Autor: Christine Krokauer

  • Der Wurm drin

    Der Wurm drin

    Kein Apfel ohne Wurm in diesem Jahr, der Apfelwickler hat massiv zugeschlagen. Wir hatten Leimringe dran, die neuen auch schon wieder und doch! Ich muss jeden Apfel klein würfeln, ehe ich ihn verarbeite, weil wir nicht so gern Wurmmus oder Wurmsaft mögen. Das sind so die Jahre. Manchmal gar kein Apfel wie 2025, manchmal eine Schwemme wie 2024, wo ich wochenlang Mus und Saft gekocht habe, manchmal eine gute Ernte wie 2026 bei den Äpfeln und alles ist verwurmt. Ein wenig könnte das das Jahresmotto sein „Da ist echt der Wurm drin“. Würde ich für 2026 bislang unterschreiben. 2026, du hast noch gut vier Monate, um das Ruder herumzureißen.

    Kein Jahr ist wie das andere, kein Tag wie der andere. Manchmal kann einen dieser Gedanke auch trösten. Egal, wie es gerade ist, es bleibt nicht, es kommen auch wieder andere Tage. Verlieren wir nicht den Fokus auf das, was trotz allem funktioniert und vorangeht. Trotz allem. Bewundern wir unsere Durchhaltemuckis, die wir trainiert haben. Allen ein freundliches regnerisches Wochenende (ja, ich wollte Fensterputzen und Vorhänge waschen, Planänderung die Millionste dieses Jahr).

     

    Danke an Stephanie für das Bild! Bald kommt der September. Wie ein Tor in eine neue Zeit hoffentlich.

     

    1 gefällt mir Kein Apfel ohne Wurm in diesem Jahr, der Apfelwickler hat massiv zugeschlagen. Wir hatten Leimringe dran, die neuen auch schon wieder und doch! Ich muss jeden Apfel klein würfeln, ehe ich ihn verarbeite, weil wir nicht so gern Wurmmus oder Wurmsaft mögen. Das sind so die Jahre. Manchmal gar kein Apfel wie…

  • Wunderpflanze

    Wunderpflanze

    Ginkgo biloba

    Dieses Baumes Blatt, der von Osten

    meinem Garten anvertraut,

    gibt geheimen Sinn zu kosten,

    wie’s den Wissenden erbaut.

    Ist es ein lebendig Wesen,

    das sich in sich selbst getrennt;

    sind es zwei, die sich erlesen,

    dass man sie als eines kennt?

    Solche Fragen zu erwidern

    fand ich wohl den rechten Sinn;

    fühlst Du nicht an meinen Liedern,

    dass ich eins und doppelt bin.

    Johann Wolfgang von Goethe

    Bald werden aus den grünen Blättern goldene Wunder. Steffen hat diesen Ginkgo auf einer Studienreise in China vor einem wunderschönen Tor fotografiert. Danke dir!

    1 gefällt mir Ginkgo biloba Dieses Baumes Blatt, der von Osten meinem Garten anvertraut, gibt geheimen Sinn zu kosten, wie’s den Wissenden erbaut. Ist es ein lebendig Wesen, das sich in sich selbst getrennt; sind es zwei, die sich erlesen, dass man sie als eines kennt? Solche Fragen zu erwidern fand ich wohl den rechten…

  • Zaungedanken

    Zaungedanken

    Zäune – Abgrenzung, Sicherheit, Klarheit: mein Tanzbereich, dein Tanzbereich. Schutz für Tiere und Kinder, nicht auf befahrene Straßen zu rennen, sie sollen unbefugten Eintritt verhindern, was sie selten wirklich tun.

    Wir Menschen in diesem Land zäunen gern ein, eine Territorialmarkierung. Jenseits des Zauns ist die schreckliche Welt, diesseits der geschützte Raum. Den Begriff „Einfriedung“ finde ich schön, denn in diesem Wort steckt nicht die klare wachmachende Aggression des Z-Lauts, sondern der Friede, der entstehen könnte, wenn jeder weiß, wo er sich befindet.

    Ich habe eine Abneigung gegen Zäune und es bisher geschafft, niemals einen Zaun aufzustellen, egal, wo wir gewohnt haben. Ausnahme bildet ein 30 cm Zierzaun, der ist Pseudoschutz, weil dahinter eine durchaus dornige Heckenrose ist. Ich mag keine Zäune, sie erinnern an „Rasen betreten verboten“. Im Dorf meiner Kindheit gab es um die Höfe oft hohe Mauern, das hatte durchaus Gründe, ansonsten standen Türen und Tore stets offen. Wir mussten keine Angst haben, dass Menschen in böser Absicht eindringen, etwas entwenden oder zerstören. In der Stadt um uns herum haben die meisten Menschen Zäune und undurchdringliche Hecken. Manchmal überlege ich, ob ich die Welt zu rosarot sehe. Für mich ist ein Grundstück auch ohne Zaun ein geschützter Raum, den ich nur betrete, wenn ich die Erlaubnis habe. Ehrlicherweise würde ich mir das grundsätzlich für alles „Fremde“ wünschen – es gehört mir nicht, es ist nicht mein Zuhause, ich achte und respektiere es. Jaja, ich weiß, zu idealistisch.

     

    Barcelona, Gaudizaun, von Theresa fotografiert. Danke!

    1 gefällt mir Zäune – Abgrenzung, Sicherheit, Klarheit: mein Tanzbereich, dein Tanzbereich. Schutz für Tiere und Kinder, nicht auf befahrene Straßen zu rennen, sie sollen unbefugten Eintritt verhindern, was sie selten wirklich tun. Wir Menschen in diesem Land zäunen gern ein, eine Territorialmarkierung. Jenseits des Zauns ist die schreckliche Welt, diesseits der geschützte Raum. Den…

  • Einfach mal die Klappe halten

    Einfach mal die Klappe halten

    Der Mund soll dem Geschwätz nicht dienen, sondern des Lebens Süße kosten.

    Rumi

    Diesen Tipp hat Theresa in Italien wörtlich genommen. Danke für das Bild.

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  • Haste nie, raste nie …

    Haste nie, raste nie …

    „Haste nie, raste nie, dann haste nie Neurasthenie“ – ein alter Lernspruch, der mir aus einem Buch neulich entgegenfiel. Gemeint ist nicht, dass man sich krumm und bucklig schuften und keine Pause machen soll, sondern das rechte Maß in allem finden. Wer stets in guter Bewegung bleibt, Hektik und Stress vermeidet, muss keine Angst haben, sich die Zeit zum Genesen nehmen zu müssen, die man sich vorher nicht genommen hat, um seine Dinge auf gesunde Weise zu tun. Was wir vermeintlich sparen an Lebenszeit durch Druck und Hatz, müssen wir hinterher anderweitig investieren. Meine Großmutter hatte einen Spruch, der ähnliches aussagt: „Es dauert lange, bis Nerven kaputt sind, aber viel länger dauert es, bis sie sich wieder erholen, wenn sie das jemals wieder tun.“ Die Altvorderen hatten durchaus ihre Erfahrungen. Wir brauchen Herausforderung und Entspannung, damit wir uns lebendig fühlen. Übermaß halten wir aus, nicht jedoch dauerhaft. Ein gespannter Gummiring leiert früher oder später irreparabel aus. Welches Mittelmaß wäre für dich heute gesunderhaltend und genau richtig?

     

    In der Mittagspause eine Runde spazierengehen – vielleicht entdeckst du auch einen Seerosenteich.

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  • Wer wirklich hilft

    Wer wirklich hilft

    Dr. Wald und Dr. Garten sind die besten Therapeuten neben Kunst, Musik, eigener Kreativität, dem Schreiben und Freunden, bei denen man geborgen ist.

    Kathrin hat das tolle Foto gemacht, Danke dir! Schon beim Anschauen erholt man sich. Augenferien für dich!

    2 gefällt mir Dr. Wald und Dr. Garten sind die besten Therapeuten neben Kunst, Musik, eigener Kreativität, dem Schreiben und Freunden, bei denen man geborgen ist. Kathrin hat das tolle Foto gemacht, Danke dir! Schon beim Anschauen erholt man sich. Augenferien für dich!

  • Minotaurusmeeting

    Minotaurusmeeting

    Das Labyrinth von Chartres ist immer faszinierend, ob im Original oder wenn man es irgendwo entdecken kann. Es birgt unzählige, teilweise noch nicht gelöste Rätsel und Geheimnisse. Der Eingangsstein entspricht der Größe eines mittelalterlichen Menschen, es hat elf Gänge, das ist ungewöhnlich, ist außen herum gezahnt. Wir erleben heute viele Labyrinthmomente in unseren Biografien. Das sind die Zeiten, in denen wir im Dunkeln, im tiefsten Inneren unseres Seins stehen und dort dem Minotaurus begegnen, den ungelösten Themen, den Schattenanteilen, dem Verdrängten und wegen Schmerzhaftigkeit Weggeschobenen. Es gilt, sich diesem Minotaurus zu stellen, um die Kehrtwende zu schaffen, um den Weg wieder nach draußen ins Licht zu nehmen. Wer nach dieser Arbeit wieder ins Freie tritt kann sich neu ins Leben wurzeln und seine Zweige neu entfalten.

     

    Danke an Stephanie für das Foto.

    2 gefällt mir Das Labyrinth von Chartres ist immer faszinierend, ob im Original oder wenn man es irgendwo entdecken kann. Es birgt unzählige, teilweise noch nicht gelöste Rätsel und Geheimnisse. Der Eingangsstein entspricht der Größe eines mittelalterlichen Menschen, es hat elf Gänge, das ist ungewöhnlich, ist außen herum gezahnt. Wir erleben heute viele Labyrinthmomente in…

  • Rat

    Rat

    Die verehrlichen Jungen, welche heuer

    Meine Äpfel und Birnen zu stehlen gedenken,

    Ersuche ich höflichst, bei diesem Vergnügen

    Wo möglich insoweit sich zu beschränken,

    Dass sie daneben auf den Beeten

    Mir die Wurzeln und Erbsen nicht zertreten.

    August, Theodor Storm

    Stephanies Blick geht weit in die Landschaft. Feine Augenferien für dich. Danke für das Foto!

    2 gefällt mir Die verehrlichen Jungen, welche heuer Meine Äpfel und Birnen zu stehlen gedenken, Ersuche ich höflichst, bei diesem Vergnügen Wo möglich insoweit sich zu beschränken, Dass sie daneben auf den Beeten Mir die Wurzeln und Erbsen nicht zertreten. August, Theodor Storm Stephanies Blick geht weit in die Landschaft. Feine Augenferien für dich. Danke…

  • Himmelsgewölbe

    Himmelsgewölbe

    Beim Abrebeln der Holunderbeeren und beim Würfeln von Äpfeln fürs Entsaften hat man Zeit zum Nachdenken. Wenn eines der Kinder eine Reise macht, informiere ich mich gern über die Route und was sie dort erleben. Nicht zum ersten Mal war Theresa in Barcelona und konnte wieder Werke von Gaudi vor Ort ansehen. Vor 20 Jahren, als sie mit dem Würzburger Domchor das letzte Mal in der Sagrada war, stand vieles noch nicht, was heute vorhanden ist. Wir haben uns als Daheimgebliebene mit der Sagrada befasst und eine tolle Dokumentation über den Bau angeschaut. Man kann viel lesen und hören, etwas anderes ist es jedoch, vor Ort genau in diesem Sakralbau zu stehen und die Architektur zu erleben. Vermutlich ging es den Menschen am Übergang von der Romanik zur Gotik ähnlich: Nach gedrungenen, klaren und ruhigen Formen plötzlich eine zum Himmel beinah endlos strebende Architektur, feingliedrig, lichtbegleitet und auch ein bisschen nervös. Schaut man in der Sagrada Familia nach oben, sieht man diese grandiose Gestaltung – neben der „Malerei mit dem Licht“ durch die bunten Glasfenster ist das atemberaubend.

    Ich wünsche dir heute Momente, in denen du total begeistert bist von etwas, das dich innerlich freut, erhebt und staunen lässt, was immer das auch sein mag. Danke an Theresa für das Foto.

    3 gefällt mir Beim Abrebeln der Holunderbeeren und beim Würfeln von Äpfeln fürs Entsaften hat man Zeit zum Nachdenken. Wenn eines der Kinder eine Reise macht, informiere ich mich gern über die Route und was sie dort erleben. Nicht zum ersten Mal war Theresa in Barcelona und konnte wieder Werke von Gaudi vor Ort ansehen.…

  • Was man braucht

    Was man braucht

    Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man auch haben.

    Hans Christian Andersen, 1805–1875

    Stephanie hat das schöne Bild gemacht. Danke!

    3 gefällt mir Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man auch haben. Hans Christian Andersen, 1805–1875 Stephanie hat das schöne Bild gemacht. Danke!