Kategorie: Allgemein

  • Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht

    „Ich brauche schnellstens funktionsfähige Tools, um Menschen gut zu beraten und ins Tun zu kommen.“ Eine Anfrage. Weder berät ein Coach noch ein Therapeut Menschen (meine Auffassung), sondern begleitet sie auf ihrem Weg, hält Räume, in denen Betroffene Antworten suchen. Im Coaching stärker mit Fragen, in der Therapie mehr im Dasein.

    „Funktionsfähige Tools“ meint: 100% erfolgsversprechend. Das gibt es nicht. Es impliziert, dass Menschen wie ein defektes Gerät sind, die mit entsprechendem Werkzeug repariert werden müssen. Keine Technik der Welt führt stets zum Ziel. Es kommt auf den Menschen an, der einem gegenübersitzt und im richtigen Moment weiß, was den nächsten Schritt erleichtern könnte oder still ist, um den Prozess nicht zu stören.

    Schnellstens: Ich wünsche allen Menschen, dass sie rasch auf für sie leichtere Wege kommen, doch brauchen Verletzungen je nach Ausmaß ihre Zeit. Zu schnell ist wie eine Wunde, die sich rasch schließt, darunter beginnt es zu eitern. Ins Tun kommen ist eine Wahl, die ich selbst treffe (vorbereitet fühlt man sich nie, egal, wie viele Ausbildungen man hat!): ich fange an und lerne auf dem Weg, wo sich zeigt, dass mehr nötig ist.

    Wir haben einen Jahreskurs zur inneren Stärke für alle, die sich und andere führen (https://www.seelengarten-krokauer.de/nautilus), er startet am 26. 9. Wer die Ausbildung machen mag, absolviert zuerst das Jahr und sattelt dann auf. Lange Erfahrung hat gezeigt: Erst sich selbst kennen lernen und sortieren, gute Basics erlernen, gut üben, losgehen und Erfahrungen sammeln, weiterlernen.

  • Hilfreich

    Erklimme die Berge und spüre die gute Energie. Der Friede in der Natur wird in dich fließen wie der Sonnenschein, der die Bäume nährt. Der Wind wird dich erfrischen, der Sturm dich mit Kraft erfüllen und alle deine Sorgen werden abfallen von dir, wie Herbstblätter.

    John Muir, 1838–1914

    Steffen hat diesen wunderschönen Baum auf einer Studienreise durch China fotografiert. Danke für dein Bild.

  • Wochenfokus

    Worauf richte ich in dieser Woche meinen Fokus? So, wie ich am Morgen der Frage nachgehe, was heute mein Fokus sein soll, denke ich am Wochenende darüber nach, was in der neuen Woche ansteht und was erreicht sein soll. Nicht immer gelingt das, weil das Leben dazwischen grätschen kann, doch mit einer Ausrichtung habe ich besseren Halt unter den Füßen.

    Der Holunder ist verarbeitet, Brombeeren bis auf wenige zum Naschen durch, die meisten Äpfel als Saft für den Winter bereit. Jetzt ist Stück für Stück viel im Garten zu tun, um die Hitzeschäden des Sommers zu begutachten und zu entscheiden, was wir wie wo tun müssen. Das Winterbeet wartet auf die Aussaat von Spinat und Feldsalat, damit wir auch im Winter etwas Gutes haben. Es wird kühler, nun können Kräfte gesammelt werden für den Herbst.

    Hab einen freundlichen Wochenstart in die letzte Augustwoche.

     

    Stephanie wandert gern und versorgt uns mit wunderschönen Fotos ihrer Wege. Danke dir!

  • Ahnung, die lichtvoll webt

    Ich fühle fruchtend fremde Macht

    Sich stärkend mir mich selbst verleihn

    Den Keim empfind ich reifend

    Und Ahnung lichtvoll weben

    Im Innern an der Selbstheit Macht.

    Wochenspruch aus dem Seelenkalender von Rudolf Steiner.

    Theresa liebt italienisches Frühstück und schickt aus Venedig das Foto. Danke dir!

  • Der Wurm drin

    Kein Apfel ohne Wurm in diesem Jahr, der Apfelwickler hat massiv zugeschlagen. Wir hatten Leimringe dran, die neuen auch schon wieder und doch! Ich muss jeden Apfel klein würfeln, ehe ich ihn verarbeite, weil wir nicht so gern Wurmmus oder Wurmsaft mögen. Das sind so die Jahre. Manchmal gar kein Apfel wie 2025, manchmal eine Schwemme wie 2024, wo ich wochenlang Mus und Saft gekocht habe, manchmal eine gute Ernte wie 2026 bei den Äpfeln und alles ist verwurmt. Ein wenig könnte das das Jahresmotto sein „Da ist echt der Wurm drin“. Würde ich für 2026 bislang unterschreiben. 2026, du hast noch gut vier Monate, um das Ruder herumzureißen.

    Kein Jahr ist wie das andere, kein Tag wie der andere. Manchmal kann einen dieser Gedanke auch trösten. Egal, wie es gerade ist, es bleibt nicht, es kommen auch wieder andere Tage. Verlieren wir nicht den Fokus auf das, was trotz allem funktioniert und vorangeht. Trotz allem. Bewundern wir unsere Durchhaltemuckis, die wir trainiert haben. Allen ein freundliches regnerisches Wochenende (ja, ich wollte Fensterputzen und Vorhänge waschen, Planänderung die Millionste dieses Jahr).

     

    Danke an Stephanie für das Bild! Bald kommt der September. Wie ein Tor in eine neue Zeit hoffentlich.

     

  • Wunderpflanze

    Ginkgo biloba

    Dieses Baumes Blatt, der von Osten

    meinem Garten anvertraut,

    gibt geheimen Sinn zu kosten,

    wie’s den Wissenden erbaut.

    Ist es ein lebendig Wesen,

    das sich in sich selbst getrennt;

    sind es zwei, die sich erlesen,

    dass man sie als eines kennt?

    Solche Fragen zu erwidern

    fand ich wohl den rechten Sinn;

    fühlst Du nicht an meinen Liedern,

    dass ich eins und doppelt bin.

    Johann Wolfgang von Goethe

    Bald werden aus den grünen Blättern goldene Wunder. Steffen hat diesen Ginkgo auf einer Studienreise in China vor einem wunderschönen Tor fotografiert. Danke dir!

  • Zaungedanken

    Zäune – Abgrenzung, Sicherheit, Klarheit: mein Tanzbereich, dein Tanzbereich. Schutz für Tiere und Kinder, nicht auf befahrene Straßen zu rennen, sie sollen unbefugten Eintritt verhindern, was sie selten wirklich tun.

    Wir Menschen in diesem Land zäunen gern ein, eine Territorialmarkierung. Jenseits des Zauns ist die schreckliche Welt, diesseits der geschützte Raum. Den Begriff „Einfriedung“ finde ich schön, denn in diesem Wort steckt nicht die klare wachmachende Aggression des Z-Lauts, sondern der Friede, der entstehen könnte, wenn jeder weiß, wo er sich befindet.

    Ich habe eine Abneigung gegen Zäune und es bisher geschafft, niemals einen Zaun aufzustellen, egal, wo wir gewohnt haben. Ausnahme bildet ein 30 cm Zierzaun, der ist Pseudoschutz, weil dahinter eine durchaus dornige Heckenrose ist. Ich mag keine Zäune, sie erinnern an „Rasen betreten verboten“. Im Dorf meiner Kindheit gab es um die Höfe oft hohe Mauern, das hatte durchaus Gründe, ansonsten standen Türen und Tore stets offen. Wir mussten keine Angst haben, dass Menschen in böser Absicht eindringen, etwas entwenden oder zerstören. In der Stadt um uns herum haben die meisten Menschen Zäune und undurchdringliche Hecken. Manchmal überlege ich, ob ich die Welt zu rosarot sehe. Für mich ist ein Grundstück auch ohne Zaun ein geschützter Raum, den ich nur betrete, wenn ich die Erlaubnis habe. Ehrlicherweise würde ich mir das grundsätzlich für alles „Fremde“ wünschen – es gehört mir nicht, es ist nicht mein Zuhause, ich achte und respektiere es. Jaja, ich weiß, zu idealistisch.

     

    Barcelona, Gaudizaun, von Theresa fotografiert. Danke!

  • Einfach mal die Klappe halten

    Der Mund soll dem Geschwätz nicht dienen, sondern des Lebens Süße kosten.

    Rumi

    Diesen Tipp hat Theresa in Italien wörtlich genommen. Danke für das Bild.

  • Haste nie, raste nie …

    „Haste nie, raste nie, dann haste nie Neurasthenie“ – ein alter Lernspruch, der mir aus einem Buch neulich entgegenfiel. Gemeint ist nicht, dass man sich krumm und bucklig schuften und keine Pause machen soll, sondern das rechte Maß in allem finden. Wer stets in guter Bewegung bleibt, Hektik und Stress vermeidet, muss keine Angst haben, sich die Zeit zum Genesen nehmen zu müssen, die man sich vorher nicht genommen hat, um seine Dinge auf gesunde Weise zu tun. Was wir vermeintlich sparen an Lebenszeit durch Druck und Hatz, müssen wir hinterher anderweitig investieren. Meine Großmutter hatte einen Spruch, der ähnliches aussagt: „Es dauert lange, bis Nerven kaputt sind, aber viel länger dauert es, bis sie sich wieder erholen, wenn sie das jemals wieder tun.“ Die Altvorderen hatten durchaus ihre Erfahrungen. Wir brauchen Herausforderung und Entspannung, damit wir uns lebendig fühlen. Übermaß halten wir aus, nicht jedoch dauerhaft. Ein gespannter Gummiring leiert früher oder später irreparabel aus. Welches Mittelmaß wäre für dich heute gesunderhaltend und genau richtig?

     

    In der Mittagspause eine Runde spazierengehen – vielleicht entdeckst du auch einen Seerosenteich.

  • Wer wirklich hilft

    Dr. Wald und Dr. Garten sind die besten Therapeuten neben Kunst, Musik, eigener Kreativität, dem Schreiben und Freunden, bei denen man geborgen ist.

    Kathrin hat das tolle Foto gemacht, Danke dir! Schon beim Anschauen erholt man sich. Augenferien für dich!