
Ich freue mich, dass viele derzeit die Möglichkeit nutzen, Termine zu vereinbaren, um gut zu reflektieren. Das gehört für mich zu den wichtigsten Dingen: sich immer wieder zu hinterfragen, wo man selbst gerade im Leben steht. Hoffentlich haben wir eine gewisse Vorstellung davon, was gelingendes Leben für uns bedeutet, denn daraus ergibt sich ein Weg aus der Zukunft ins Jetzt, gestaltet aus Werten, Sinn und den üblichen Ausweichmanövern, wenn Unvorhergesehenes unseren Weg quert. Wir mäandern uns so durch. Blicken auf den Leitstern, an den wir im Sinne da Vincis „unseren Lebenskarren gehängt“ haben und merken: „Ihre Route wird neu berechnet“. Ab und an verlieren wir die Orientierung, weil Nebel die Sicht versperrt, Gebirge sich auftun. Ein Blick von oben und außen ist hilfreich. Weil wir für uns selbst einen großartigen blinden Fleck haben, kann Unterstützung beim Schauen dafür sorgen, dass wir uns wieder besser orientieren können. Wir haben die Kultur der Seelenhygiene nicht mehr im Alltag, wie schade. Sie beinhaltet unter anderem, sich täglich zu vergegenwärtigen: An welchem Punkt im Leben stehe ich gerade? Bin ich auf dem Weg, den ich gehen will? Falls ja – was sind die nächsten Schritte? Falls nein – ist der Weg noch richtig, das Ziel noch erstrebenswert oder darf ich verändern?
Ich habe so viele Schlüsselblumen im Garten in diesem Jahr. Möge jeder einzelne Schlüssel sein Schloss finden.

