    Joachim Ringelnatz, 1883-1934

    Theresa schickt das Foto von Bornholm. Danke! Auch eine gute Sommerfrische.

  • Wann war das?

    Bei sich ankommen – das wünschen sich viele. Wann haben wir beschlossen, uns zu verlassen, aushäusig zu sein mit unserem Bewusstsein, immer mit allen Sinnen draußen, um nichts zu verpassen? Irgendwann stellen wir erstaunt fest, dass wir uns selbst verloren haben. Nicht spüren, was der Körper längst gemeldet hat. Nicht wahrnehmen, was unsere innere Stimme leise sagt, Wochen, Monate, gar Jahre. So ist das Leben von außen bestimmt, auf Wirkung gebürstet und fern vom Herzen, also anstrengend und second hand, weil nicht das eigene. In den Ferien wollen wir das immer gern ändern. Mehr Zeit für uns. Weniger Medien. Weniger Gedöns und Trallala für andere. Kaum daheim, zack, Showtimemodus an.

    Alle Menschen sind großartig und seltsam. Sie haben unglaubliche Stärken und Schwächen. Sie sind nervig und Wunder. Alle alles. Was wollen wir wirklich? Angenommen, geliebt sein, Freundschaften haben, andere lieben können, Frieden, ein ganz normales alltägliches Leben. Denn genau das benennen Klienten, wenn in der Sanduhr nicht mehr viel ist. Mehr Freude, weniger Jagd auf Dinge, die nicht wirklich Freude bringen. Sinn und Freude schlagen Materielles locker. Why worry?

    Einen kraftvollen Dienstag.

    Leuchtturm entlang des Jakobswegs. Danke an Theresa für das Foto!

  • Wenn es nur einmal so ganz stille wäre

    Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
    Wenn das Zufällige und Ungefähre
    Verstummte und das nachbarliche Lachen,
    wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
    mich nicht so sehr verhinderte im Wachen -:

    Dann könnte ich in einem tausendfachen
    Gedanken bis an deinen Rand dich denken
    und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
    um dich an alles Leben zu verschenken
    wie einen Dank.

    Rainer Maria Rilke

    Still ist es hier an diesem See mit Sicherheit. Theresa hat in Schweden fotografiert. Dankeschön!

  • Gemischt

    Ich mag den Wochenspruch aus dem Seelenkalender sehr. Der Gedanke, dass wir die „Seele würdig gestalten“, damit sie sich zu einem entsprechenden Geisteskleid bilden kann, finde ich berührend. Da steckt für mich viel von der Ordnungstherapie drin, die Hildegard von Bingens discretio, „das rechte Maß“ ebenso beinhaltet wie den achtfachen Pfad des Buddhismus und Sebastian Kneipps Aussage, dass er erst dann Erfolge hatte bei Menschen, als er ihre Seelen in Ordnung gebracht hat. Dann kann auch ein guter Geist in den Menschen einziehen, der nur dann auch gern einzieht, wenn auch der Körper dazu bereit ist. Hier verbinden sich Körper, Seele und Geist ganz wunderbar.

    Ähnliche Gedanken tauschten wir im Seminar am Wochenende aus. Von Vagusnerv bis Yoga, von Pilates bis Gedankenklarheit gab es in der Austauschrunde jede Menge, was wir miteinander bewegt haben. Danke!

    Am 11. August gibt es von 10 bis 11.30 Uhr das letzte kostenfreie Nautilus-Mini, um das Nautilusprojekt kennen zu lernen, das am 26. 9. in die nächste Runde geht. Das Thema am 11. 8. ist „The Power of No“. Anmeldung hier bitte: https://www.seelengarten-krokauer.de/nautilus/#minis

    Allen einen freundlichen Wochenstart!
    Dieses Eckchen hat Annemarie entdeckt, Danke für das Foto.

  • Die Seele weiten

    Kann ich die Seele weiten

    Dass sie sich selbst verbindet

    Empfangnem Welten-Keimesworte?

    Ich ahne, dass ich Kraft muss finden

    Die Seele würdig zu gestalten

    Zum Geisteskleide sich zu bilden.

    Wochenspruch aus dem anthroposophischen Seelenkalender von Rudolf Steiner.

    Das tolle Foto vom Wandern stammt von Stephanie. Danke!

  • Power

    Löwenzahn durchbricht Teer und Beton. Bäume krallen sich an Felsen. Im Garten schafft eine Schlehe 15 Meter Wurzel, um an einer günstigen Stelle neu auszutreiben. Natur gibt nicht auf. Sie lässt sich nicht vorschreiben, wo sie zu wachsen und wo sie wegzubleiben hat, weil das Leben sich seinen Weg bahnt. Mir hilft diese Vorstellung von der Kraft der Natur, wenn ich verzage, Anstrengungen kein Ergebnis zeigen, Dinge schwierig sind. Ich erinnere mich dann: Die Pflanzen geben auch nicht auf. Sie suchen solange, bis sie einen Weg zum Licht finden. Vielleicht müssen sie manche Kurve nehmen, aber sie streben weiter voran. Sie fragen nicht: „Macht das überhaupt Sinn?“ Ihre Aussage scheint eher zu lauten: „Der passende Weg wird sich ergeben, bleiben wir einfach weiter dran.“ Was, wenn du gerade dabei bist aufzugeben, obwohl du kurz vor dem Durchkommen bist? Und wo wäre es klug, ganz die Richtung zu wechseln, weil der Weg, auf dem du unterwegs bist, dir keinen Durchbruch ermöglicht? Suchst du nach deinem Sinn und Sein auch an der richtigen Stelle? Folge der Freude, das erleichtert den Weg.

    Ein schönes Wochenende mit diesem beeindruckenden Foto von Stephanie.

  • Blau

    Kornblumen flecht‘ ich dir zum Kranz

    Ins blonde Lockenhaar.

    Wie leuchtet doch der blaue Glanz

    Auf goldnem Grund so klar!

     

    Der blaue Kranz ist meine Lust;

    Er sagt mir stets auf’s neu,

    Wohl keine sei in tiefster Brust

    Wie du, mein Kind, so treu.

     

    Auch mahnt sein Himmelblau zugleich

    Mich heimlich süßer Art,

    Dass mir ein ganzes Himmelreich

    In deiner Liebe ward.

     

    Emanuel Geibel, 1815 – 1884

    Sigrid hat das unglaubliche Kornblumenblau fotografiert. Danke dir!